Frankoprovenzalisch – jahrhundertelang verbreitete Umgangssprache

Das Frankoprovenzalische ist eine romanische Sprache, die im östlichen Frankreich, in der französischsprachigen Schweiz und im Nordwesten Italiens, vor allem im Aostatal, in verschiedenen Dialekten gesprochen wird.

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Das Frankoprovenzalische ist eine romanische Sprache, die im östlichen Frankreich, in der französischsprachigen Schweiz und im Nordwesten Italiens, vor allem im Aostatal, in verschiedenen Dialekten gesprochen wird. Es bildet zusammen mit den Langues d'oc (Okzitanisch) und den Langues d'oïl die Gruppe der Galloromanischen Sprachen.

Ursprünglich wurde fast in der gesamten Romandie frankoprovenzalisch gesprochen. Eine Ausnahme bilden der Kanton Jura, der nördlichste Teil des Kantons Neuenburg und der französischsprachige Teil des Kantons Bern, wo die Langues d'oïl gesprochen wurden und zum Teil noch gesprochen werden.

Frankoprovenzalisch war jahrhundertelang die Umgangssprache in einem grossen Teil Frankreichs. Diese romanische Sprache wurde von der Rhône-Metropole Lyon aus verbreitet.

In Frankreich wird sie in ihren verschiedenen Dialekten nur noch von älteren Leuten verstanden. Da die französische Sprache rasch Latein als Amtssprache ablöste, hatte Frankoprovenzalisch in Frankreich nie den Status einer offiziellen Sprache.

Im Aostatal ist das Frankoprovenzalische nach dem Zweiten Weltkrieg weitgehend vom Italienischen verdrängt worden. Es wird heute nur noch von einer kleinen Minderheit beherrscht. (dl)

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