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Verfärbungen nach falsch gestochener Eiseninfusion: Haftpflicht zahlt nicht immer

Ein dunkel verfärbter Arm nach einer Infusion sei ein kosmetisches Problem, befand eine Haftpflichtversicherung. Dies, nachdem die eisenhaltige Flüssigkeit ins Gewebe statt in die Vene geflossen war.
Simon Maurer
Der verfärbte Arm nach der Eisentransfusion. (Bild: zvg)

Der verfärbte Arm nach der Eisentransfusion. (Bild: zvg)

Immer häufiger lassen sich Frauen beim Arzt die Eisenreserven auffüllen: In den letzten vier Jahren nahm der Umsatz mit den Antimüdigkeitspräparaten um 27 Prozent zu. Doch nicht alle Patientinnen wissen, dass die Behandlung eine unerwünschte Nebenwirkung zur Folge haben kann, deren Beseitigung nicht selten selbst bezahlt werden muss.

Die Innerschweizerin Rita Niederberger musste das diesen Frühling am eigenen Leib erfahren. Nachdem eine Blutuntersuchung ihr zu tiefe Eisenwerte bescheinigt hatte, ging sie zu ihrer Ärztin, um sich wie gewohnt eine Eiseninfusion stecken zu lassen. Im Gegensatz zu früheren Einläufen verspürte sie dieses Mal aber leichte Schmerzen während der Infusion.

Die Flüssigkeit floss ins Gewebe statt in die Vene

«Ich bin selber medizinische Praxisassistentin und weiss, dass das eigentlich nicht sein sollte», erzählt Rita Niederberger. «Doch ich wollte nicht besserwisserisch sein und die Angestellten meiner Ärztin belehren, deshalb habe ich nichts gesagt.» Sie hätte besser reklamiert, wie sich im Nachhinein zeigen sollte. Denn ein paar Stunden nach der Behandlung schwoll ihr Arm an und verfärbte sich schwärzlich.

Notfallmässig zeigte sie ihren Arm einem Spezialisten. Dieser erklärte ihr, dass die hässliche Verfärbung die Folge einer falsch gestochenen Eiseninfusion ist. Wenn die Nadelspitze nämlich nicht in einer Vene, sondern im Gewebe landet, verteilt sich die Eisenlösung dort, und die Flüssigkeit färbt den Arm schwärzlich ein.

«Seit der fehlgelaufenen Infusion werde ich etwa zweimal in der Woche von Fremden angesprochen, die meinen Arm sehen und wissen wollen, ob ich zu Hause geschlagen werde oder einen Unfall gehabt habe,» berichtet Rita Niederberger. Der schwärzliche Arm ist für sie sehr unangenehm, gerade im Sommer.

Eine Laserbehandlung hellt den Arm auf

Als Niederbergers Ärztin vom Vorfall erfuhr, sicherte sie ihr deshalb zu, den Fall ihrer Haftpflichtversicherung zu melden. Diese solle die Kosten für eine teure Laserbehandlung übernehmen, mit der sich die Verfärbung beseitigen lasse. Ohne Laserbehandlung kann es in manchen Fällen bis zu fünf Jahre dauern, bis die Färbung ganz verblasst ist.

Als der Bescheid der Versicherung dann aber eintraf, kam die Ernüchterung: Die Haftpflichtversicherung schrieb, sie zahle nicht für rein ästhetische Nebenwirkungen. Ausserdem sei allen Patientinnen bekannt, dass ein verfärbter Arm eine mögliche Nebenwirkung von Eiseninfusionen sei. Dieses Risiko müsse man sich vor der Behandlung bewusst machen.

Rita Niederberger ist von dieser Antwort enttäuscht. Es gibt auch Fälle von missglückten Eiseninfusionen, bei denen Haftpflichtversicherungen eine Laserbehandlung bezahlt haben. Ein befreundeter Anwalt riet Niederberger deshalb, den Entscheid juristisch anzufechten. Niederberger ist aber noch nicht sicher, ob sie das tun will, denn sie hat genug vom ganzen Ärger. Was ihr aber wichtig ist: «Die Leute sollen wissen, dass Eiseninfusionen nicht ohne Risiko sind. Und dass sie, wenn es so blöd läuft wie bei mir, am Ende ziemlich draufzahlen.»

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