Gesellschaft
«Er macht nichts – er will nur spielen»

Begegnungen mit Hunden und Hundehaltern können ihre Tücken haben. Damit Spaziergänger und Wanderer ohne Vierbeiner keine bösen Überraschungen erleben, liefern wir eine kleine, nicht ganz ernst gemeinte Typologie der Hundehalter und ihrer Begleiter.

Silvia Schaub
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Sie mögen diesen Hund nicht? Dann müssen Sie sich möglicherweise vor seinem Halter in Acht nehmen.iStock

Sie mögen diesen Hund nicht? Dann müssen Sie sich möglicherweise vor seinem Halter in Acht nehmen.iStock

Ammit Jack

Der Jogger

Sein Hund ist ebenso sportlich wie er selbst – und auch so schnell. Diese Hundehalter werden kein Wort mit Ihnen wechseln, weil das ihrer sportlichen Performance die entscheidenden Hundertstelsekunden rauben könnte.

Der Hund ist für sie ein Sportgerät und kein Knuddelobjekt. Deshalb sind sie schneller an Ihnen vorbei, als Sie sie überhaupt wahrnehmen können.

Nur: Wenn Sie ihnen im Wege stehen, könnte es zu unliebsamen Konfrontationen kommen.

Der Überbesorgte

Mit einer Strassenmischung würde er sich nie abgeben. Seine Hunde sind reinrassig, handlich und exklusiv. Weil er so viel Angst und Sorge um seinen Hund hat, wird er ihn bestimmt nicht in Ihre Nähe lassen.

Sie können ganz beruhigt sein: Sobald Sie sich näher als zehn Meter befinden, wird er ihn sofort an die Leine nehmen oder gleich im Handtäschchen versorgen. Denn Sie könnten ja versehentlich auf ihn draufstehen. Oder noch schlimmer: ein Hundedieb sein.

Der Soziale

Meist ist er in Begleitung einer Freundin oder eines Verwandten unterwegs. Diese plaudern pausenlos, bleiben immer wieder stehen und vergessen dabei, dass sie eigentlich des Hundes wegen unterwegs sind.

Das werden Sie leider zu spüren bekommen, weil der Hund meist ebenso sozial ist und von Ihnen gehätschelt werden möchte. Und wehe denn, Sie finden das nicht lustig! Dann werden Sie innerhalb weniger Minuten die ganze Lebensgeschichte und sämtliche Abenteuer des Vierbeiners erfahren – und vor allem, wie lieb er doch ist.

Der Soziophobiker

Sobald jemand des Weges kommt, wechselt er die Strassenseite, nimmt seinen Hund bei Fuss und geht, ohne Sie eines Blickes zu würdigen, an Ihnen vorbei.

Oft sind es Rentner, die ihre Aufgabe darin sehen, jedes Quäntchen Gehorsamkeit aus ihrem Hund zu pressen, um damit der Umgebung zu imponieren. Hier droht also absolut keine Gefahr.

Diese Hunde sind so gut abgerichtet, dass sie auch ohne Herrchen den Menschenkontakt wohl meiden würden. Denn sie wissen gar nicht, dass man auch frei herumspringen könnte.

Der Gleichgültige

Gassi-Gehen ist für diesen Hundebesitzer eine lästige Pflicht. Die als vergeudet empfundene Zeit möchte er deshalb sinnvoll nutzen. Zum Beispiel indem man das persönliche Sozialnetz in Gang hält.

Deshalb läuft er oft telefonierend oder tippend durch die Gegend – und der Hund gelangweilt neben her. Da ist es für den Vierbeiner doch ein gefundenes Fressen, wenn mal jemand vorbei spaziert, der ihm etwas Aufmerksamkeit zuwendet.

Und falls Sie nicht darauf ansprechen, wird er Sie bestimmt schwanzwedelnd, hochspringend oder bellend daran erinnern. Wer den direkten Hundekontakt nicht besonders schätzt, sollte diesen Haltern – und Hunden – aus dem Weg gehen.

Der Einsteiger

Er hat erst seit kurzem einen Hund oder muss kurzfristig mit dem Hund der Freundin Gassi gehen und ist deshalb noch ein bisschen unbeholfen im Umgang mit ihm.

Das gibt er gerne auch zu und warnt Sie eventuell schon von weitem. Nur nützt Ihnen das nicht viel. Meist ist sein Hund noch jung und verspielt und freut sich über jede neue Begegnung. Am besten gehen Sie ohne Blickkontakt an ihm vorbei, sonst werden Sie sicher angesprungen.

Der Rudelhalter

Er taucht immer mit mindestens drei oder mehr Hunden auf, wovon meist nicht alle ihm gehören, sondern Freunden oder Nachbarn.

Er hat einfach Spass daran, mit einer ganzen Horde unterwegs zu sein. Das weist darauf hin, dass er einige Übung mit Vierbeinern hat und diese in der Regel auch gut im Griff hat.

Trotzdem kann mal etwas aus dem Ruder laufen, weil er plötzlich die Übersicht verliert. Ein gewisser Abstand ist hier ratsam, will man nicht gleich vom ganzen Rudel überrollt werden.

Der Unverbesserliche

Er hat überhaupt kein Verständnis dafür, dass man Hunde einfach nicht mögen kann und vielleicht sogar noch Angst vor ihnen hat. Wenn Sie den Spruch hören «Er macht nichts – er will nur spielen», ergreifen Sie am besten gleich die Flucht.

Vor allem wenn Sie bei Regenwetter mit heller Kleidung unterwegs sind und sich den anschliessenden Gang in die Reinigung sparen wollen.

Diskussionen können Sie sich ebenso sparen, Sie werden damit sonst womöglich noch als Hundehasser und potenzieller Hundevergifter abgestempelt.

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