Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Eine Oase im Neubauquartier

Jürg Ackermann
Schlössli Haggen: ein kleines, frühbarockes Juwel am St.Galler Stadtrand. (Bild: Hanspeter Schiess)

Schlössli Haggen: ein kleines, frühbarockes Juwel am St.Galler Stadtrand. (Bild: Hanspeter Schiess)

Als Johannes Boppart 1644 sein Schlösschen baute, tobte in Europa gerade ein langwieriger, grausamer Krieg. Der St.Galler Hauptmann, der aus spanischen Diensten zurückgekehrt war, liess sich vom Dreissigjährigen Krieg glücklicherweise nicht beeindrucken. Boppart schuf mit dem Schlössli Haggen nämlich ein kleines frühbarockes Juwel, an dem sich die Restaurant-Besucher noch heute erfreuen. Ein Kleinod, das in einem Neubau-Quartier wie Bruggen mit seinen wenigen geschichtsträchtigen Gebäuden besonders ins Auge sticht. Wirt Adem Özütürk weiss diese Lage am St.Galler Stadtrand zu schätzen. Und das nicht nur, weil er wegen der Nähe zur ebenfalls von Johannes Boppart architektonisch entscheidend ­geprägten Kapelle St.Wolfgang auch immer mal eine Hochzeitsgesellschaft begrüssen darf. Im Sommer auch im schönen Garten. Seit vier Jahren wirtet Özütürk mit seiner Frau Andrea Richle, die auch als Chorleiterin und Theaterpädagogin wirkt, ­erfolgreich im Schlössli. Er schafft ­dabei den Spagat zwischen Quartierbeiz und Speiserestaurant, das wegen des guten Essens Gäste aus der Stadt oder von weiter her anlockt. Zu Recht!

Zartes Angusbeef mit Risotto

Das Viergangmenu (71.–) entpuppte sich als Entdeckung – mit einem angesichts der grosszügigen Portionen sehr stimmigen Preis-Leistungs-Verhältnis. Die schottischen Rauchlachsfilet-Tranchen mit Mango-Türmchen überzeugten dabei ebenso wie das zarte und geschmackvolle Angusbeef mit Balsamicojus, Safran-Risotto und Gemüse. Hervorragend schmeckte die Curryschaumsuppe mit Kartoffelchips, auch wenn der Anspruch des Restaurants weit davon entfernt ist, ein Gourmettempel zu sein. «Ich mache gutbürgerliche Küche plus», sagt Özütürk. Mit Plus meint er eine Prise asiatischen und mediterranen Stil, der sich schon bei der Begrüssung (Brot mit Paste aus Oliven und getrockneten Tomaten) bemerkbar macht. Zu den beliebten Klassikern gehören die Kalbsleberli mit Rösti (34.50) oder das Beefsteak Tatar (19.50.–/29.50.), wobei letzteres an unserem Testabend wegen des intensiven Cognac-Geschmacks nicht restlos überzeugte. Auch wenn es leider nur wenige Tropfen im Offenausschank gibt, gefällt die Weinkarte mit ihrer Vielfalt (Schwerpunkt Schweiz, Österreich und Südeuropa) und ihren vernünftigen Preisen. Äusserst zuvorkommend ist der Service. Das hat wohl auch mit der Vielseitigkeit des Chefs zu tun. Özütürk startete seine lange Karriere in der St.Galler Gastronomie im Service. Noch als 35-Jähriger absolvierte er im «Engelis» eine Kochlehre, wirtete danach zwölf Jahre im «Benedikt» in der Altstadt, führte zwischendurch auch das «Barcelona», ehe er das Schlössli Haggen übernahm, das seit 100 Jahren der Stadt St.Gallen gehört.

Schlössli Haggen

Haggenbergstrasse 94, 9014 St.Gallen, Tel. 071 277 31 01, info@schloessli-haggen.ch, www.schloessli-haggen.ch

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag von 11 bis 23 Uhr. Karte: Hauptgerichte 24.50 bis 46 Franken, 4-Gang-Menu 71 Franken

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.