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Der Café Crème trotzt allen Trends

Wer denkt, das ganze Land trinke nur noch spezielle Kaffees, liegt falsch. Am häufigsten serviert wird immer noch die gute alte Tasse mit dem «Cremli» auf dem Teller.
Silvia Schaub
In den Siebzigerjahren wurde das Kaffeerahm-Deckeli zum Sammlerstück. Bild: PD

In den Siebzigerjahren wurde das Kaffeerahm-Deckeli zum Sammlerstück. Bild: PD

In der Schweiz werden jährlich pro Kopf 1110 Tassen Kaffee getrunken. Spezialitätenkaffees spielen dabei eine immer wichtigere Rolle. Bisher konnte aber noch keine Bewegung den Café Crème verdrängen. In jeder Mensa, jeder Cafeteria liegen Kaffeerähmli oder werden auf dem Tellerli neben der Tasse in Restaurants serviert. Eine Umfrage bei 17 Cafés in 8 Schweizer Städten zeigt: Der Kaffee Crème wird immer noch am häufigsten verkauft.

Die besten Cafés der Schweiz

Specialty Coffee ist in aller Munde – vor allem in Zürich, das als Kaffeezentrum der Schweiz gilt. Wer noch tiefer in die Kaffee-Welt eintauchen will, notiert sich folgendes Datum: Vom 1. bis 3. März findet das erste Schweizer Coffee-Festival in der Halle 622 in Oerlikon statt.

In Zürich haben sich innovative Kaffeemacher niedergelassen. Besonders zu empfehlen sind: «La Stanza» (Bleicherweg 10), Café Noir (Neugasse 33) oder «169 West» (Weststrasse 169). Schlicht «Coffee» nennt sich der Shop vom Schweizer Barista-Meister Shem Leupin (Grüngasse 4), und im «Mame» (Josefstrasse 160) geniesst man den Kaffee von Emi Fukahori, der neuen Weltmeisterin. Sie setzte sich im November in Brasilien gegen 90 professionelle Baristas durch und gewann in der Kategorie World Brewers Cup. Aber auch in anderen Städten kann man dem Kaffeegenuss auf höchstem Niveau frönen, so etwa im Café Frühling in Basel, im «Colonial» und «Adrianos» in Bern, im Café Kafoj in Biel oder im «Bohnenblühn» in Schaffhausen.

Junge mögen die Milchvarianten lieber

Kaffeevorlieben sind auch eine Frage des Alters: Die italienischen Varianten Latte macchiato und Cappuccino haben in den letzten 20 Jahren vor allem bei den Jungen Boden gutgemacht. Sie mögen die Milchvarianten lieber als den Kaffee Crème. In Cafés für junges Publikum wie zum Beispiel im Café Frühling in Basel oder im Spettacolo in Zürich werden sie häufiger bestellt als der Kaffee Crème. Er wird aber auch dort nicht verschmäht und ist in beiden Kaffeesalons die Nummer 2. Im Vergleich zu vor 20 Jahren hat der Crème dennoch an Marktanteil verloren. Das bestätigt André Burri, Besitzer der «Aarauerstube» in Aarau. Er stellt fest, dass wir insgesamt nicht weniger Kaffee trinken. Da das Angebot viel breiter sei als früher, verteile sich der Konsum aber auf mehrere Kaffeearten. Vor 20 Jahren habe es an den meisten Orten wenige Alternativen zum «Crème» gegeben, das sei heute anders. Burri: «Früher konnte eine Kaffeemaschine vielleicht drei verschiedene Kaffees produzieren – heute gibt es zehn Knöpfe. Es ist deshalb nicht erstaunlich, dass der Kaffeemarkt zersplittert.»

Lange galt der Café Crème als der Schweizer Nationalkaffee schlechthin. Der Cremige erreichte endgültig Kultstatus in den 70er-Jahren, als die Industrie die Kaffeerahmdeckel mit idyllischen Alpenlandschaften verzierte und zum Sammlerstück machte. Fortan waren die Schweiz und ihr «Kafi Crème» unzertrennlich. Noch heute trotzt er allen Trends und Modebewegungen, die den Kaffeemarkt in den letzten Jahren revolutionieren wollten. Seinen ersten Platz in den Porzellantassen der Schweiz dürfte er noch einige Jahre behalten.

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