Geburtstag der Woche: Roger Waters scheut keinen Streit

Der Mitgründer von Pink Floyd wird am Donnerstag 75. Von Altersmilde kann allerdings keine Rede sein.

Arno Renggli
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Roger Waters bei seinem Konzert in Zürich am 28. Mai. (Walter Bieri/Keystone)

Roger Waters bei seinem Konzert in Zürich am 28. Mai. (Walter Bieri/Keystone)

Mit ihm sollte man sich besser nicht anlegen: Roger Waters, als Pink-Floyd-Mitgründer ein Unsterblicher der Rockhistorie, geht keinem Konflikt aus dem Weg. So brach spätestens beim legendären Album «The Wall» (1979) ein Streit zwischen ihm und seinem kongenialen Partner David Gilmour aus. Als Waters Mitte der 80er-Jahre Pink Floyd verliess, machte Gilmour weiter. Unangenehm überrascht vom Erfolg, den die Band auch ohne ihn hatte, verklagte Waters Gilmour. Das indes ohne Erfolg. Am Donnerstag wird Waters 75.

Altersmilde scheint für ihn indes ein Fremdwort zu sein. Wie früher stellt er heute noch Krieg, Machtmissbrauch oder die Überwachung des Indivi­duums an den Pranger, aktuelle Zielscheibe ist etwa Präsident Trump. Und in den letzten Jahren engagierte er sich im Nahostkonflikt derart heftig für die Palästinenser und gegen die Politik Israels, dass ihm Anti­semitismus vorgeworfen wird.

Nebst allem oder vor allem aber ist Roger Waters ein grosser Musiker. Solche Alben wie «Dark Side Of The Moon» (1973), «Wish You Were Here» (1975) oder «Animals» (1977), die er mit Pink Floyd herausgab, werden in ihrer Komplexität heute kaum mehr produziert und schon gar nicht mehr verkauft. Auch als Solokünstler blieb er innovativ, obschon die grosse Beachtung ausblieb. Bei aller Genialität hatte sein Einstieg in die Musikwelt als Jugendlicher ganz profane Gründe, wie er einmal verriet: «Ich fing mit Rock ’n’ Roll an, weil ich flachgelegt werden wollte.»