Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Ein Ausflug auf die Ufenau

Die grösste Insel der Schweiz liegt im Zürichsee und gehört dem Kloster Einsiedeln.
Urs Bader
Die romanische Kirche St. Peter und Paul auf der Ufenau. (Bild: Urs Bader)

Die romanische Kirche St. Peter und Paul auf der Ufenau. (Bild: Urs Bader)

Ein Glück, dass wir in Rapperswil knapp das Schiff verpasst haben. Ziel des Sonntagsausflugs ist die Insel Ufenau im Zürichsee, und nun stehen wir in der «Rosenstadt» und haben eine Stunde Zeit, bis das nächste Schiff fährt. Die Stunde fühlt sich an wie ein kleines Stück geschenkte Zeit. Wir folgen zunächst der attraktiven Uferpromenade und erklimmen dann von seiner Nordseite den Schlosshügel. Auf dem Weg vorbei an der Pfarrkirche St. Johann und dem Schloss eröffnen sich immer wieder schöne Durchblicke in die Altstadt. Vom Lindenhof schliesslich geniesst man einen prächtigen Ausblick: auf den oberen Teil des Zürichsees, auf die Insel Lützel­au, hinter der sich die Ufenau fast ganz versteckt, sowie auf den Seedamm und den rekonstruierten historischen Holzsteg von Rapperswil nach Hurden auf der südlichen Landzunge zum Damm. Mit Fernsicht ist es an diesem Sonntag leider gar nichts, dunkle Wolken hängen am Himmel.

Geschenk von Kaiser Otto dem Grossen

Nun vertrauter mit der Topografie der Gegend, steigen wir am Rosengarten vorbei wieder hinunter zum Hafen. Der Raddampfer «Stadt Zürich» bringt uns in gut zehn Minuten hinüber zur südwestlich gelegenen Ufenau. Mit rund elf Hektaren Fläche ist es die grösste Insel der Schweiz – gleichwohl ist sie bei gemütlichem Gang in knapp dreissig Minuten zu umrunden. Als die Ufenau im Jahr 965 von Kaiser Otto dem Grossen dem Kloster Einsiedeln geschenkt wurde, war sie noch eine Halbinsel mit einer Landverbindung hinüber nach Hurden. Besiedelt war sie schon viel früher, sicher jedenfalls in der Römerzeit. Um das Jahr 200 stand an der Stelle der heutigen Kirche St. Peter und Paul ein gallo-römischer Tempel.

Zwei Kirchen, ein Gasthof

Das Kloster Einsiedeln wollte die Insel stets als Ort der Stille erhalten, sie aber gleichwohl der Öffentlichkeit zugänglich machen. Das mit der Stille gelingt nicht immer; selbst an diesem mit Wolken verhangenen Tag ist ein Kommen und Gehen. Man begegnet sich in der früheren Pfarrkirche, in der Kapelle St. Martin und schliesslich wieder im barocken Gasthaus zu den zwei Raben, das 1681 als Pächterhaus erbaut worden war. Die beiden Sakralbauten stammen aus dem 12. Jahrhundert und faszinieren mit interessanten Fresken im Innern. Damit sind aber auch schon drei von nur gerade fünf Gebäuden auf der Ufenau benannt, die zwei übrigen sind landwirtschaftlich genutzt. Dass es dabei blieb, ist ein Verdienst des Klosters. 2003 wurde ein Konzept verabschiedet, das die Instandstellung, die Aufwertung und den Erhalt der Insel mit ihrer Landschaft und ihren Bauten anstrebte. Mit der Wiedereröffnung des renovierten Gasthauses im April sind die Arbeiten daran nun mehr oder weniger abgeschlossen. Die Insel Ufenau ist jetzt ein kleines Gesamtkunstwerk aus Kultur und Natur mit schönen Uferpassagen, einem kleinen Flachmoor und einem gepflegten Weinberg. Im «Raben» geniessen wir daraus einen Federweissen, den die Einsiedler Klosterkellerei keltert, und essen dazu die an diesem Ort traditionellen Felchenknusperli.

Insel-Hopping nach Au bei Wädenswil

Derart gestärkt machen wir uns über Rapperswil wieder auf den Heimweg. Wer zeitig unterwegs ist, könnte sich – inspiriert vom Weissherbst – ein kleines Insel-Hopping gönnen und mit dem Schiff weiterfahren zur Halbinsel Au bei Wädenswil. Dort gibt es nämlich ein sorgfältig eingerichtetes Weinbaumuseum (für Einzelbesucher nur am Sonntagnachmittag geöffnet) mit einem grossen Sortengarten nebenan. Auf einer kleinen Erhebung thront ein Landgasthof mit grossartigem Panoramablick Richtung oberer Zürichsee. Und auch hier empfiehlt sich, sollte man dem heimischen Räuschling etwas zu sehr zugesprochen haben, ein Inselrundgang.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.