Enzyklopädie für alle

Die Wissenssammlung «Encyclopaedia Britannica» öffnet sich neuerdings auch für Beiträge ihrer User.

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Die 240 Jahre alte englischsprachige Wissenssammlung «Encyclopaedia Britannica» wagt mit dem Start einer neuen Online-Version endgültig den Schritt ins Web-2.0-Zeitalter. Vor dem Hintergrund der steigenden Konkurrenz durch Internet-Nachschlagewerke wie Wikipedia und Googles hat sich das britische Unternehmen dazu entschlossen, sein Lexikon für die Online-Community zu öffnen. Nach Vorbild der Konkurrenz ist es Usern somit künftig auch möglich, ihre eigenen Beiträge in die Enzyklopädie einzustellen oder bestehende zu bearbeiten. «Wir wollen aber kein weiteres Wikipedia sein», erklärt Jorge Cauz, Präsident der «Encyclopaedia Britannica», gegenüber der britischen Tageszeitung «Times». Alle eingeschickten User-Beiträge und Ergänzungen würden vor ihrer Veröffentlichung von Redaktoren einer genauen redaktionellen Prüfung unterzogen.

Trotz des Zugeständnisses in Richtung Mitmachkonzept wird die «Encyclopaedia Britannica» in Zukunft auch weiterhin vorwiegend auf die 2500 bis 4500 Experten aus den eigenen Reihen setzen, um das Nachschlagewerk mit Inhalten zu füllen. Durch die Öffnung für User-Beiträge will man aber auch auf die Suche nach neuen Mitarbeitern gehen.

«Die <Britannica> wird vor allem im akademischen Umfeld genutzt. Viele der Topuniversitäten der Welt verwenden unsere Enzyklopädie. Mit dem aktuellen Schritt wollen wir die vielen Experten erreichen, die vielleicht etwas zu sagen haben, das unsere Inhalte verbessern kann», erläutert Cauz.

Er sei generell davon überzeugt, dass der Ansatz der stärkeren Miteinbeziehung der User künftig nicht nur für Nachschlagewerke zunehmend an Bedeutung gewinnen werde. Er glaube, dass es in Zukunft in allen verschiedenen Medienbereichen ein symbiotisches Verhältnis zwischen Redaktoren und Leserschaft geben werde. (pte)

www.britannica.co.uk

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