Augmented Reality
FHNW-Studentinnen entwickeln den Feuerwehrhelm von morgen

Die Feuerwehr soll künftig mit Augmented Reality ausrücken. Zwei junge Industriedesignerinnen haben dafür schon mal den Helm kreiert.

Julia Monn
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Schutzhelm mit Spezialbrille: So soll die Feuerwehr künftig ausrücken.

Schutzhelm mit Spezialbrille: So soll die Feuerwehr künftig ausrücken.

Viola Wyss

Wenn es brennt, sind sie zur Stelle: Die Frauen und Männer von Schutz- und Rettungskräften. Sie sind da, wenns kracht und raucht, und nehmen bei ihrer Arbeit ein erhebliches Risiko auf sich. Ihre Ausrüstung ist dabei eine Lebensversicherung.

Aber die Ausrüstung kann die schwere Arbeit auch leichter machen. Wie das in Zukunft gehen könnte, dafür haben Viola Wyss und Christina Fiechter von der Fachhochschule Nordwestschweiz nun ein Design vorgelegt: In ihrer Bachelorarbeit im Fachbereich Industrial Design entwickelten sie einen Schutzhelm, der sich neuartiger Technologien bedient. «Bis jetzt sind Schutz- und Rettungskräfte in vielen Situationen auf ihren Tastsinn angewiesen. Die Informationen erhalten sie per Funk und sind ohne optische Anhaltspunkte langsam unterwegs», erläutert Viola Wyss. Das war der Ausgangspunkt und die Inspiration für ihre Arbeit. Die Industriedesignerinnen sind überzeugt: Die Ausrüstung bietet Optimierungspotenzial in puncto Technik, Design und Komfort.

Ein Helm solls richten

Um das zu beweisen, nahmen sich die beiden Designerinnen das Herzstück der Rettungsausrüstung vor: Ein Schutzhelm, der neue Technik, neues Design und Komfort vereint und dabei die Sicherheit und Effizienz bei den Rettungsarbeiten erhöht. Das war das Ziel. Dabei baut die Konstruktion vor allem auf die «Augmented Reality»-Technologie auf. Das Prinzip: Eine Augmented-Reality-Brille ergänzt den Helm der Einsatzkräfte und beliefert sie über ein transparentes Display mit Wärmebildern, die zum Beispiel zeigen, wo der Rauch entsteht.

Mit der Brille sollen künftig ausserdem auch Personen, Möbel oder Türen sowie andere gebäudetechnische Informationen, wie die Raummasse und -pläne, in Echtzeit erkennbar gemacht werden. Die Technik dazu muss aber noch entwickelt werden.

Mit der Brille bleiben den Einsatzkräften die Hände frei. «Hinzu kommt, dass unser Helm für den Brandeinsatz ebenso geeignet ist, wie für Bergungseinsätze», führt Wyss aus.

Bisher verwendet vor allem die Feuerwehr je nach Einsatzkategorie unterschiedlichen Helme. Erhöhte Sicherheit bei weniger Material? Das stösst bei den potenziellen Abnehmern auf positive Resonanz. «Das Prinzip kommt gut an», erklärt Wyss. Für ihre Arbeit haben die Industriedesignerinnen immer wieder Feedback von Schutz- und Rettungskräften eingeholt und das Modell entsprechend entwickelt. Sie sind überzeugt, dass der Helm sich durchsetzt. Den Schritt vom Designmodell zum Prototyp ist allerdings nicht erfolgt: «Wir haben mit einigen Industriepartnern gesprochen. Viele forschen entweder schon selbst in diese Richtung oder wollen die Entwicklung der Technik noch abwarten», erklärt Wyss. So müssten die Daten wie Gebäudepläne, die für den Einsatz der Augmented-Reality-Brille in einem spezifischen Einsatzgebiet benötigt werden, zuerst gesammelt werden, bevor sie auf der Brille projiziert werden können.

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