Es wird Herbst – Zeit um die Wohnung mit elegantem Zubehör aufzumöbeln

Es muss nicht gleich eine neue Polstergruppe sein. Multifunktionale Kleinmöbel geben jedem Raum einen neuen Touch, brauchen wenig Platz und kosten nicht die Welt.

Rahel Koerfgen
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Multifunktional: Der «Stool CC» von Rex Kralj macht sich gut als Hocker, als Beistelltisch oder Blumenständer. Ab 334 Franken, seleform.ch
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Wandschmuck: Auf dem «Round Dorm»-Regal von Ferm Living finden kleine Erinnerungsstücke Platz. Ab 130 Franken, bei connox.ch oder mooris.ch
Designklassiker: Das «Componibili» von Kartell gibt es neu aus Bioplastik. Ab 130 Franken, etwa bei Globus, Interio oder Glaxus.
Funktionell und schlicht: Der Kleiderständer «Loop Stand» von Hay braucht wenig Platz und sieht überall stylish aus. 185 Franken, Interio.

Multifunktional: Der «Stool CC» von Rex Kralj macht sich gut als Hocker, als Beistelltisch oder Blumenständer. Ab 334 Franken, seleform.ch

Anna Castelli Ferrieri war eine kühne Frau. Vor gut 50 Jahren kreierte sie ein Möbelstück, das das Wohndesign revolutionieren sollte: Ihre 1967 lancierten «Componibili», kleine runde Container aus Kunststoff mit zwei oder drei Fächern, entsprachen so gar nicht dem formellen Wohnen damals. Aber Castelli traf den Zeitgeist ins Mark, er schrie nach dem Ende der klassischen Raumaufteilung.

Plötzlich setzte man ein grosses Fragezeichen vor Komplettgarnituren wie Schrankwände oder wuchtige Kommoden, die Zeit ihrer Existenz am selben Ort platziert waren, weil angesichts ihres Gewichts und ihrer Grösse unverrückbar. Die Leute wollten mehr Abwechslung, spielerische, flexible Komponenten. Und weil die «Componibili» überall hinpassten, jederzeit woanders platziert werden konnten und im Baukastensystem kombinierbar waren, schlug der Entwurf von Castelli ein wie eine Bombe.

Seither sind die «Componibili» aus Italien ein Dauerbrenner, sie gehören zu den Verkaufsschlagern der Firma Kartell, die Castelli zusammen mit ihrem Mann Giulio 1949 gegründet hatte. Neu sind die kleinen Container auch aus Bioplastik erhältlich und in den verrücktesten Farben und Mustern.

Sie eignen sich zur Aufbewahrung von Schmuck oder Büromaterialien, als Nachttisch oder Kompagnon zum Lesesessel. Gestapelt entsteht daraus ein ganzes Regal, das auch eine raffinierte Lösung im Bad sein kann – als Alternative zu den langweiligen Badezimmermöbeln.

Wenn ein Hocker nicht mehr nur ein Hocker ist

Wer sich im Herbst also danach sehnt, sein Zuhause ein wenig aufzupeppen, aber nicht gleich eine neue Polstergruppe oder ein neues Bett anschaffen möchte, fährt mit Kleinmöbeln richtig gut. So klein sie sind, so gross ist deren Wirkung auf die Umgebung. Ausserdem lassen sie eng bemessene Räume luftiger wirken.

Wichtig bei solchen Kleinmöbeln: ihre Multifunktionalität. Diese Eigenschaft ist schon fast eine Bedingung der Konsumenten geworden, und entsprechend gut verkaufen sich solche Möbelstücke. Vorbei also die Zeiten, in denen ein Stuhl nur ein Stuhl war.

Wohl deshalb erfährt der «Stool CC» von Rex Kralj eine Neulancierung. Noch vor den «Componibili» im Jahr 1954 vom slowenischen Designer und Architekten Niko Kralj entworfen, fügt er sich perfekt in die heutige Zeit des flexiblen Wohnens ein. Aus Eiche oder Walnussholz gefertigt, macht er sich nicht nur als Hocker gut, sondern auch als Beistell- und Nachttisch sowie als Blumenständer.

Wenn ein Möbelstück hybrid ist, ist die Wahrscheinlichkeit auch grösser, dass wir lange Zeit Freude an ihm haben. Und das ist ja ganz im Sinne des aktuellen Strebens nach Nachhaltigkeit.

Anders gedacht: Ein Regal, das rund statt eckig ist

Wie die «Componibili» und der «Stool CC» gehört der «Loop Stand Hall» zu den Möbelklassikern, wenngleich der Kleiderständer erst vor wenigen Jahren vom Dänen Leif Jørgensen konzipiert wurde. Der «Loop Stand» hat sich fast schon mit Lichtgeschwindigkeit zu den Bestsellern des skandinavischen Labels Hay entwickelt.

Das filigrane Gestell passt nicht nur prima ins Schlafzimmer – und nimmt im Gegensatz zu anderen Kleiderständern weniger Platz weg – es macht auch als Garderobe eine Falle und sorgt gerade in kleinen Wohnungen dafür, dass der Eingangsbereich nicht überladen, sondern modern wirkt.

Und wer keine Lust darauf hat, seine Wände mit riesigen Regalen zu verbauen, sollte sich das «Round Dorm»-Regal des hippen Brands Ferm Living ansehen. Klein, rund statt eckig und Platz für die schönsten Erinnerungsstücke. Apropos Multifunktionalität: Mit den Fächern eignet sich das Regal auch bestens als Tischdeko oder Serviertablett.