Feiertagskalender
In welchem Kanton haben Arbeitnehmende am meisten frei? Und an welchen Feiertagen kann ich in anderen Kantonen einkaufen gehen?

In der Schweiz werden je nach Region unterschiedliche Feiertage begangen. Weshalb sie überhaupt gefeiert werden und wer wann frei hat: Wir haben die Übersicht.

Jolanda Riedener
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Wir haben alle Feiertage nach Kanton in einer Übersicht. Suchen Sie einen bestimmten Tag? Geben Sie diesen im Suchfeld ein.

In welchen Kantonen gibt es am meisten freie Tage?

Jeder Kanton kann zusätzlich vom Nationalfeiertag maximal acht weitere Feiertage bestimmen, die dem Sonntag gleichgestellt sind. Nicht alle Kantone nutzen diese Zahl aus. Zu diesen gesetzlich anerkannten Feiertagen kommen gesetzlich anerkannte Ruhetage. An diesen gilt in der Regel auch Arbeitsruhe. Die Grundlagen dafür schaffen die Kantone oder allenfalls die Gemeinden.

Am meisten Feier- und Ruhetage zählt der Kanton Graubünden mit 15. Deren 14 zählen die Kantone Luzern, Uri, Schwyz, Zug, Aargau und Tessin. Auch in Freiburg und Solothurn gibt es 14, wobei jeweils einer nur als halbtägiger Feiertag gilt. Nicht mitgezählt in der Übersicht sind regionale Feier- und Ruhetage, die nur in einzelnen Gemeinden des Kantons gelten. Am wenigsten frei haben Einwohnerinnen und Einwohner im Kanton Genf, aber auch in Appenzell Ausserrhoden und in der Waadt.

Was bedeuten die Feiertage und wann werden sie begangen?

Neujahrstag: 1. Januar

Der Neujahrstag ist vom Christentum geprägt: In weiten Teilen Europas galt der 6. Januar als Jahresbeginn, bis der Papst im Jahr 1691 den Neujahrstag auf den 1. Januar festlegte. An Neujahr wird aber noch an andere christliche Ereignisse erinnert: Am Oktavtag, dem achten Tag nach Weihnachten, soll Jesus nämlich beschnitten worden sein. Inzwischen ist aber das Hochfest der Gottesmutter Maria verbreiteter. Gleichzeitig gilt der 1. Januar bei der katholischen Kirche als Weltfriedenstag.

Berchtoldstag: 2. Januar

Ein heiliger Berchtold wird an diesem Tag nicht gefeiert, vielmehr stehe der Feiertag im Zusammenhang mit dem Dreikönigstag am 6. Januar. Denn das Wort ist aus dem mittelhochdeutschen «bercht», «berchtel» abgeleitet, was mit glänzend oder leuchtend übersetzt werden kann. Das Schweizerische Idiotikon verweist ebenfalls auf das mittelhochdeutsche «berchttac», «berchteltac» oder «berchtnacht», was für Epiphanias oder den Dreikönigstag stehe und womit die Erscheinung des Herrn gemeint sei.

Dreikönigsfest: 6. Januar

Die Geburt Christi wurde ursprünglich am 6. Januar gefeiert. Durch eine Kalenderreform im 16. Jahrhundert wurde das Fest auf den 25. Dezember vorverschoben. In der Evangelischen Kirche wird der Dreikönigstag auch als Epiphanias, das Fest der Erscheinung des Herrn, bezeichnet. Das Fest bezieht sich in einigen Kirchen auf die Anbetung des Jesuskindes durch die Weisen drei Könige aus dem Morgenland.

Josefstag: 19. März

Dieser christliche Feiertag wird dem heiligen Josef gewidmet, dem Ehemann der Gottesmutter Maria. Aus Überlieferungen der Bibel war der heilige Josef Zimmermann und gilt deshalb als Schutzpatron der Arbeiter, Handwerker, insbesondere der Zimmerleute und Schreiner.

Ostern: Erster Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling

Für die evangelische Kirche ist Karfreitag und für die katholische Kirche Ostern der höchste Feiertag überhaupt. An Karfreitag erinnern sich die Christen an den Tod von Jesus am Kreuz. Drei Tage später, am Ostersonntag, soll er dann auferstanden sein.

Auffahrt/Christi Himmelfahrt: 39 Tage nach Ostern

Dieser Feiertag bezieht sich auf die Aufnahme von Jesus als Sohn Gottes in den Himmel. Es heisst, Jesus hat nach seiner Auferstehung an Ostern noch 40 Tage gelebt. Danach kehrte der Sohn Gottes zu seinem Vater zurück in den Himmel. Das Fest soll dem Menschen Perspektive geben, denn «wie Jesus wird alles, was Gott geschaffen hat, im Himmel vollendet».

Pfingstmontag: 50 Tage nach Ostern

Das Fest des Heiligen Geistes, die Ausgiessung des Heiligen Geistes und der Geburtstag der Kirche werden am Pfingstsonntag bis Pfingstmontag gefeiert. Am 50. Tag nach Ostern versammelten sich die Jünger Jesu und wurden vom Heiligen Geist erfüllt, der mit Brausen und Feuerflammen vom Himmel kam – heisst es in der Apostelgeschichte.

Tag der Arbeit: 1. Mai

Der Internationale Kampftag der Arbeiterklasse oder kurz Tag der Arbeit hat seinen Ursprung am 1. Mai 1886: Damals fand ein Streik in Chicago statt, auch bekannt als Haymarket Riot. Damals gingen in den USA gemäss Schätzungen zum ersten Mal über 340’000 Arbeiter auf die Strasse, um gegen die Missstände in den Fabriken zu protestieren.

Nationalfeiertag: 1. August

Die Schweiz feiert sich selber. Das Datum ist zurückzuführen auf den Bund der Leute von Uri, Schwyz und Unterwalden, welcher am 1. August 1291 besiegelt worden sei und mit dem die Eidgenossenschaft ihren Anfang genommen habe.

Vermutlich passierte an diesem Tag jedoch gar nichts. Der lateinisch abgefasste Bundesbrief ist mit «Geschehen im Jahr des Herren 1291, im Anfang des Monats August» datiert. Die Forschung geht aber davon aus, dass der Bundesbrief erst später erstellt und dann rückdatiert wurde.

Fronleichnam: 60 Tage nach Ostern

Feiert die bleibende Gegenwart Jesu Christi in der Eucharistie, der Heiligen Kommunion. Mit dem Fest erinnern die Katholiken an die Gegenwart Jesu im Sakrament der Eucharistie (auch Abendmahl, heilige Kommunion genannt). Der Name Fronleichnam bedeutet übersetzt so viel wie «Fest des Leibes und Blutes Christi».

Mariä Himmelfahrt: 15. August

Nach katholischer Lehre wurde die Jungfrau Maria und heilige Mutter Jesu nach ihrem leiblichen Tod von Gott in den Himmel aufgenommen. Am 15. August gedenken Katholiken dieser Aufnahme in den Himmel und hoffen damit auf das Versprechen von Jesus: dass alle zu Gott zurückkehren werden in den Himmel.

Allerheiligen: 1. November

Gläubige gedenken dann den Heiligen und den Märtyrern. Während Allerheiligen traditionell mit feierlichen Gottesdiensten gefeiert wird, wird der Tag danach (Allerseelen) der Andacht und dem Gedächtnis an die Verstorbenen gewidmet. Die beiden Feiertage haben sich jedoch in den letzten Jahrhunderten immer mehr vermischt. So schmücken Angehörige heute am 1. November Gräber und gedenken den Toten.

Mariä Empfängnis: 8. Dezember

Dieser Feiertag erinnert an die Zeugung Marias durch ihre Eltern Anna und Joachim. Nach katholischem Glauben war Maria, die Mutter Gottes, vom ersten Augenblick ihrer Existenz an ohne Sünde. Der Begriff der Erbsünde geht auf die biblische Erzählung vom Sündenfall Adams zurück. Der Begriff versucht, die Erfahrung des Menschen zu fassen, dass er sich immer wieder in Schuld verstrickt. Maria, die Mutter Jesu, war von Anfang an aus dieser Verstrickung befreit.

Heiligabend und Weihnachtstag: 24. und 25. Dezember

Dass an Weihnachten das Jesuskind auf die Welt gekommen sei, wissen die meisten. Bereits am Vorabend, am 24. Dezember, feiert der christliche Teil der Schweizer Bevölkerung dieses Ereignis.

Stephanstag: 26. Dezember

Obwohl wir vom zweiten Weihnachtstag sprechen, hat dieser Feiertag nichts mit dem Weihnachtsfest zu tun. Der Stephanstag ist Gedenktag des heiligen Diakons Stephanus, der als erster christlicher Märtyrer gilt.

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