Eis und Fleiss

Eiskunstlauf Bis zum grossen Applaus hat Katja viel zu üben: Sie arbeitet als Künstlerin bei «Holiday on Ice».

Bettina Kugler
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Gründliches Aufwärmen ist das A und O für Ekatarina. Ihr frostiger Arbeitstag auf der Eisbahn beginnt jeden Morgen in der Garderobe, mit Muskelübungen, die «Vogel Strauss» und «Seehund» heissen. Mit dem Dehnen und Turnen ist es natürlich noch nicht getan. Um nicht gleich wieder auszukühlen, trägt Katja Alusohlen, bequeme Kleidung und immer, unbedingt: Mütze oder Stirnband und Handschuhe.

Das ist denn auch das Allerwichtigste, was Katja und ihre Berufskollegen allen, die sich aufs Eis wagen, dringend raten: warm anziehen und schön aufwärmen vor den ersten Pirouetten! Vor allem die Handschuhe sind wichtig: Wer einmal zugeschaut hat, wie die Stahlkufen in der Werkstatt ihren letzten Schliff bekommen, begreift, warum. Der Hohlschliff macht es möglich, perfekt zu steuern und richtig rasant zu beschleunigen. Man kann sich an den Kufen bei einem Sturz auch höllisch schneiden.

Klar wird erst durch geduldiges Üben Kunst aus dem gleitenden Vergnügen. Katja, in Russland geboren, stand schon als Vierjährige auf Schlittschuhen. Entsprechend oft im Leben hat sie sich blaue Flecken auf dem Eis geholt. Inzwischen tanzt sie bei der Tournée-Show «Holiday on Ice». Von Ferien keine Spur!

Sechs Tage in der Woche drehen Katja und ihr Tanzpartner Igor Runde für Runde und studieren mit Regisseur Cameron die Abläufe, Gesten und Ausdruck der Choreographie – so nennt man die getanzten Nummern.

Jede einzelne Figur, jede Hebung und jeder Sprung muss sitzen. Wie so ein Laufweg aussehen kann – und wie ihn sich Katja einprägt –, siehst Du oben auf dem Choreographie-Blatt: mit sekundengenauen Angaben zur Musik und allen Salchows, Rittbergers, einfach, zweifach dreifach. Hopp, Katja!

Erst wenn es kinderleicht aussieht, hat die Eiskunstläuferin ihre Sache richtig gut gemacht. Wie eine Arabeske aufgebaut ist, zeigt uns Katja unten: gaaaaaaanz langsam.

Spirale, Oberkörper und freies Bein gestreckt, beschleunigen und… schönes Schweben. Das kann sie mit verbundenen Augen. Danach fährt die Eismaschine auf (nein, nicht die aus dem Küchenschrank) und hobelt die Rillen wieder glatt.

Jetzt bist Du dran! Oder Du bewunderst Katja noch im fertigen Kostüm, beim bunten Eiszauber: in einer Live-Show, im Fernsehen oder ihrem Berufstagebuch.

Markus Schädel, Kurt Haderer: Die Eisläuferin. Ab 6. Knesebeck Verlag, Fr. 19.70

Anlauf zur Arabeske: Schaut kinderleicht aus, ist aber grosse Kunst. Bitte nur mit Handschuhen nachmachen! (Bild: Markus Schädel/Knesebeck Verlag)

Anlauf zur Arabeske: Schaut kinderleicht aus, ist aber grosse Kunst. Bitte nur mit Handschuhen nachmachen! (Bild: Markus Schädel/Knesebeck Verlag)

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