Eistee selber machen: Erfrischung für den heissen Sommer

Schwarztee, frisch gepresster Zitronensaft und Eiswürfel zum Kühlen: Eistee selber machen ist nicht schwer. Gerade im Sommer ist das Getränk ein erfrischender und beliebter Durstlöscher, der sich beliebig variieren lässt.

Christoph Sulser
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Das perfekte Sommergetränk: Beim Eisteemachen sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. (Bild: Getty)

Das perfekte Sommergetränk: Beim Eisteemachen sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. (Bild: Getty)

Schon Winston Churchill soll gesagt haben: «Ich habe den Tee lieber kalt und gelb.» Böse Zungen behaupten, der ehemalige Premierminister Grossbritanniens habe sich bei dem Spruch auf Whisky bezogen. Und wahrscheinlich haben sie damit auch recht. Zwar gilt England als die Tee-Nation schlechthin, die Briten schlürfen das Getränk jedoch fast ausnahmsweise heiss. Dies im Gegensatz zu den Schweizern, die zur Weltspitze gehören, was den Eisteekonsum pro Kopf betrifft. Nur die Japaner und Taiwanesen konsumieren noch mehr.

Von St.Louis in die Welt hinaus

Die Idee, frisch gebrühten Tee kalt zu servieren, stammt aus Amerika. Schon 1795, als in South Carolina Tee angebaut wurde, gab es die ersten Rezepte. Das Gebräu wurde damals gerne mit diversen Alkoholika gemischt und als Punsch getrunken.

Bis gekühlter Tee jedoch so richtig populär werden sollte, dauerte es nochmals rund 100 Jahre. Erst mit der Weltausstellung 1904 in St.Louis begann der Siegeszug des Eistees. Der Kaufmann Richard Blechyden verkaufte dort gekühlten Schwarztee. Messebesucher aus dem ganzen Land waren von diesem «iced tea» begeistert und nahmen das Rezept mit nach Hause.

Der Klassiker- Vier Teebeutel Schwarztee und zwei Teebeutel Hagebuttentee auf einen Liter Wasser nehmen. - 3 bis 4 Minuten ziehen lassen. - Beutel entfernen und nach Belieben süssen.- Etwas Zitronensaft hinzugeben.- Mit Eiswürfel auf Zimmertemperatur abkühlen, dann im Kühlschrank eine bis zwei Stunden ziehen lassen.(Bild: Christoph Sulser)
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Grüntee mit Kiwi- Fünf Teebeutel Grüntee auf einen Liter Wasser nehmen. - 3 bis 4 Minuten ziehen lassen. - Beutel entfernen und nach Belieben süssen.- Saft einer halben Limette hinzugeben.- Kiwi schälen und in dünnen Scheiben hinzugeben.- Mit Eiswürfeln auf Zimmertemperatur abkühlen, dann im Kühlschrank eine bis zwei Stunden ziehen lassen.- Vor dem Konsum wahlweise Tee absieben oder zusammen mit Kiwischeiben servieren.(Bild: Christoph Sulser)
Brennnesseltee mit Ingwer- Fünf Beutel Brennnesseltee auf einen Liter Wasser nehmen. - 5 bis 10 Minuten ziehen lassen. - Beutel entfernen und nach Belieben süssen.- Saft einer Orange hinzugeben.- 2 cm frischen Ingwer in dünnen Scheiben hinzugeben.- Mit Eiswürfeln auf Zimmertemperatur abkühlen, dann im Kühlschrank eine bis zwei Stunden ziehen lassen.- Vor dem Servieren Tee absieben.(Bild: Christoph Sulser)

Der Klassiker
- Vier Teebeutel Schwarztee und zwei Teebeutel Hagebuttentee auf einen Liter Wasser nehmen.
- 3 bis 4 Minuten ziehen lassen.
- Beutel entfernen und nach Belieben süssen.
- Etwas Zitronensaft hinzugeben.
- Mit Eiswürfel auf Zimmertemperatur abkühlen, dann im Kühlschrank eine bis zwei Stunden ziehen lassen.
(Bild: Christoph Sulser)

In die Schweiz gelangte das Getränk 1948, als der Lebensmittelkonzern Nestlé Eistee in Pulverform, den «Nestea», lancierte. Dass die Schweizer zu den führenden Eisteekonsumenten der Welt gehören, kommt also nicht von ungefähr. Dazu beigetragen hat sicherlich auch die Migros, welche ab 1984 begann, ihren eigenen, bis heute erfolgreichen und im Thurgau produzierten Eistee zu verkaufen.

Weniger Zucker ist mehr

Bei der Hülle und Fülle an Marken und Geschmacksrichtungen, die sich heute in den Verkaufsregalen der Grossverteiler finden, stellt sich die Frage, weshalb man Eistee überhaupt selber herstellen sollte? Zum einen, weil es Spass macht! Zum anderen, der Zuckergehalt ist in den meisten angebotenen Eistees enorm hoch. Je nach Marke und Geschmacksrichtung enthält ein Liter Tee zwischen 16 und 20 Würfelzucker pro Liter. Auch wenn beim klassischen Eistee das Wechselspiel zwischen Süssem und Saurem gerade den geschmacklichen Reiz ausmacht – so viel Zucker muss es dann doch nicht sein.

Ob man ganz auf Zucker verzichten will, ist natürlich jedem selbst überlassen, aber weniger ist oft mehr. Mit der Zeit gewöhnt man sich an die weniger süsse Variante des Eistees und möchte es nicht mehr anders haben. Ausserdem bieten sich diverse Produkte als Alternative zum gewöhnlichen Zucker an: Für Kalorienbewusste eignet sich Reissirup und Zuckerersatz wie Stevia oder Erythrit. Wer nicht ganz so fest auf seine Linie achten muss, kann auch auf Honig, Agavedicksaft, Ahornsirup oder Fruchtsäfte zurückgreifen.

Mit der Weltausstellung 1904 in St.Louis im US-Bundesstaat Missouri begann der Siegeszug des Eistees. (Bild: Getty)

Mit der Weltausstellung 1904 in St.Louis im US-Bundesstaat Missouri begann der Siegeszug des Eistees. (Bild: Getty)

So gelingt's Schritt für Schritt:

  • Als Basis für den Eistee eignen sich neben frisch aufgebrühtem Schwarz- und Grüntee auch Früchte- und Kräutertees. Die Teesorten lassen sich auch gut untereinander mischen.
  • Für einen Liter Wasser kann man gut und gerne fünf bis sechs Teebeutel verwenden. Durch das Abkühlen mit Eiswürfeln verwässert sich der Tee im Nachhinein.
  • Nach dem Aufbrühen – je nach Teesorte bis zu 5 Minuten – den Tee zunächst süssen, dann mit Eiswürfeln abkühlen. So wird der Tee nicht bitter (gilt besonders für Schwarz- und Grüntee).
  • Wenn der Aufguss Zimmer­temperatur erreicht hat, den Tee in den Kühlschrank stellen, damit er nicht trüb wird.
  • Alternativ kann man den Tee auch kalt ansetzen und im kalten Wasser 2 bis 3 Stunden ziehen lassen.

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