Zu Tisch
Käse-Spätzli und Thaicurry im «1733»: Lokal verankert und offen für die Welt

Das Restaurant 1733 in St.Gallen ist kein klassisches Speiselokal. Und dennoch lohnt es sich, dort zu essen. Und natürlich zu trinken.

Jürg Ackermann
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Gastgeber Lukas Schlauri in seinem Lokal in der St.Galler Altstadt.

Gastgeber Lukas Schlauri in seinem Lokal in der St.Galler Altstadt.

Bild: Michel Canonica

Das «1733» repräsentiert ein Stück Zeitgeist, etwas, das viele Menschen derzeit wollen: Lokal verankert sein, aber dennoch mit einem offenen Blick in die Welt hinausschauen.

«Ich koche, was ich selber gerne esse», sagt Lukas Schlauri. Auf eine klare Linie mag sich der junge Wirt nicht festlegen. Er ist neugierig, will immer wieder mal auch etwas Neues ausprobieren. So finden sich auf der Speisekarte Erinnerungen an seine Reisen nach Süd- und Mittelamerika wie die mexikanischen Bruschettas mit Avocado und Tomaten oder Währschaftes wie die Käse-Spätzli (18.50) oder eine Gulasch-Suppe (18.50).

Wir probierten neben zwei schmackhaften Suppen (Indisches Curry/Ingwer-Rüebli) und dem Rindstatar (26.50), auch einen Klassiker, der zu den beliebtesten Speisen im «1733» gehört: Das rote Thai-Curry (18.50, mit Poulet 25.-). Die Schärfe war genau richtig dosiert, die Zutaten und Gewürze gut aufeinander abgestimmt.

Schlauri mag die asiatische Küche wegen ihrer Vielfalt, den vielen exotischen Zutaten und der immer wieder verblüffenden Kombination von Kokosmilch und Currypaste. Selbst der portugiesische Syrah-Wein (Fat Baron/8.-/dl) harmonierte mit seiner starken Vanillenote bestens dazu.

Corona hat alles sehr unberechenbar gemacht

Es sei damals ein sehr spontaner Entscheid gewesen, sagt Schlauri. Nachdem er fast fünf Jahre als Geschäftsführer im «News» wirkte, wollte er sich vor zwei Jahren verändern - in Richtung Selbständigkeit. Und sah, dass das «1733» einen neuen Pächter suchte. Schnell war auch sein Vater Noldi mit an Bord, der sich gerade frühpensionieren liess und für eine neue Aufgabe bereit war.

Ein klassisches Speiselokal ist das 1733 seit der Übernahme von Schlauri nicht unbedingt geworden, obwohl es nun den Namen «Restaurant&Weinbar» trägt. Hier geht man weiterhin auch hin zum Apéro oder nach dem Kino oder dem Konzert zu einem Schlummertrunk, zum unbeschwerten Zusammensein unter Freunden auch. Zumindest war das einmal so. «Corona hat nun alles sehr unberechenbar gemacht», sagt Schlauri. «An einem Abend haben wir 30 Gäste, am nächsten nur vier.»

Das Geschäft mit Hochzeits- oder Geburtstagsapéros oder Weihnachtsfeiern ist gänzlich zusammengebrochen. Er hoffe sehr, dass die herausfordernden Zeiten irgendwann vorbei seien, jetzt wo bald eine Impfung komme, sagt Schlauri.

Die Karte hat er auf jeden Fall der schwankenden Nachfrage angepasst, das Angebot leicht reduziert, damit er die Speisen weiterhin frisch anbieten kann. Die Philosophie bleibt die Gleiche: Einfach bis exotisch essen und dazu Weine von Familien geführten Weingütern aus ganz Europa entdecken - und das zu vernünftigen Preisen.

Die Weine kommen weiterhin von Jürg Aegerter, der bis vor drei Jahren im «1733» auch wirtete. Wem der getrunkene Tropfen schmeckt, kann gleich ein paar Flaschen vom angrenzenden Weinkeller mit nach Hause nehmen.

Sorgen wegen Corona muss man sich im Lokal auf jeden Fall keine machen, solange die allgemeinen Hygienemassnahmen eingehalten werden. Die Tische stehen weit auseinander. Ein modernes Lüftungssystem sorgt für permanente Frischluftzufuhr von draussen.

Restaurant&Weinbar 1733. 9000 St.Gallen, Goliathgasse 29, Telefon 071 250 17 33. www.1733.ch Di–Sa von 16 bis 23 Uhr. So und Mo geschlossen. Vorspeisen/Suppe ab 6.50, Hauptgerichte ab 17.50.