Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Weltgebetstag:Frauen beten und handeln solidarisch

Heute treffen auch in der Schweiz Frauen an den ökumenischen Feiern zusammen. Rund um den Globus pflegen sie Solidarität unter sich.
Monika Wegmann
Gemeinsam und solidarisch bekräftigen Frauen am heutigen Welt­gebetstag ihren Glauben an Jesus Christus.

Gemeinsam und solidarisch bekräftigen Frauen am heutigen Welt­gebetstag ihren Glauben an Jesus Christus.

«Wenn ich am Weltgebetstag aufstehe, wird bereits an vielen Orten im Osten der Welt diese Liturgie gefeiert – wie bei uns. Und abends feiern Länder im Westen, bis sich in Samoa der Kreis schliesst», sagt Heidi Wettstein. Die Präsidentin des Vereins Weltgebetstag Schweiz mit Geschäftsstelle in Winterthur fährt fort: «Wir sind eine ökumenische Basisorganisation der Frauen, die unter dem Motto ‹Informiertes Beten und betendes Handeln› Frauen weltweit unterstützt.»

Ein wichtiger Teil des Weltgebetstages ist die Liturgie für die Feier, die jedes Jahr von einem anderen Land verfasst wird. Heuer kommt die Gottesdienstvorlage aus Slowenien. Im Zentrum steht hier das Gleichnis vom Gastmahl aus dem Lukas-Evangelium. Daneben berichten fünf Sloweninnen aus ihrem nicht so leichten Alltag. Am Ende wird immer das Weltgebetstagslied gesungen.

Projekte sind Hilfe zur Selbsthilfe

Die rund 170 beteiligten Länder übersetzen die Liturgie aus dem Englischen in die eigene Sprache. Laut Heidi Wettstein leistet der Verein grosse Arbeit, da die Schweizer Liturgie in fünf Sprachen – in Deutsch, Französisch, Italienisch, Valler und Sursilvan – übersetzt wird.

Mit dem Beten verbinden die Frauen auch konkretes Handeln. Heidi Wettstein erläutert: «Der Weltgebetstag ist eine internationale Hilfsorganisation für Frauen und Kinder anderer Länder, denen es nicht so gut geht wie uns.» Die Kollekten spielen eine wichtige Rolle, sie machen den Hauptteil der Einnahmen aus. Da die Mitglieder alle ehrenamtlich arbeiten und nur die Verwaltungskosten anfallen, können weltweit Projekte unterstützt werden. Heidi Wettstein: «Die Projekte müssen von der Ökumenischen Kommission für die Weltgebetstagskollekte bewilligt werden. Die Mittel fliessen an einjährige Projekte im Land der Liturgie sowie an mehrjährige Projekte auf mehreren Kontinenten.» Die Schweiz betreut zusammen mit Deutschland und Österreich für drei Jahre gemeinsame Projekte im Liturgieland. So werden 2019 in Slowenien folgende Projekte gefördert: das SOS-Telefon – psychosoziale und psychologische Unterstützung für Frauen und Kinder mit Gewalterfahrung; Ključ – Unterstützung für betroffene Frauen beim Ausstieg aus dem Menschenhandel; eine Rechtsberatung für benachteiligte Menschen sowie eine Ökumenische Seminarreihe zur Förderung und Stärkung des Selbstbewusstseins von Frauen.

Schon jetzt laufen die Vorbereitungen für den Weltgebetstag 2020 mit dem Liturgieland Simbabwe. «Die strengste Zeit ist für uns von Oktober bis Ende April», sagt Vizepräsidentin Sonja Scheuermeier und zeigt auf die Berge der Unterlagen und Materialien für die Feier. Denn der Verein habe die Aufgabe, den Weltgebetstag zu verbreiten und das Material für die Feiern sowie die Informationen über das Land, das die Liturgie schreibt, bereitzustellen. Zudem muss jedes Land jährlich für New York einen Bericht über die Projekte verfassen, der in einem Heft veröffentlicht wird: «So sieht man überall, was passiert ist. Das ist auch eine Bestätigung für das eigene Engagement», so Scheuermeier. Bei der Erstellung des Materials helfen rund 15 Frauen an den monatlichen Treffen mit.

Internationale Beziehungen

Daneben werden mit anderen Ländern an internationalen Tagungen Beziehungen gepflegt. Heidi Wettstein erklärt: «Das weltoffene Akzeptieren der Frauen anderer Länder ist sehr verbindend. An den internationalen Treffen erleben wir so viel Power, beispielsweise von den afrikanischen Frauen, und es entstehen viele Freundschaften, denn wir alle haben das gleiche Ziel.» In der Schweiz gebe es reges Interesse am Weltgebetstag. Sie bedauert, dass dieses Jahr keine Vorbereitungstagung im Romero-Haus Luzern stattgefunden hat. Aber sie wird alles daran setzen, dass dies im nächsten Jahr klappt. Trotz des grossen Engagements hält sie fest: «Die Arbeit ist schön.»

Weltweite Solidarität

Der Weltgebetstag wurde um 1880 von Frauen in Amerika gegründet. Er hat sich mit der Zeit zu einer ökumenischen Bewegung entwickelt. Noch heute ist der Hauptsitz in New York. Jeweils am ersten Freitag im März treffen sich in rund 170 Ländern christliche Frauen verschiedener Traditionen zum «informierten Beten und betenden Handeln». In der Schweiz ist der Verein Weltgebetstag Schweiz mit Sitz in Winterthur für Informationen und Material zuständig. Nebst Einzelmitgliedern sind auch katholische, reformierte und christkatholische Frauenverbände beteiligt. Am Weltgebetstag bekräftigen Frauen rund um den Globus an einer Feier ihren Glauben an Jesus Christus und verbinden ihn mit solidarischem Handeln. Dabei kommt die Liturgie alljährlich aus einem anderen Land: 2019 aus Slowenien. Mit der Kollekte werden in diesem Land, aber auch in weiteren benachteiligten Ländern Projekte gefördert, als Hilfe zur Selbsthilfe für Frauen: bei Aus- und Weiterbildung, Gesundheit, Landwirtschaft, Handwerk, Kleinkrediten, Frauenrechten und Aufklärung, um die Lebensgrundlage von Frauen und ihren Familien zu verbessern.

Hinweis: Über die Feiern in den Kantonen informieren die Kirchenblätter. Details zum Verein Weltgebetstag Schweiz: www.wgt.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.