Aufgetischt: Die Eglis überzeugen nicht nur bei den Einmachgläsern

Das Restaurant Egli in Gossau lockt mit einer schnörkellosen, aber auch geschmack- und fantasievollen Küche. Unser Besuch wurde zu einer kulinarischen Reise ins Engadin.

Jürg Ackermann
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Pedro Egli und Yvonne Egli mit einer ihrer Spezialitäten - Eingemachtes in Gläsern

Pedro Egli und Yvonne Egli mit einer ihrer Spezialitäten - Eingemachtes in Gläsern

Bild: Ralph Ribi

Konstanz ist in der Gastronomie ein Qualitätsmerkmal. Denn lange am gleichen Ort wirken kann nur, wer sich bei der Zubereitung der Speisen jeden Tag von neuem beweist und die Gäste überzeugt - so wie Yvonne und Pedro Egli.

Es kann deshalb kaum ein Zufall sein, dass die Eglis seit 26 Jahren im gleichnamigen Restaurant an der St.Gallerstrasse in Gossau wirten. Mit offensichtlich anhaltendem Erfolg wie unser Besuch vergangene Woche zeigte.

Die versierten Gastgeber verlieren selbst dann nicht den Überblick, wenn das Restaurant wie an diesem Abend bis auf den letzten Platz gefüllt ist. Gastgeberin Yvonne Egli kam immer wieder vorbei und berichtete von früheren Zeiten, als sie und ihr Mann Lehr- und Wanderjahre im Engadin und im Tessin verbrachten.

Quitte ist seine Lieblingsfrucht

Ums Engadin dreht sich auch an diesem Abend alles. Denn wie jedes Jahr sind im «Egli» auch in diesem Winter zwei Monate einem speziellen Thema gewidmet. Die Lebensmittel kommen in vielen Fällen direkt von Lieferanten von Sils bis St.Moritz – oder aus der Region. Die meisten von ihnen kennen die Eglis persönlich.

Unsere kulinarische Reise führt vom «karamellisierten Ziegenkäse aus Isola mit Quittenessig und süsssauren Kürbiswürfel aus dem Einmachglas» (14.–), über die im Buchweizenteig gebackenen Veltliner Käsekuglen (13.–) und die sehr schmackhaften Rindsfiletstreifen an Rötelisauce mit Röstikuchen (39.–) bis zum Mousse au Chocolat mit eingelegter Zwetschge und Zimtschaum (6.50.–). Im «Egli» wird schon bei der Vorspeise klar: Hier wird schnörkellos gekocht, ohne Hang zum Schnickschnack und trotzdem sehr geschmack- und fantasievoll, mit eigener kulinarischer Handschrift. Einzig die etwas üppig geratene Schlagrahmportion beim Dessert, die den Fokus vom hervorragend schmeckenden, selbst gemachten Quittensorbet mit Quittenlikör (9.50.–) leicht ablenkte, hätte auch kleiner ausfallen können. Nicht schwer zu erraten übrigens, dass die vitaminreiche und in der Küche oft verkannte Quitte zu den Lieblingslebensmitteln von Egli gehört, dessen Eltern an gleicher Adresse jahrzehntelang ein Café führten.

Auch wenn das etwas aus der Zeit gefallene Interieur, das an die 1970er- und 1980er-Jahre erinnert, vielleicht nicht ganz zum kulinarischen Niveau passt, fühlt man sich im «Egli» schnell wohl. Es gibt bei einem Restaurantbesuch schliesslich nichts Besseres, als von jemandem bewirtet zu werden, der offensichtlich weiss, was er tut – und das mit viel Hingabe, Leidenschaft und Liebe zum Detail. Das gilt auch bei den Einmachgläsern, einer Spezialität des Hauses. Pedro Egli fängt damit quasi den Sommer ein – mit Früchten und Gemüse aus der Ostschweiz, die er ohne Zusätze oder Haltbarmacher konserviert. Das Eingemachte verwendet er für Speisen oder man kann es nach dem Essen für zu Hause kaufen, um sich noch lange an einen gelungenen Abend im «Egli» zu erinnern.

Restaurant Egli

St. Gallerstrasse 137
9200 Gossau
Telefon: 071 385 90 30
info@restaurant-egli.ch
www.restaurant-egli.ch

Öffnungszeiten: Di - Fr 10.30 bis 23.30 Uhr, Sa 7 bis 23.30 Uhr.

Karte: Hauptgerichte 20.– bis 39.–. 4-Gang-Menü 59.–. Noch bis zum 7.März Engadiner Spezialitäten.