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Extrempunkte in der Schweiz entdecken: die höchsten, die tiefsten, die nördlichsten...

In der Schweiz gibt es viel zu entdecken. Ein neuer Trend lässt Schweizerinnen und Schweizer durch das Land schweifen, um Extrempunkte zu finden. Die höchsten, die tiefsten...
Heini Hofmann
Die Dufourspitze ist der höchste Punkt der Schweiz. (Bild: Photo Klopfenstein)

Die Dufourspitze ist der höchste Punkt der Schweiz. (Bild: Photo Klopfenstein)

Angefangen hat der Extrempunkte-Tourismus anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums der Landesvermessung Schweiz 2012, und er fand sofort einige Anhänger von Hobby-Topografen. Diese setzten sich zum Ziel, alle Extrempunkte ausfindig zu machen und zu begehen – soweit dies einem Durchschnittswanderer möglich ist. Einer dieser hobbymässigen Extremrosinensucher ist Jakob Schluep aus Münchenwiler, der schon einen Grossteil dieser topografischen Spezialpunkte selber aufgesucht und dokumentiert hat.

Den tiefsten Punkt der Schweiz findet man in Brissago, an der Mündung der Valmara. (Bild: Jakob Schluep)

Den tiefsten Punkt der Schweiz findet man in Brissago, an der Mündung der Valmara. (Bild: Jakob Schluep)

Dabei sind die höchstgelegenen Punkte die bekanntesten, vor allem die drei Viertausender: Im Wallis die Dufourspitze (4634 m), in Bern das Finsteraarhorn (4274 m) und in Graubünden der Piz Bernina (4049 m). Oder die sechs Dreitausender: in Uri der Dammastock, in Glarus der Tödi, im Tessin der Adula oder das Rheinwaldhorn, in St. Gallen der Ringelspitz, in Obwalden der Titlis und im Waadt der Diablerets. Alle diese höchsten Punkte ihrer Kanton bleiben Alpinisten vorbehalten, während jene von Basel und Genf sogar Behinderten zugänglich sind.

Die Höchstpunkte liegen mehrheitlich an der Kantonsgrenze oder nahe daran und in zwei Fällen in Luzern, das Brienzer Rothorn, und den beiden Appenzell, der Säntis, an einer kantonalen Dreiländerecke.

Tiefpunkt am Lago Maggiore

Bei der tiefstgelegenen Stellen liegt der Rekord, der zugleich auch für die Schweiz gilt, im Tessin in Brissago bei der Mündung Valmara. An sich haben alle Orte am Langensee die gleiche Meereshöhe, nämlich den Seespiegel (193 m), aber in Brissago ist dieser bei normalen Verhältnissen einige Millimeter tiefer als weiter alpenwärts. Die meisten kantonalen Tiefstpunkte befinden sich zwischen 300 und 400 Meter über Meer, deren sechs unterhalb 300 Meter (SO, BS, BL, GR, AG, TI). Sie liegen mehrheitlich bei Gewässern. Einzige Ausnahme: Appenzell Ausserrhoden; hier ortet man den tiefsten Punkt in einem Siedlungsgebiet und zugleich an der Kantonsgrenze (Lutzenberg AR/Thal SG). Ein interessantes Detail: Der höchste und der tiefste Punkt der Schweiz die Dufourspitze und die Mündung Valmara liegen nur gerade 66,6 Kilometer auseinander.

Nicht verpassen dürfen die Extrempunktsucher den geografische Mittelpunkt der Schweiz. Der liegt auf der Älggialp in Obwalden und wurde schon 1988 mit einer Triangulationspyramide bestückt. Er liegt, bildlich gesagt dort, wo eine in Karton ausgeschnittene Schweiz sich auf einer Nadelspitze im Gleichgewicht hält, also auf dem Flächenschwerpunkt. Würde man dasselbe mit einem Karton samt Aufbau der Geländetopografie machen, ergäbe sich ein anderes Balancezentrum gemäss dem Volumenschwerpunkt. Dieser befindet sich für die Schweiz am Eggstock Nord auf Urner Boden.

Gebräuchlicher ist der geografische Mittelpunkt; doch er ist nicht in jedem Kanton gut erreich- und erkennbar, weil nicht überall im Gelände markiert. Deutschschweizer Kantone sind diesbezüglich etwas beflissener. Besonders liebevoll hat der Kanton Aargau sein Zentrum im Hardwald bei Niederlenz gestaltet.

Kuriosität und Verschiebung

Speziell ist der Kanton Appenzell-Ausserrhoden, dessen geografische Mitte in Innerrhoden liegt, in Schlatt-Haslen, weil sich Ausserrhoden bananenartig-gekrümmt um Innerrhoden schmiegt. Speziell Mittelpunkte sind nicht in Stein gemeisselt; sie können sich verschieben. Wie im Kanton Bern: Seit 1991 war hier der Mittelpunkt in Oberdiessbach markiert. Weil aber 1994 das Laufental zum Kanton Basel-Landschaft wechselte, verschob er sich nach Bleiken auf die Falkenfluh. Als Bleiken 2014 mit Oberdiessbach fusionierte, war er wieder auf Oberdiessbacher Boden. Und sollte Moutier je den Kanton wechseln, wäre es dann wieder anders.

104 Windrosen-Extrempunkte

Jeder Kanton hat zudem vier Extrempunkte bezüglich Himmelsrichtungen; total sind es 104. Vier sind kongruent mit den vier Windrosen-Extrempunkten der Schweiz: Nord (SH, Bargen; Schwarze Staa), Ost (GR, Müstair; Piz Chavalatsch), Süd (TI, Chiasso; Pedrinate) und West (GE, Chancy; Rhoneufer). Einen ganz speziell-exotischen Extrempunkt hat die bernische Gemeinde Uetendorf aufzuweisen, nämlich den grenzfernsten Punkt mit 69,24 Kilometer Abstand zur Landesgrenze.

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