FOODBLOG OSTBRÖCKLI
So werden Sie die überschüssigen Ostereier los: 5 Tipps für Aufstrich, Curry oder Schinkengipfel

Bemalte Eier sind schön. Doch oft bleiben noch viele übrig, wenn die Lust auf gekochte Eier mit Mayonnaise schon lange vergangen ist. Hier ein paar Tipps, was man mit übrig gebliebenen Ostereiern sonst noch anfangen kann.

Text: Kaspar Enz, Bilder: Michel Canonica
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Nichts gegen Eier. Sie sind nährstoffreich wie sonst nur wenige Nahrungsmittel, ausser Vitamin C ist ziemlich alles drin, was man braucht. Kein Wunder, schliesslich muss es einem Hühner-Embryo reichen, um sich zum Küken zu fressen. Drum machen sie auch so satt.

Bunt sind sie ja schon. Und herzig auch, gerade wenn sie von eignen und verwandten Kindern handbemalt wurden. Aber spätestens am Ostermontag hat man die ständige Eiertütscherei meistens satt. Dabei ist das Eierfach im Kühlschrank immer noch voll von den bunten Dingern. Was also tun damit? Ausser Nüsslisalat?

Ei-Bärlauch-Aufstrich

Oft hat man zu Ostern ja nicht nur zu viele gekochte Eier im Kühlschrank. Sondern auch zu viel Bärlauch. In einer Ecke des Gartens oder neben dem Sitzplatz, in der Wiese bei der Bushaltestelle oder im Waldstück auf der täglichen Jogging-Strecke. Das Kraut wuchert nicht nur an jeder Ecke, der Schwager und die BürokollegInnen verschenken es auch noch Mayonnaiseglasweise in Form von Pesto oder Spätzli, sodass es auch noch den Kühlschrank vollstellt.

Aber geben Sie ihm noch eine Chance. Zusammen mit gekochten Eiern und einigen weiteren Zutaten lässt sich damit nämlich eine Sauce machen, die als Aufstrich für einen Toast oder zu Kartoffeln einen schönen Zmittag geben:

  • 3 gekochte Eier, in kleine Würfel gehackt
  • 1 Zwiebel, gehackt
  • 20 Blätter Bärlauch, gehackt
  • 125 g Griechisches Joghurt
  • 1 EL Senf
  • 5 EL Mayonnaise
  • Salz und Pfeffer

Alles verrühren.

Vinaigrette für Spargel

Ja, auch der Spargel hat Saison. Und dazu passt nicht nur eine Sauce hollandaise, sondern auch diese Vinaigrette aus gekochtem Ei:

  • 2 gekochte Eier; das Eiweiss in kleine Stücke hacken, das Eigelb etwas zerdrücken
  • 1 Frühlingszwiebel, fein geschnitten
  • 1 TL Senf
  • 3 EL Olivenöl
  • 1,5 EL Essig
  • Salz und Pfeffer

Alles vermischen. Kann auch mit Radieschen oder anderen Kräutern wie Kresse ergänzt werden. Passt am besten zu grünem Spargel, der erst in Olivenöl gebraten und dann einige Minuten gedämpft wurde.

Ei-Schinkengipfel

Planen Sie in den Tagen nach Ostern einen Apéro? Oder brauchen Sie gut dosierbare Zwischenverpflegung? Schinkengipfeli lösen beide Probleme. Und wenn Sie dabei gut die Hälfte des Schinkens mit einem gekochten Ei ersetzen, ist das ebenso lecker.

  • 2 Blätterteige ausgewallt, rund
  • 1 rohes Ei
  • 2 gekochte Eier, gehackt
  • ca. 160 g Schinken, gehackt
  • 3 EL Rahmquark
  • 3 EL Reibkäse (z. B. Gruyère)
  • 3 EL Petersilie, gehackt
  • 1 TL Senf
  • wenig Salz

Die Blätterteige in acht Kuchenstücke schneiden. Das rohe Ei verquirlen und auf die Seite stellen. Die restlichen Zutaten für die Füllung gut verrühren. Jeweils rund ein Esslöffel der Füllung auf die breite Seite der Blätterteigstücke positionieren und dann zu Gipfeli rollen. Die fertigen Schinken-Ei-Gipfeli auf ein Blech legen, mit dem verquirlten Ei bestreichen. Im 220 Grad heissen Ofen 15-20 Minuten lang backen.

Eier im Fleischrock

Vegetarier mögen Eier nicht nur, weil sie lecker sind, sie sind auch eine Quelle von Proteinen. Doch Eier müssen Fleisch nicht ersetzen, man kann sie auch zusammen essen: So lassen sich ein oder zwei Eier im Hackbraten zu verstecken. Etwas eleganter sind Scotch Eggs. Diese schottischen Eier werden mit einer Fleischmasse umhüllt. Erfunden wurde das aber nicht in den Highlands. Die Highlander schauten sie wohl in britischen Kolonialdiensten in Indien ab – dort heissen sie Nargis Kebabs. Es lässt sich also für viele Geschmäcker umformen. Hier eine Variante mit eher nahöstlichem Flair:

  • 4 gekochte Eier
  • 250 g Hackfleisch, Rind oder Lamm
  • 1 Zwiebel, fein gehackt
  • 2 Zehen Knoblauch, fein gehackt
  • 2 EL gehackte Petersilie
  • 1 TL Kreuzkümmel
  • 1 TL Paprika
  • 2 TL Ras el Hanout
  • 1 verquirltes Ei
  • ca. 50 Gramm Paniermehl

Die Masse verrühren und etwas verkneten. Dann die Masse in vier Portionen teilen. Nicht ganz einfach ist es, die Eier sauber mit der Masse zu umhüllen. Dafür kann man eine Plastik- oder Alufolie zu Hilfe nehmen. Eine Portion darauf zu einem Kreis drücken, rund einen halben Zentimeter dick. Dann das Ei in die Mitte legen und mit der Folie umwickeln. Die fertigen Eier-Kebabs auf allen Seiten gut durchbraten.

Eier-Curry

Zu wenig würzig? Nun, mit diesem Eiercurry gehen wir nicht nur ganz nach Indien, Sie werden damit auch einen ganzen Haufen Eier los. Für diese Variante eines Eier-Currys nehmen wir sechs davon, mit etwas mehr Sauce passen aber auch mehr hinein ... und es ist ziemlich schnell fertig.

Zutaten:

  • 6 gekochte Eier
  • 1 grosse Zwiebel, fein gehackt
  • 2 Knoblauch Zehen, gepresst oder gehackt
  • 2 cm Ingwer, gerieben oder gehackt
  • 1 Chilischote
  • 2 TL gute Currymischung
  • 1 TL Koriandersamen, gemahlen
  • 1 TL Kreuzkümmel, gemahlen
  • 2 TL Kurkuma
  • 1/2 TL Chilipulver
  • 2 Fleischtomaten, püriert oder fein gewürfelt, oder Pelati
  • ca 1 dL Wasser und/oder Kokosmilch
  • Koriandergrün, gehackt

Zubereitung: Erst die gekochten Eier schälen und einige Male leicht einschneiden. In einer Pfanne etwas Öl erhitzen und die Eier darin anbraten, einen TL Kurkuma, etwas Salz und das Chilipulver würzen. Die Eier darin wenden und nach wenigen Minuten wieder herausnehmen und beiseite stellen.

Für die Sauce erst Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer und die Chilischote in Öl andünsten. Nach zwei Minuten die Gewürze bis auf das Koriandergrün dazugeben, kurz weiterdünsten. Dann die Tomaten dazugeben und ebenfalls andünsten. Etwas Wasser dazugeben und fünf bis zehn Minuten köcheln lassen. Wer's mag, kann auch Kokosmilch nehmen – ebenfalls weiterköcheln bis die Sauce etwas dick ist. Die Eier darin wieder erhitzen, Koriandergrün dazugeben und fertig. Dazu passt Basmatireis oder indische Fladenbrote.

Tipps: Die Sauce kann man natürlich auch mit etwas Gemüse erweitern –zum Beispiel Lauch, Zucchini oder Kartoffeln passen gut dazu. Auch mit den Gewürzen darf man ruhig experimentieren.

En guete!

Genuss-Redaktor Kaspar Enz mit seinen frisch zubereiteten Ei-Speisen.

Genuss-Redaktor Kaspar Enz mit seinen frisch zubereiteten Ei-Speisen.

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