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Studie zeigt: Frühaufsteher fühlen sich besser

Ob man Eule oder Lerche ist, hat auf Schlafdauer und Schlafqualität keinen bedeutenden Einfluss. Morgenmuffel neigen aber eher zu psychischen Störungen. Zu diesen Erkenntnissen kommt ein internationales Forscherteam, das Daten von 700'000 Personen ausgewertet hat.
Joachim Czichos
Morgenstund hat Gold im Mund. Das Sprichwort hat offenbar einen wahren Kern. (Bild: KEYSTONE)

Morgenstund hat Gold im Mund. Das Sprichwort hat offenbar einen wahren Kern. (Bild: KEYSTONE)

Die innere Uhr, die unseren täglichen Schlaf-Wach-Rhythmus steuert, tickt nicht bei jedem Menschen gleich: Bei Frühauf­stehern – den Lerchen – geht sie etwas vor, bei Nachtschwärmern – den Eulen – geht sie nach.

Ob man mehr dem einen oder eher dem anderen sogenannten Chronotypen entspricht, ist nicht reine Gewöhnungssache. Beeinflusst wird das anscheinend von mindestens 351 Genen, berichtet jetzt ein internationales Forscherteam im Fachblatt «Nature Communications».

«Mit Hilfe dieser grossen Zahl an Genen können wir nun versuchen herauszufinden, warum verschiedene Menschen unterschiedliche biologische Uhren haben können», sagt Michael Weedon von der University of Exeter im Südwesten Englands.

Daten von 700'000 Personen ausgewertet

Die von Weedon geleitete Studie wertete Daten von knapp 700'000 Menschen aus, deren Erbgut bereits vollständig sequenziert worden war. Alle Teilnehmer gaben an, ob sie eher morgens oder abends aktiv sind. Für 85'000 dieser Personen standen auch objektive Messdaten über deren Aktivität im Tagesverlauf zur Verfügung, die von einem Fitness-Armband aufgezeichnet worden waren.

Zusätzlich zu den bereits bekannten 24 Genen identifizierten die Forscher weitere 327 Gene, die sich bei Lerchen und Eulen unterschieden. Die identifizierten Gene sind entweder direkt am Mechanismus der inneren Uhr beteiligt oder in der Netzhaut des Auges und in verschiedenen Teilen des Gehirns aktiv.

Im Schnitt 25 Minuten später im Bett

Diejenigen mit den meisten ­Eulen-Genen gingen im Schnitt 25 Minuten später ins Bett und wachten morgens entsprechend später auf als die Personen mit den meisten Lerchen-Genen. In der Gesamtschlafdauer und der Qualität des Schlafes gab es keine Unterschiede.

Frühaufsteher bewerteten ihr generelles Wohlbefinden höher als die Morgenmuffel und haben ein geringeres Risiko, an Depressionen oder auch Schizophrenie zu erkranken. Es fanden sich Hinweise darauf, dass bestimmte ­Eulen-Gene die Anfälligkeit für psychische Störungen erhöhen.

Im Risiko für Diabetes und Fettleibigkeit unterschieden sich die beiden Chronotypen nicht.

Die Forscher vermuten, dass für Stoffwechselerkrankungen weniger der Chronotyp selbst als vielmehr eine mangelnde Übereinstimmung von Arbeitszeiten und biologischem Tagesrhythmus eine Ursache sein kann.

Um die innere bzw. circadiane Uhr mit dem natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus zu synchronisieren, leiten spezielle Sinneszellen in der Netzhaut des Auges Informationen über Lichtintensität und Tageslänge in das Gehirn. Dort koordiniert eine Schaltzentrale (SCN) alle tagesrhythmischen Stoffwechselaktivitäten in sämtlichen Organen. Neben dem Tageslicht als wichtigstem äusseren Signalgeber wirken sich auch Gene, Ernährung, Temperatur und körperliche Aktivitäten darauf aus, wie gut die innere Uhr mit dem natürlichen Tagesrhythmus im Einklang steht.

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