Erotik vom Affen

Anbagger Was tun, wenn man immer noch Single ist? Holländische Experten laden zum Workshop in den Zoo.

Thomas Burmeister/dpa
Merken
Drucken
Teilen
Bonobos kennen alle Stellungen – und machen sehr gerne Sex.

Bonobos kennen alle Stellungen – und machen sehr gerne Sex.

Sein Bett sei stets aufgewühlt, bekannte einst Mick Jagger im Song «Monkey Man». Kein Wunder, schliesslich sei er ein Affenmann und seine liebestolle Freundin «a monkey, monkey woman». Um von unseren engsten Verwandten im Tierreich zu lernen, sollen Paarungsinteressierte sich davon jetzt in Apenheul (etwa: Affenheim) überzeugen, dem auf Primaten spezialisierten Zoo in der Stadt Apeldoorn.

Den Affen in sich entdecken

«Wir unterscheiden uns auch in dieser Hinsicht weniger von Affen als wir glauben», sagt der Biologe Patrick van Veen. Der Initiator des Affenworkshops für Singles ist überzeugt, dass die von Experten begleitete Beobachtung von Schimpansen, Gorillas oder auch Makaken wertvolle Rückschlüsse für das eigene Dating-Verhalten ermöglicht.

Bekannt wurde Van Veen mit Seminaren für Manager, denen am Verhalten von Affen gezeigt wird, wie sie einen besseren Führungsstil entwickeln können. Dem gegenseitigen Lausen, lehrt er, entspreche der Kaffeeklatsch im Büro, den man im Interesse des Betriebsklimas keineswegs unterdrücken dürfe. Hunderte von interessierten Führungskräften kamen bisher zu seinen Seminaren unter dem Motto «Manager entdecken den Affen in sich».

Ratgeber nützen nichts

Weil das Verhalten von Affenhorden nicht nur in der Geschäftswelt, sondern auch bei der Partnersuche dem des Menschen ähnele, seien herkömmliche Dating-Ratgeber kaum hilfreich, sagt der Primatenmann. «Da steht, was wir anziehen und was wir sagen sollen, aber es wird übersehen, wie sehr die Instinkte mitspielen.» Auch die Werbung verstellt uns demnach oft den Blick für das Wesentliche. Die für gewisse Deosprays zum Beispiel, die Erfolg bei Frauen verspricht, wenn Mann nur gut riecht.

«Am natürlichen Geruch des Gegenüber kann eine Frau unbewusst erkennen, ob sein Immunsystem zu ihrem eigenen passt», sagt Van Veen. «Das kommt aus unseren Achselhöhlen. Die sprayen wir mit Deos zu.»

Die Bonobos finden es schön

Der Termin für den ersten affenerotischen Workshop am 9. Oktober ist kein Zufall. «Unsere Makaken und Totenkopfaffen sind dann mitten in der Paarungssaison», sagt Apenheul-Sprecherin Anouk Ballot. Schliesslich gehe es ja nicht nur um Anmache, sondern auch um den praktischen Teil.

Dabei sind die Bonobos unschlagbar. «Die kennen sämtliche Stellungen aus dem Kamasutra», verspricht Van Veen. «Sie sind äusserst aktiv, aber nicht allein um sich fortzupflanzen. Sie machen es mehrmals am Tag, um Stress abzubauen oder weil sie es einfach schön finden.»