Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Gut gehopft? Das neue Eichhof-Bier im Test

Im Jahresrhythmus lanciert Eichhof neue Biere. Nach «Retro» (2017) und «Trüeb» (2018) folgt nun «Urfrisch». Trumpfkarte laut der Luzerner Brauer: Es hat «ganz viel Schweiz drin». Wir haben es probiert.
Hans Graber
Das neue Eichhof «Urfrisch». (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 22. Februar 2019)

Das neue Eichhof «Urfrisch». (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 22. Februar 2019)

Erstmals ausgeschenkt wurde das neue Bier anlässlich der Swiss Music Awards im KKL am Samstag letzter Woche. Einem etwas zwielichtigen Publikum also, das mehrheitlich nicht aus der Region stammt und auch von der ihm zuteil gewordenen Ehre wohl keinen Dunst hatte. Von akuten oder auch Folgeschäden bei den «Versuchskaninchen» ist nichts bekannt geworden. Man darf also davon ausgehen, dass das «Urfrisch» bekömmlich war. Das konnte inzwischen auch ein kleiner Selbstversuch mit zwei 33-cl-Fläschchen bestätigen.

Neue Biere gibt heute fast schon täglich, hat doch bald jeder Weiler eine eigene Brauerei, mit zumindest zum Teil recht beachtlichen Erzeugnissen. Nachteil: Sie sind oft nur sehr lokal erhältlich. Platzhirsch Eichhof hat es diesbezüglich einfacher, muss aber immer etwas Acht geben, dass nicht der Eindruck entsteht, er überschwemme alles. Obwohl man es ihnen nicht unbedingt gibt, sind viele Biertrinker ja sensible Wesen, mit einem Hang zur Heimattümelei. Als internationale Konzerne Schweizer Brauereien schluckten, war das die Geburtshilfe für Dutzende von Mikrobrauereien, die den Markt aufmischen und den Etablierten ein Stück vom ohnehin schrumpfenden Kuchen wegsaugen.

Seither sind auch die Grossen innovativer geworden und lancieren in schöner Regelmässigkeit neue Biere. Eichhof hatte dabei nicht immer ein goldenes Händchen, zuletzt aber mit dem «Retro» und insbesondere dem «Trüeb» gut punkten können.

Und nun wird also «Urfrisch» ins Rennen geschickt. Das Spezielle daran ist die Verwendung von Schweizer Hopfen (Humulus lupulus). Hopfen sorgt für das Herbe und leicht Bittere des Bieres sowie für die Schaumstabilität und Haltbarkeit. Zudem wirkt Hopfen beruhigend auf den Trinker. Zumindest in der Theorie. Manchmal wirken Zecher eher aggressiv, aber eventuell waren sie das bereits vorher.

Hopfen: Feminismus in Reinkultur

Für das Bier zum Zuge kommen ausschliesslich die weiblichen Dolden dieser krautigen, rund 7 Meter hohen Kletterpflanze aus der Hanfgewächse-Familie. Männliche Pflanzen sind gar nicht erst erwünscht, da sie selber nichts Gescheites hervorbringen und zudem die Qualität der weiblichen arg beeinträchtigen. Feminismus in Reinkultur.

Zum klassischen Hopfen gibt es zunehmend speziell gezüchtete Aromahopfen, die dem Bier ganz andere Geschmacksnoten verleihen. Puristen schicken da gerne ein altes Stossgebet zum Himmel: «Stoppt Bierversuche!»

Der in der Schweiz verwendete Hopfen stammt grösstenteils aus Deutschland, England. Tschechien und den USA. Nur rund 10 Prozent werden hier angebaut (Stammheim ZH und Fricktal AG), auf noch bescheidenen 14 Hektaren. «Mehr wäre durchaus möglich», sagt Stefan Ulrich, Präsident der Schweizer Hopfenproduzenten. «Doch dazu müsste der Preis stimmen und die Brauereien mehr Interesse am Schweizer Hopfen zeigen.»

Eichhof macht nun einen Schritt in diese Richtung und verwendet für sein «Urfrisch» ein helvetisches Hopfengemisch. Netterweise nichts Exotisches und nichts Schwerexperimentelles. Da anscheinend auch wieder das sagenhafte «Pilatuswasser» verwendet wird, steckt im «Urfrisch» laut Eichhof «ganz viel Schweiz drin». Ohne fremde Hilfe (Gerstenmalz, Hefe) geht es dann aber doch nicht.

Im Antrunk wirkt das neue Bier recht mild, im Abgang leicht herb. Alles in allem ein gefälliges Getränk, das massentauglich werden soll. Inwieweit dieser Anspruch wirklich erfüllt werden kann, werden erst weitere Testrunden unsererseits zeigen. Leider musste das dritte zur Verfügung stehende Fläschchen dem Fotografen überlassen werden. Dass er es nicht zurückgebracht, sondern frech weggetrunken hat, sei ihm nachgesehen. Wir hätten es genauso gemacht.

Vorerst ist «Urfrisch» bei Coop und Detaillisten erhältlich (33-cl-Retrofläschchen, 50-cl-Dose.) Ab Mitte März folgt die Gastronomie (Flaschen und Offenausschank).

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.