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Der klassische Aperol Spritz ist langweilig geworden – das sind seine Alternativen

Weg mit dem Aperol. Andere Spritz-Varianten sind origineller und ebenso prickelnd und erfrischend.
Niklaus Salzmann
Bild: Shutterstock

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Spirituose, Wein oder Prosecco, Mineralwasser: Diese drei Zutaten ergeben einen Spritz. Die eine Variante davon, der Aperol Spritz, hat in den vergangenen Jahren halb Europa überschwemmt. Durch seine Omnipräsenz langweilt er uns inzwischen. Also auf zu neuen Kreationen – denn der Spritz hat auch ohne Aperol grosses Potenzial.

Seine scheinbare Leichtigkeit verdankt der Spritz dem Spritzer Mineralwasser – und daher kommt vermutlich auch sein Name. Erfunden worden ist er im 19. Jahrhundert in der Gegend um Venedig. Venetien hatte damals zum Kaiserreich Österreich gehört. Und da die Österreicher das Bier gewohnt waren, das weniger Alkohol enthält als Wein, begannen sie den Wein mit Wasser zu versetzen.

Dadurch drohte das Getränk allerdings wässrig zu schmecken. Somit musste wiederum etwas Kräftigeres hinzugefügt werden – und hier kommt der Aperol ins Spiel, der genau zu diesem Zweck entwickelt wurde. Er wurde 1919 an einer Messe in Padua der Öffentlichkeit präsentiert. Lange wurde er hauptsächlich in Venetien getrunken. Erst als Campari vor fünfzehn Jahren Aperol aufkaufte und eine offensive Werbekampagne startete, wurde er zum Allerweltsgetränk.

Höchste Zeit nun, den hundert Jahre alten Aperol beiseitezustellen, um dem Spritz neuen Schwung zu verleihen. Mit unseren Tipps lassen sich mit wenig Aufwand und ohne Vorkenntnisse fantasievolle Varianten kreieren. Sie passen hervorragend zu einem kalten Apéroplättchen am Nachmittag oder den frühen Abendstunden eines heissen Tages.


Das Bittere

Der Aperol enthält gleich drei bittere Zutaten: Bitterorange, Chinarinde und gelben Enzian. Ihnen ist es zu verdanken, dass das Getränk trotz Süsse nicht allzu lieblich wird. Wer also seinem Spritz Charakter verleihen will, sorgt für eine bittere Komponente. Die einfachste Variation: Aperol durch Cynar ersetzen. Origineller ist das Spiel mit Enzian, das sich gerade in der Schweiz anbietet: Die Pflanze wächst bekanntlich im Jura und in den Alpen, und es gibt hierzulande einige Produzenten, welche die Wurzeln zu Spirituosen verarbeiten. Eine leichte Bitterkeit im Spritz muss aber nicht unbedingt in der Spirituose stecken, sie kann auch mit Bitter Lemon oder Grapefruitsaft erreicht werden.

Die Spirituose

In der Regel ist die Spirituose die Hauptzutat eines Spritz, die den Geschmack prägt. Der Spielraum ist gross. Bei Gästen gut ankommen dürften die Szene-Spirituosen der letzten Jahre wie Ingwerlikör, Gin, Lillet. Aber auch Limoncello, Wodka oder Campari kommen infrage. Zu bedenken ist, dass Aperol nur 11 Prozent Alkohol enthält (er gilt damit streng genommen gar nicht als Spirituose). Der Alkoholgehalt von Gin oder Wodka ist dagegen massiv höher. Gerade an heissen Sommertagen besteht also die Gefahr, dass ein Spritz rasch zu einem schweren Kopf führt. Wer dieses Risiko minimieren will, kann sogar ganz auf Spirituosen verzichten und stattdessen etwa einen Ingwershot beigeben.

Der Wein

Der Klassiker ist Prosecco. Er bietet sich schon deshalb an, weil er aus Venetien stammt – also aus jener Region, wo sowohl der Spritz als auch der Aperol erfunden wurden. Wer sich aber an den historischen Ursprüngen orientieren will, nimmt Weisswein statt Prosecco. Auch Rosé kann verwendet werden, zu Aperol etwa passt er gut. Nicht empfehlenswert ist allzu billiger Wein oder Prosecco, schlechte Qualität kann durch das Mischen mit anderen Zutaten nicht wirklich vertuscht werden. Nach oben hingegen ist alles offen: Wer es edel will, nimmt Champagner.

Die Kohlensäure

In vielen Spritz-Rezepten ist von Soda die Rede, ohne das klar wird, was damit genau gemeint ist. Soda ist die englischsprachige Bezeichnung für Natron. Ein Sodawasser enthält also eigentlich nebst Kohlensäure auch Natron. Für den Spritz tut es aber jedes kohlensäurehaltige Wasser. Es passen auch Limonaden – wer beispielsweise Chinotto nimmt, hat wieder die Bitterorange dabei, die auch im Aperol steckt. Oder wieso nicht mal eine schweizerische Variante mit dem Grapefruit-Süssgetränk Pepita?

Die Süsse

Falls die Mischung nicht schon durch Likör oder Limo süss genug ist: einen Spritzer Sirup beigeben. Je nach Spirituose könnte beispielsweise Holunder-, Ingwer- oder Zitronensirup passen. Mit dem Sirup ergibt sich auch eine letzte Gelegenheit, dem Getränk Farbe zu geben. Denn das Auge trinkt mit, wie der Erfolg des Aperol beweist. Wie wäre es mit einem Schuss Granatapfelsirup? Oder, angelehnt am Aperol, Rhabarber? Doch Vorsicht: Allzu viel Zucker nimmt dem Getränk den Charakter.

Die Garnitur

Die Komposition sieht perfekt aus, wenn sie mit einer Scheibe Limette und ein, zwei Blättern Minze dekoriert wird. Dabei geht es um mehr als nur Zierde. Der Duft der Garnitur steigt in die Nase und erhöht den Genuss. Limette oder Zitrone passt zu fast allem, zu vielen Spirituosen geht auch Orange. Beim Gin Spritz kommt Gurke ins Spiel, die sich farblich auch schön mit Zitrone kombinieren lässt. Bei den Kräutern gibt es ebenfalls spannendere Varianten als die offensichtliche: Rosmarin oder Thymian statt Minze.

Der Mix

Klassisch ist die 3-2-1-Mischung: Zuerst Eiswürfel ins Glas. Danach drei Teile Schaumwein oder Wein, zwei Teile Spirituose, ein Teil Sprudelwasser beigeben. Dass gewisse Getränkeproduzenten einen höheren Anteil des von ihnen produzierten Getränks empfehlen, darf getrost ausgeblendet werden. Wer aus dem Handgelenk mischt, statt abzumessen, muss darauf achten, den Drink nicht zu verwässern. In vielen Rezepten heisst es zum Wasser schlicht: einen Spritzer.

Enzian-Spritz

60 ml Enzian-Likör, zum Beispiel Suze oder Souboziane
90 ml Prosecco
1 Schluck Holundersirup
30 ml Mineralwasser
Eiswürfel
1 Scheibe Limette als Deko

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