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Fjorde, Gletscher und starke Wikingerinnen

Norwegen ist auch im Frühling eine Augenweide. Zudem sind in dieser Zeit selbst die beliebtesten Orte fast menschenleer. Ein Roadtrip von Bergen bis Trondheim.
Lioba Schneemann
Die Atlantikstrasse schwingt sich über sieben Brücken von Insel zu Insel. (Bilder: Kai-Uwe Schneemann)Die Atlantikstrasse schwingt sich über sieben Brücken von Insel zu Insel. (Bilder: Kai-Uwe Schneemann)
In der Hafenstadt Ålesund gibt es schöne Jugendstilarchitektur zu sehen. In der Hafenstadt Ålesund gibt es schöne Jugendstilarchitektur zu sehen.
Hans wohnt im Wikingerdorf.Hans wohnt im Wikingerdorf.
Neun der 20 höchsten Wasserfälle der Welt liegen in Norwegen.Neun der 20 höchsten Wasserfälle der Welt liegen in Norwegen.
Auf Fjord-Safari.Auf Fjord-Safari.
Geiranger Fjord.Geiranger Fjord.
Der Briksdal-GletscherDer Briksdal-Gletscher
Wetterwechsel bei Kristiansund.Wetterwechsel bei Kristiansund.
8 Bilder

Fjorde, Gletscher und starke Wikingerinnen

Gerade noch rechtzeitig – rauf auf die Fähre! Es ist nicht das erste Mal, dass wir die Zeit unterschätzen. Obwohl wir schon fünf Tage in Norwegen unterwegs sind, haben wir uns noch nicht an die durchschnittliche Geschwindigkeit von 44 Stundenkilometern gewöhnt. Denn das wird unser Navi am Ende unserer 11-tägigen Reise anzeigen. Rechnet man die Fotostopps noch mit ein, die man ­unweigerlich macht, sinkt der Schnitt noch mal. Wunderbar erholsam ist das Fahren in Norwegen! Sowieso sind die Autofahrer sehr entspannt, ganz im Gegensatz zu den vielen hierzulande.

Zeit spielt keine Rolle

Wer in diesem Land nicht einen Gang herunterschaltet, macht etwas falsch. Denn wie kann der Blick auf einen kilometerlangen Fjord mit dem tiefblauen Wasser, eingerahmt von gewaltigen Bergmassiven, nicht beruhigend wirken? Dazu kontrastieren jetzt Ende April, und dieses Jahr drei Wochen früher als üblich, das helle frische Grün der Bäume und das Weiss der blühenden Obstbäume. Und als wäre das nicht schon genug, bestaunt man immer wieder grosse Wasserfälle, die sich wild tosend in den Fjorden und Seen verlieren.

Noch keine Kreuzfahrtschiffe

Menschen trifft man selten an, ein besonderer Genuss. Selbst an berühmten Orten wie Bryggen in Bergen, auf den Unesco-Fjorden Geiranger und Nærøy, in Flåm und im Sognefjord sowie in Balestrand und auf der Atlantikstrasse südlich von Kristiansund fehlen die Touristen noch. Überall dort, wo sie die Kreuzfahrtschiffe, Busse und Autos in der Saison ausspucken werden. Kaum vorstellbar, jetzt, wo es so still ist.

Auch das Wetter meint es gut mit uns auf unserer Tour: viel Sonne, meist über 15 Grad warm, kaum Regen. Und als eisige Kälte Anfang Mai Europa wieder einnahm, sorgten ständig wechselnde Schauer und leichter Schneefall für eine ganz eigene Dramatik.

In kleinen Holzhäusern leben wie einst die Wikinger

Einiges sollte man natürlich bedenken, will man Norwegen vor der Saison, die im Mai beginnt, bereisen. Anne-Marie Bürgi von Glur Reisen in Basel sagt:

«Im Frühling oder ab Oktober darf man nicht das Gleiche erwarten wie in der Hochsaison, da viele Sehenswürdigkeiten geschlossen sind und einige Panoramastrassen erst im Mai oder Juni öffnen.»

Man sollte betreffend der Route flexibel sein. Auch wir mussten schöne Strecken auslassen wie etwa die bekannte Route von Geiranger-Trollstigen ab Geiranger.

Einige Wikinger trifft man jedoch jetzt schon an. Die sind in Norwegen ebenso wichtig wie die Fjorde und Fjells (Gebirge). In Gudvangen, am Ende des Nærøyfjords, hat sich Georg Olafr Reydarsson Hansen einen Lebenstraum erfüllt. «24 Jahre ist es her, dass ich die Idee mit dem Wikingerdorf hatte», sagt der alte Mann mit dem langen Bart.

«Seit dem Jahr 2016 leben jeden Sommer 45 Personen hier wie einst die Wikinger.»

Hilfe bekam er vom lokalen Hotelier, der ein kleines Hotel und ein Restaurant betreibt. Auch Marie ist schon da. Sie zeigt ihr kleines Holzhaus und deutet auf den Schlüssel an ihrem Gürtel. «Bei den Wikingern erhielt die Frau bei der Heirat ein Haus», berichtet sie.

«Die Frauen hatten eine gute Stellung.»

Mit dem Schlauchboot durch schmale Fjorde

Später erreichen wir Gudvangen noch mal vom Wasser aus, als wir von Flåm aus auf einer Fjord-Safari die einsame Berg- und Wasserlandschaft befahren. Dabei geht es rasant mit einem 15 Personen fassenden Schlauchboot mit 60 Stundenkilometern, und gut eingepackt in dicken Overalls, durch die schmalen, imposanten Fjorde. An manchen Stellen ist der Nærøyfjord nur 200 Meter breit. Man kommt so nah an den Felswänden und an den Wasserfällen vorbei, immer den kalten Wind um die Nase.

Und abends ein Biermenu

Der Guide erzählt Wissenswertes über die Geologie und das harte Leben der einstigen Bauern, ebenso gelangen wir am Dorf Undredal vorbei, Heimat eines hochgelobten Ziegenkäses. Abends lockt die Brauerei in Flåm mit gutem «Ægir-Bier». Wir geniessen das fünfgängige Biermenu mit ausgewählten Biersorten. Die Architektur des Restaurants lehnt sich an die Mythologie an, von aussen sieht es fast aus wie eine Stabkirche, innen sitzt man gemütlich auf Fellen.

Eine andere Zeitreise macht man in Balestrand im Kviknes Hotel.

Das Grandhotel liegt prominent am Sognefjord, der mit über 200 Kilometern Länge der grösste und mit 1308 Metern auch der tiefste Fjord Europas ist. Er verästelt sich in einige kleinere Seitenarme wie etwa dem Aurlandsfjord oder dem Nærøyfjord. Blühende Bäume, blumenreiche Vorgärten sowie Obstplantagen zeugen vom milden Klima der Region. Kein Wunder, dass hier heute noch die Prominenz auf den Spuren des deutschen Kaisers Wilhelm II wandelt.

Auf Tuchfühlung mit dem Gletscher

Etwas alpiner ist Loen am Ende des Nordfjords. Von hier aus ist es nur noch ein Katzensprung bis zum grössten Festlandgletscher Europas, dem Jostedalsbreen. Auf Tuchfühlung mit einem seiner Outlets, den Auslassgletschern, kommt man auf einer einfachen Wanderung zum Briksdalgletscher. Vor den Eismassen stehend, geht leicht vergessen, dass man sich nur 150 Meter über Meereshöhe befindet. Hauptattraktion in Loen ist der Skylift, Produkt der Schweizer Firma Garaventa. Hier kann man wandern, klettern, schlitteln oder schneeschuhlaufen. Und auch hier spielt die Mythologie eine Rolle, heissen doch die beiden Gondeln Munin und Hugin, benannt nach den Raben des Gottes Odin.

Jugendstil in Ålesund

In Ålesund gibt es neben schöner Jugendstilarchitektur ein sehenswertes Aquarium mit einheimischen Meeresbewohnern zu sehen. Für romantische Sonnenuntergänge nimmt man die ­ 418 Stufen unter die Füsse, die auf den städtischen Hausberg Aksla führen.

Sehnsuchtsland Norwegen

Die Reise wurde unterstützt von Glur Reisen, Basel und Fjord Norway. Infos: www.glur.ch, fjordnorway.com, visitnorway.de.
Wikingerdorf Gudvangen: www.vikingvalley.no.
Kviknes Hotel Balestrand: www.kviknes.no.
Gletscher Briksdalsbreen: www.en.briksdalsbre.no

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