Biologe
Er schwamm mit Haien und kämpfte für sie – nun ist Erich Ritter gestorben

Der Zürcher Biologe Erich Ritter kannte Haie wie kaum jemand sonst. Mit teils draufgängerischen Methoden kämpfte er darum, das Image dieser Tiere aufzupolieren. Und machte dabei auch selber mit ihren Zähnen Bekanntschaft. Am Freitag ist er in Florida an einem Herzleiden gestorben.

Niklaus Salzmann
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Mit Workshops und Kursen arbeitete Ritter daran, seine geliebten Haie von ihrem schlechten Ruf zu befreien.

Mit Workshops und Kursen arbeitete Ritter daran, seine geliebten Haie von ihrem schlechten Ruf zu befreien.

Peter Jaeggi

«Hunde beissen meistens härter als Haie», pflegte Erich Ritter dem Publikum in seinen Vorträgen zu sagen. Der am Freitag verstorbene Hai-Experte aus Zollikon sprach aus Erfahrung. Hundebisse kannte er aus seiner Jugend, als er Blumen aus der Gärtnerei der Eltern austrug. Haibisse aus seinem Erwachsenenleben als Forscher.

Kopf, Waden, Hände, Rücken: Kaum ein Körperteil, an welchem er nicht schon Haizähne zu spüren bekommen hatte. Doch waren es Bisse? Er bezeichnete es in Analogie zu den Hunden als Schnappen. Ernsthaft gebissen wurde er ein einziges Mal, bei Dreharbeiten zu einer TV-Doku von einem Bullenhai in die Wade, nur knapp überlebte er damals. Gestorben ist er nun mit 61 Jahren in seinem Haus in Florida an einem Herzleiden.

Süsse Haie, dumme Menschen

Den grössten Teil seines Lebens verbrachte Erich Ritter in Gegenden, wo Haie vorkommen. Zurück in die Schweiz kam er regelmässig, um in Vorträgen seine Botschaft zu verbreiten: Haie sind besser als ihr Ruf. Leicht hinkend – ein Überbleibsel des Bullenhai-Unfalls – betrat er jeweils die Bühne und sprudelte in Zürichdeutsch los, beschrieb den einen Hai als süss und den anderen als frustriert, und wenn das Wort «dumm» fiel, dann bezog es sich immer auf Menschen.

Den Doktortitel in Biologie hatte Erich Ritter einst an der Universität Zürich mit einer Arbeit über Egli erlangt, doch schon damals interessierten ihn Haie. Deren Verhalten schien ihm nicht mit dem Image des blutrünstigen Menschenfressers übereinzustimmen. Also trat er den Beweis an: Er lockte Haie mit Futter an und ging zu ihnen ins Wasser.

Fünf Haiopfer auf Hunderttausende Ertrunkene

Daneben analysierte er die weltweit gemeldeten Unfälle mit Haien. Das Wort «Angriff» vermied er, da es den Haien seiner Einschätzung nach meist um ein neugieriges Erkunden eines Objekts mit dem Mund ging. Würden gewisse Haiarten dagegen den Menschen tatsächlich als Beute betrachten, gäbe es viel mehr Todesfälle, argumentierte er. 2019 starben weltweit fünf Personen durch Haie. Ertrunken sind Hunderttausende.

Seine Forschungsergebnisse publizierte Ritter meist gemeinsam mit einem Statistiker der Universität West Florida. Mit seiner «Shark School» brachte er aber auch ganz praktisch Taucherinnen und Tauchern bei, wie sie sich gefahrlos Haien im Meer nähern können. Diese Kurse führte er in verschiedenen Kontinenten durch, von den Malediven übers Rote Meer bis nach Südafrika. Besonders viel Zeit verbrachte er auf den Bahamas, die nicht allzu weit von seinem Wohnort in Florida entfernt lagen, aber weniger strenge Haftpflicht-Vorschriften haben: Dort konnte er zu Forschungszwecken auch Studierende mit Haien schwimmen lassen.

Auf den Bahamas war es auch, wo Erich Ritter 2002 nach dem Wadenbiss durch einen Bullenhai beinahe verblutete. Wenn er darüber sprach, schien noch Jahre später ein kleiner Groll durchzuschimmern. Nicht gegen den Hai. Sondern gegen den Mitarbeiter, der ihn vor dem nahenden Hai hätte warnen sollen. Ritter sagte manchmal:

Unter Haien fühle ich mich viel besser als unter Menschen.

Seine Mission war denn auch nicht in erster Linie, Menschen vor Haien zu schützen. Vielmehr wollte er das Image der Haie aufpolieren, um sie vor den Menschen zu schützen.

Diese Prominenten sind 2020 verstorben:

29. Dezember: Der Schweizer Architekt Luigi Snozzi stirbt im Alter von 88 Jahren an den Folgen einer Corona-Infektion. Er zählte zu den Erneuerern der Tessiner Architektur.
62 Bilder
29. Dezember: Der französische Modeschöpfer Pierre Cardin stirbt im Alter von 98 Jahren in Frankreich.
16. Dezember: Alt Bundesrat Flavio Cotti stirbt im Alter von 81 Jahren. Als CVP-Mitglied gehörte er dem Bundesrat von 1987 bis 1999 an.
12. Dezember: John Le Carré, der durch seine Spionageromane weltbekannte Schriftsteller, stirbt im Alter von 89 Jahren an einer Lungenentzündung.
11. Dezember: Der Schweizer Bildhauer Erwin Rehmann stirbt im Alter von 99 Jahren in Laufenburg.
3. Dezember: Die deutsche Schauspielerin Jutta Lampe stirbt im Alter von 82 Jahren in Berlin.
2. Dezember: Valéry Giscard d’Estaing, französischer Politiker und ehemaliger Staatspräsident stirbt an den Folgen einer Corona-Infektion.
28. November: Der britische Schauspieler und« Darth-Vader»-Darsteller David Prowse stirbt im Alter von 85 Jahren nach kurzer Krankheit.
25. November: Fussballgott Diego Maradona erliegt im Alter von 60 Jahren einem Herzinfarkt.
23. November: Karl Dall, deutscher Fernsehmoderator, Sänger und Komiker stirbt im Alter von 79 Jahren in Lüneburg an den Folgen eines Schlaganfalls.
20. November: Der deutsche Star-Friseur Udo Walz stirbt im Alter von 76 Jahren an den Folgen eines Diabetes Schocks.
31. Oktober: Bond-Legende Sean Connery stirbt im Alter von 90 Jahren auf den Bahamas.
25. Oktober: Der deutsche Bundestags-Vizepräsident Thomas Oppermann bricht kurz vor einem Interview zusammen und stirbt dann später mit nur 66 Jahren im Krankenhaus.
19. Oktober 2020: Spencer Davis (links), der britische Rockmusiker und Mitbegründer der Band «Spencer Davis Group» stirbt im Alter von 81 Jahren an den Folgen eines Herzinfarktes.
12. Oktober: Die US-amerikanische «Two and a Half Men»-Darstellerin Conchata Ferrell stirbt im Alter von 77 Jahren.
6. Oktober 2020: Der niederländisch US-amerikanische Rockmusiker Edward Van Halen stirbt mit 65 Jahren an Kehlkopfkrebs. Das Ausnahmetalent auf der E-Gitarre war Mitbegründer der Rockband "Van Halen".
6. Oktober: Der US-Musiker Johnny Nash, (Hit: «I Can See Clearly Now»), stirbt im Alter von 80 Jahren.
6. Oktober: Der deutsche Journalist, Kabarettist und Entertainer Herbert Feuerstein stirbt im Alter von 83 Jahren. Feuerstein war 20 Jahre lang Chef des Satire-Magazins «MAD».
27. September: Der ehemalige deutsche Wirtschaftsminister Wolfgang Clement stirbt im Alter von 80 Jahren an Lungenkrebs.
23. September: Die französische Chansonsängerin und Ikone Juliette Greco stirbt im Alter von 93 Jahren.
21. September: Der französische Schauspieler Michael Lonsdale stirbt im Alter von 89 Jahren.
28. August: Uli Stein, einer der bekanntesten Cartoonisten Deutschlands, stirbt im Alter von 73 Jahren.
15. August: Robert Trump (links), der Bruder von Donald Trump, stirbt im Alter von 71 Jahren.
11. August: Der US-amerikanische Popsänger Trini López stirbt im Alter von 83 Jahren an der Folgen einer Covid-19-Erkrankung.
25. Juli: Die amerikanische Filmlegende Olivia de Havilland stirbt im Alter von 104 Jahren in Frankreich.
25. Juli: Gitarrengott Peter Green stirbt ist im Alter von 73 Jahren. Er war Mitbegründer der legendären Band «Fleetwood Mac».
13. Juli: Der US-amerikanische Schauspieler und Modellbauer Grant Imahara stirbt im Alter von 49 Jahren an den Folgen eines Aneurysmas.
13. Juli: Benjamin Keough, Enkel des «King of Rock'n' Roll» Elvis Presley nimmt sich mit 27 Jahren das Leben.
6. Juli: Film-Komponist Ennio Morricone ("Spiel mir das Lied vom Tod") stirbt 91-jährig.
19. Juni: Der britische Schauspieler, der vor allem als Bilbo Beutlin in «Herr der Ringe» bekannt wurde, stirbt im Alter von 88 Jahren.
12. Juni: Nationalrat Albert Vitali (FDP/LU) erliegt kurz vor seinem 65. Geburtstag einem Krebsleiden.
31. Mai: Der Künstler Christo, der vor 25 Jahren auch das Reichstagsgebäude in Berlin verhüllte, ist tot. Er starb in New York im Alter von 84 Jahren.
26. Mai: Der ehemalige Berner SVP-National- und Regierungsrat Bernhard Müller stirbt 89-jährig.
24. Mai: Die amerikanische Schlagzeug-Legende Jimmy Cobb stirbt in New York.
19. Mai: Bauunternehmer Walter Beller stirbt zuhause mit 71 Jahren. Bild: Mit Ehefrau Irina Beller.
12. Mai: Die deutsche Fotografin und Künstlerin Astrid Kirchherr fotografierte die Beatles – und wurde mit ihnen berühmt: Sie stirbt im Alter 81 Jahren.
12. Mai: Die französische Schauspiel-Legende Michel Piccoli stirbt im Alter von 94 Jahren.
9. Mai: Der US-Amerikaner Little Richard, der Pionier des Rock'n Roll, stirbt mit 87 Jahren.
8. Mai: Roy Horn (links), ein deutsch-US-amerikanischer Zauberkünstler, stirbt im Alter von 75 Jahren in Las Vegas an einer Corona-Infektion.
25. April: Der schwedische Schriftsteller Per Olov Enquist stirbt mit 85 Jahren.
23. April: Der ehemaliger deutsche Arbeits- und Sozialminister Norbert Blüm stirbt im Alter von 84 Jahren.
14. April: Der renommierte Berner Gegenwartskünstler Markus Raetz stirbt mit fast 79 Jahren. Der Maler, Zeichner und Objektkünstler hat in seinem umfangreichen Werk immer wieder die gewohnte Wahrnehmung unterlaufen.
12. April: Formel 1-Legende Stirling Moss stirbt im Alter von 90 Jahren in London.
1. April: Der amerikanische Musiker Adam Schlesinger (52) stirbt an den Folgen einer Corona-Infektion. Der Emmy- und Grammy-Preisträger wurde 52 Jahre alt.
1. April: Der amerikanische Jazz-Pianist Ellis Marsalis aus New Orleans stirbt an den Folgen einer Coronavirus-Infektion.
30. März: Die US-amerikanische Soul-Legende Bill Withers («Ain't No Sunshine»), stirbt im Alter von 81 Jahren in Kalifornien.
25. März: US-Schauspieler Mark Blum (hier mit Schauspielerin Sharon Lawrence) stirbt mit 69 Jahren an den Folgen einer Covid-19-Infektion. Blum wurde mit Filmen wie "Desperately Seeking Susan" und "Crocodile Dundee" bekannt.
24. März: Der Asterix-Zeichner Albert Uderzo stirbt mit 92 Jahren an einem Herzinfarkt.
20. März: Kenny Rogers stirbt mit 81 Jahren. Der Country- und Popmusiker schuf Hits wie «Island In The Stream» und «Lucille».
8. März: Der schwedische Schauspieler Max von Sydow stirbt mit 90 Jahren in Paris. Er wurde in den 1950er Jahren durch seine Zusammenarbeit mit dem schwedischen Regisseur Ingmar Bergman bekannt, später war er auch in Blockbustern wie «Star Wars» zu sehen.
6. März: Der Us-Amerikaner McCoy Tyner, einer der einflussreichsten und bedeutendsten Pianisten des Jazz, stirbt im Alter von 81 Jahren.
25. Februar: Ägyptens Langzeitmachthaber Husni Mubarak stirbt im Alter von 91 Jahren. Mubarak stand fast 30 Jahre an der Spitze des bevölkerungsreichsten Landes der arabischen Welt.
17. Februar: Die Tastenkombination «Copy and Paste» spart Zeit und sorgt für Ärger. Nun ist ihr Erfinder Larry Tesler 74-jährig gestorben.
15. Februar: Die britische Fernsehmoderatorin Caroline Flack wird tot in ihrer Wohnung gefunden. Die 40-Jährige soll Suizid begangen haben. Sie hätte sich Anfang März 2020 vor Gericht verantworten sollen, weil sie im Dezember 2019 ihren Freund Lewis Burton attackiert hatte.
5. Februar: Die Hollywood-Legende Kirk Douglas stirbt im Alter von 103 Jahren.
1. Februar: Die Zürcher Radiolegende Elisabeth Schnell - hier 2005 im Berner Oberland - stirbt im Alter von 90 Jahren an den Folgen einer Erkrankung.
31. Januar: Eine der bekanntesten Schriftstellerinnen der Welt, die US-Amerikanerin Mary Higgins Clark, stirbt im Alter von 92 Jahren.
26. Januar: Der ehemalige Basketball-Superstar Kobe Bryant verunglückt bei einem Helikopterabsturz in Kalifornien und stirbt mit nur 41 Jahren.
21. Januar: Terry Jones, Mitglied der berühmten Komikergruppe Monty Python, stirbt im Alter von 77 Jahren in England. Jones litt während der letzten Jahre an starker Demenz und war in der Öffentlichkeit nur noch selten zu sehen.
20. Januar: Der deutsche Schauspieler Joseph Hannesschläger, hier mit seiner Ehefrau, verliert den Kampf gegen den Krebs im Alter von 57 Jahren. Seit 2002 war Hannesschläger als Kommissar in der ZDF-Kultserie "Die Rosenheim-Cops" zu sehen.
5. Januar: John Baldessari, amerikanische Künstler, wird 88 Jahre alt.
1. Januar: Martin Bundi, der frühere Bündner SP-Nationalrat setzte sich für die Natur und die rätoromanische Sprache ein. Er stirbt im Alter von 87 Jahren.

29. Dezember: Der Schweizer Architekt Luigi Snozzi stirbt im Alter von 88 Jahren an den Folgen einer Corona-Infektion. Er zählte zu den Erneuerern der Tessiner Architektur.

Foto: Keystone