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Für die Zalando-Generation

Ein ETH-Team will mit seiner Transportkapsel mit 400 km/h durch Elon Musks Vakuumtunnel rasen und dessen Hyperloop-Wettbewerb gewinnen. Danach wollen die Studenten den Güterverkehr revolutionieren.
Bruno Knellwolf

Der Erfindergeist Elon Musks weht durch den Hangar 3 auf dem Flugplatz Dübendorf. Dieser Geist ist auch den zwanzig Studentinnen und Studenten von Swissloop in ihre fröhlichen und aufgeregten Gesichter geschrieben. Am 22. Juli werden sie an der Hyperloop Competition des Tesla- und SpaceX-Chefs in Los Angeles teilnehmen. «Zwanzig Teams aus 1000 Hochschulen, die sich für diesen SpaceX-Wettbewerb beworben haben, haben sich qualifiziert. Darunter Swissloop», erklärt ETH-Rektorin Sarah Springman stolz.

Der neue Prototyp "Mujinga" von Swissloop mit dem Team von Swissloop, an der Medienkonferenz der ETH Zuerich, in Duebendorf, am Mittwoch, 23. Mai 2018. In Zukunft sollen Transportkapseln Gueter schneller und umweltschonender von A nach B befoerdern. (KEYSTONE/Patrick Huerlimann)

Der neue Prototyp "Mujinga" von Swissloop mit dem Team von Swissloop, an der Medienkonferenz der ETH Zuerich, in Duebendorf, am Mittwoch, 23. Mai 2018. In Zukunft sollen Transportkapseln Gueter schneller und umweltschonender von A nach B befoerdern. (KEYSTONE/Patrick Huerlimann)

In Los Angeles will Elon Musk sehen, welche Universität ein Gefährt bauen kann, das so schnell wie möglich durch einen 1,25 Kilometer langen Vakuumtunnel rast. «Entscheidend ist die Höchstgeschwindigkeit», sagt Luca Di Tizzio, Vorstandsmitgliedsmitglied von Swissloop. Der ETH-Maschinenbauingenieur war schon vor einem Jahr am Hyperloop-Wettbewerb dabei. Die Studenten reisten mit der Transportkapsel «Escher», dem ersten Prototypen von Swissloop, nach Los Angeles und klassierten sich auf dem dritten Rang. Der Pod «Escher» kam aber nicht so recht in Fahrt und erreichte nur 40 km/h. «Wir hatten Probleme mit der Batterie», sagt Luca Di Tizzio. Diese machte wegen der Warterei im Final schlapp.

Das Fahrgestell des neuen Prototyps "Mujinga" von Swissloop. (KEYSTONE/Patrick Huerlimann)

Das Fahrgestell des neuen Prototyps "Mujinga" von Swissloop. (KEYSTONE/Patrick Huerlimann)

Nun haben die Studenten aus ETH und Uni Zürich sowie der Fachhochschulen ZHAW und FHNW innert neun Monaten einen zweiten Prototypen entwickelt, den sie gestern in Dübendorf vorgestellt haben. Getauft wurde die Transportkapsel «Mujinga», «nach der schnellsten Frau der Schweiz, der Sprinterin Mujinga Kambundji».

Vier Antriebsräder mit eigenem Elektromotor

«Mujinga» soll nun also am Wettbewerb der schnellste Pod der Welt sein und Musks Idee vom Hyperloop befördern, mit dem Menschen dereinst durch einen Vakuumtunnel mit 1000 km/h durch Kalifornien transportiert werden sollen. «Mujinga» fährt anders als der erste Prototyp. «Dieser funktionierte wie eine Rakete», sagt Ilyas Besler, technischer Leiter von Swissloop. Nun treiben vier grosse Antriebsräder mit je einem Elektromotor die 320 Kilogramm schwere Kapsel an. «Letztes Jahr siegte die TU München mit einem Pod, der auf 324 km/h beschleunigte. Das wollen wir überbieten», sagt Besler. Dafür konstruierten die Ingenieure eine Kapsel, die leicht, aber mit starkem Material gebaut ist, mit festem Aluminium und einer Hülle aus Carbon. Die Energie kommt aus zwei 700-Volt-Batterien, «die zweieinhalbmal so viel leisten wie ein Bugatti Veyron. Der Pod muss innerhalb des nur 1,25 Kilometer langen Tunnels extrem schnell beschleunigen, mit zweifacher Erdbeschleunigung, 2 G.» Genauso wichtig sind aber die zwei hydraulischen Bremsen, welche das Geschoss am Ende des Tunnels innert Kürze mit 5 G zum Stillstand bringen müssen.

Mit dem Pod «Mujinga» wollen die Studenten Musks Wettbewerb gewinnen. Langfristig schwebt ihnen aber eine grössere Idee vor, die sie nach dem Wettbewerb weiterverfolgen werden. «Die Post verarbeitet manchmal pro Tag 500000 Päckli, der E-Commerce boomt», sagt Gabriela Fernandes von Swissloop. Der Gütermarkt werde stärker wachsen als der Personenverkehr. Musk wolle zwar Menschen transportieren, mit weniger Risiko verbunden sei aber der Transport von Gütern in einem Vakuumtunnel. «Ein risikoreiches Projekt beginnt nicht mit Menschen, das war schon in der Raumfahrt so», sagt Fernandes. Deshalb mache es Sinn, all die Zalando-Päckchen so schnell wie möglich durch die Schweiz zu transportieren. Und zwar von einem riesigen zentralen Logistikzentrum aus. Dank Swissloop wäre es möglich, jede grössere Stadt in der Schweiz in 15 Minuten zu erreichen. Die Pakete könnten dann dort feinverteilt werden. Das würde den Verkehr reduzieren und auch die Zahl der Logistikzentren, welche in der Schweiz immer mehr Boden verbrauchten. Noch ist es nicht so weit, und gestern wollte «Mujinga» nicht starten. Die Siegeszuversicht haben die Studenten deswegen nicht verloren.

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