Energie
Beim Sportmachen Strom erzeugen und weniger fürs Fitness-Abo zahlen

Tritt man auf dem Hometrainer in die Pedalen, entsteht jede Menge Energie. Doch diese verschwindet bisher einfach im Nichts. Jetzt will Student Philipp Zimmer aus fleissigen Sportlern effiziente Energie-Produzenten machen.

Viktoria Weber, watson.ch
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Aus einem Rennvelo hat Philipp Zimmer den Prototypen für sein Projekt entwickelt.

Aus einem Rennvelo hat Philipp Zimmer den Prototypen für sein Projekt entwickelt.

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«I want to make you sweat» – unter diesem Motto präsentiert Philipp Zimmer, Master-Student an der Uni Fribourg, sein Fit-Coin-Konzept.

Die Idee: Wer im Fitness-Studio auf dem Velo Kilometer macht, der tut zwar etwas für seine Gesundheit. Gleichzeitig könnte der fleissige Sportler aber auch noch etwas Strom erzeugen. Und wer mehr Strom erzeugt, muss weniger fürs Fitness-Abo bezahlen.

Doch wie viel Strom käme denn da zusammen? «Ein Durchschnitts-Sportler erzeugt in fünf bis sieben Stunden eine Kilowattstunde Strom – umgerechnet sind das 25 Rappen», erklärt Zimmer. Ein direktes Erstatten der erbrachten Leistung wäre also wenig sinnvoll.

«Das Ganze soll viel mehr eine Vertriebsidee für Fitness-Studios sein. Unter dem Aspekt des Strom-Erzeugens sollen die Kunden motiviert werden», so Zimmer.

Denkbar wäre gemäss des 25-jährigen Studenten folgendes Konzept: Jeder Kunde zahlt für ein Abo 60 Franken. Am Ende des Monats bekommen die 10 Prozent der Kunden, die am meisten Strom erzeugt haben, 30 Franken zurück. Die nächsten 10 Prozent bekommen 25 Franken – und so weiter.

Erste Firmen bekunden Interesse
Geboren wurde die Idee in einer Vorlesung am International Institute of Management in Technology (IIMT) der Uni Fribourg. «Die Professorin hat damals zu mir gesagt, dass ich unbedingt an der Idee festhalten soll.» Gemeinsam mit Studenten der Hochschule für Technik und Architektur Fribourg hat Zimmer dann einen Prototypen entwickelt, der ein Semester lang im Fitnessraum der Universität getestet wurde.

Nun schreibt Zimmer seine Master-Arbeit. Zwar geht es dabei ebenfalls um das Fit-Coin-Projekt, die Federführung hat er aber vorerst aus der Hand gegeben. «Das Institut will die Idee auf jeden Fall weiterführen, es haben sich auch schon ein paar Firmen aus der Privatwirtschaft gemeldet, die Interesse daran zeigen», erklärt Zimmer.

Wie eine Zusammenarbeit mit solchen Firmen aussehen könnte? Ganz einfach: «Die Idee ist, dass man die gesammelten Fit-Coins auch vom Arbeitgeber oder der Krankenversicherung anrechnen lassen kann», erklärt Zimmer. «Denn diese beiden Instanzen haben ja ein grosses Interesse daran, dass ihre Angestellten, beziehungsweise Kunden, ein gesundes Leben führen.»