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Aufgetischt: Im Restaurant Zur Werkstatt wird alles leer gegessen

Wer heute im hart umkämpften Gastromarkt erfolgreich bestehen will, muss nicht nur gut kochen, sondern am besten auch mit einer besonderen Idee auffallen. Das vor zwei Monaten neu eröffnete Restaurant Zur Werkstatt an zentralster Lage in der St.Galler Innenstadt tut beides.
Jürg Ackermann
Im Restaurant «Zur Werkstatt» kann man dem Koch bei der Arbeit über die Schulter schauen. (Bild: Lisa Jenny)

Im Restaurant «Zur Werkstatt» kann man dem Koch bei der Arbeit über die Schulter schauen. (Bild: Lisa Jenny)

Die Vermeidung von Lebensmittelvergeudung ist im Restaurant Zur Werkstatt ein zentrales und angesichts des Klimawandels ein auch aktuelles Thema. Experten schätzen, dass in der Schweiz ein Drittel aller Lebensmittel verschwendet werden. Dazu trägt auch die Gastronomie bei. Mancherorts soll Quantität die fehlende Qualität ersetzen. In zu vielen Restaurants werden noch immer zu viele Menus in zu grossen Portionen angeboten, von denen Gäste manchmal nur die Hälfte essen.

Ein Menu pro Abend

In der «Werkstatt» passiert das nicht. Am Mittag holen sich die Gäste die Portionen selber am Herd ab und die Teller des dreigängigen Überraschungsmenüs am Abend (Fr. 48.–/ 58.–) werden bewusst klein gehalten. Wer noch Hunger hat, kann jederzeit Nachschlag bestellen, auch vom Hauptgang mit Fleisch, der noch in der Pfanne frisch gekocht auf den Tisch kommt. Zum Konzept gehört es auch, dass abends nur ein Menu (mit Fleisch/vegetarisch) angeboten wird.

Auch mittags gibt es ein Menu (Fr. 25.–), das täglich wechselt. Am Montag heisst das Thema beispielsweise «vegetarisch», am Freitag «Fisch». Dieser Minimalismus ist nur konsequent, denn kaum ein Restaurant schafft es, viele Speisen gleichzeitig auf hohem Niveau anzubieten, ohne bei der Frische Konzessionen zu machen oder Food Waste zu produzieren.

In der «Werkstatt» wird nicht nur mit Slogans operiert, die zum ökologischen Zeitgeist passen, sondern auch lecker gekocht, wie unser Testabend zeigte. Nach dem fantasievollen Salat zum selber Mischen mit Feigen, sautierten Waldpilzen und Parmesan, gab es einerseits das rosa gebratene Rindsentrecôte an einem sehr schmackhaften Kürbisrisotto mit Kohlrabi und Linsen und in der vegetarischen Variante denselben Kürbisrisotto mit Kohlrabi-Piccata. Für einen Aufpreis (Fr. 12.–) kann man einen Zwischengang oder einen Dessert dazu bestellen, an diesem Abend ein Thunfischtatar mit Meerrettichschaum oder ein Mandarinen-Pannacotta mit karamellisierten Nüssen.

Dass hier alles frisch zubereitet wird, davon können sich die Gäste mit eigenen Augen überzeugen. Die Küche steht mitten im Restaurant, man kann dem Koch bei der Arbeit über die Schulter schauen. Beim Abschied blieb nur eine Frage unbeantwortet: Warum entscheiden sich nicht mehr Restaurants für ein Konzept, das nicht nur kulinarisch überzeugt, sondern auch der Essensverschwendung konsequent den Kampf ansagt?

Zur Werkstatt

Marktplatz 11, 9000 St. Gallen
Tel. 071 226 09 90.
kontakt@zurwerkstatt-sg.ch
www.zurwerkstatt-sg.ch

Öffnungszeiten: Mo bis Fr 11.30–14 Uhr sowie ab 17 Uhr, Sa ab 10 Uhr.

Karte: Mittagsmenu (mit Getränk u. Dessert 25.–), Menu am Abend (48.–/58.–), samstags Brunch (58.–)

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