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Gentechnologie soll Blinden wieder ein Stück der Sehkraft zurückgeben – erste Versuche verlaufen erfolgreich

Dank einer neuen Methode, kann der Patient wieder Objekte erkennen, ohne sie zu ertasten. Die Methode basiert auf Optogenetik, einer Technologie, die zelluläre Aktivität mit Licht kontrollieren möchte. Im Team hinter dem wissenschaftlichen Fortschritt ist auch die Schweiz vertreten.

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«Dort kann ich etwas sehen. Es ist eher links», sagt der Patient. Der 58-Jährige ist blind. Aufgrund einer unheilbaren Augenkrankheit verlor er vor 40 Jahren nach und nach das Sehvermögen. Dank einer neuen Behandlung kann er nun aber wieder Objekte erkennen, wie SRF News berichtet. Eine medizinische Sensation.

Dahinter steckt ein internationales Team und dessen jahrelange Forschung. Auch die Schweiz wirkte dabei mit, beispielsweise mit Botond Roska, Co-Direktor des Augeninstituts IOB Basel. Das Team habe sich mitunter auf seine Arbeit über die Optogenetik gestützt. Das ist eine biologische Technologie, die zelluläre Aktivität mit Licht kontrollieren möchte.

Das Prinzip funktioniere wie folgt: Bei den Patienten sind die lichtempfindlichen Zellen defekt, wie Roska erklärt. Das Team nehme Lichtsensoren von Bakterien oder Algen, verändere diese mit Gentherapie und injiziere sie dann in die Netzhaut des Menschen, um andere Zellen lichtempfindlich zu machen. Roska:

«Ich glaube nicht, dass blinde Menschen jemals wieder normale sehen können.»

Aber in den nächsten zwei Jahren werde das so verbessert werden, dass man ihnen mehr und mehr Sehkraft zurückgeben kann, so Roska weiter. «Wo die Grenze ist, wissen wir noch nicht.»

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