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Die sächsische Schweiz: Eine Landschaft für Romantiker

Das Elbsandsteingebirge bei Dresden verdankt seinen ­Übernamen dem St. Galler Landschaftsmaler Adrian Zingg.
Thomas Veser
Die Basteibrücke im Elbsandsteingebirge. (Bild: Thomas Veser)
Adrian Zingg erinnerte sich im deutschen Gebirge an seine St. Galler Heimat. (Bild: PD)
2 Bilder

Eine Landschaft für Romantiker

Dass die Bastei schon im 19. Jahrhundert ein attraktives Ziel für sommerliche Ausflüge war, legt der Erlebnisbericht eines anonymen Zeitgenossen nahe. Mit Vesper und Getränken bewaffnet, balgten sich demnach Heerscharen von Besuchern erbittert und lärmend um die ­besten Plätze auf dem Aussichtsbalkon vis-à-vis der bekanntesten Gesteinsgruppe dieser Landschaft: «Man fühlt sich eher auf einem Jahrmarkt als an einem durch seine Naturschönheit ausgezeichneten Punkt», vermerkte der Verfasser pikiert.

Wolfsschlucht, Kuhstall, Schwedenlöcher, Lokomotive: Die bizarren Schöpfungen der Natur haben die Fantasie der Einheimischen bei der Namens­gebung seit jeher beflügelt. Während das dortige Hotel und der Gastronomiekomplex an der Bastei auf DDR-Zeiten zurückgehen, erinnert das «Schweizerhaus» mit Holzfassade an die Anfangsgründe des Fremdenverkehrs. Eine Dauerausstellung lässt die über 200-jährige Geschichte lebendig werden: Maler hielten die Ansichten in zahlreichen Landschaftsgemälden für die Nachwelt fest und bis heute zieht die Gegend Künstler an.

Ein grosser Teil des Gebirges steht auf sächsischer und tschechischer Seite als Nationalpark unter Naturschutz.

Caspar David Friederich hielt bei seinen Wanderungen verschiedene Impressionen fest und kombinierte sie in seinen Gemälden manchmal recht frei. Bernardo Bellotto, besser bekannt als Canaletto, porträtierte vorzugsweise Städte wie Dresden oder Gebäudeensembles in der Landschaft des Elbsandsteingebirges. Die typische, immer wieder verblüffende Detailtreue seiner Gemälde erzielte er mit einer Camera obscura.

Erinnerung an die Schweizer Heimat

Seit dem 18. Jahrhundert bürgerte sich der Begriff «Sächsische Schweiz» ein. Er stammt von Adrian Zingg und Anton Graff, zwei befreundeten Malern aus St. Gallen. Zingg, Lehrer an der Dresdner Kunstakademie, fühlte sich in ­diesem Teil seiner Wahlheimat an die Schweiz erinnert. Deswegen nannte man das Holzgebäude auf der Bastei später Schweizerhaus und Besucher des Elbsandsteingebirges Schweizerreisende. Als Begründer der Landschaftsmalerei im Elbsandsteingebirge hatte Zingg auch den Malerweg initiiert. Vor einem Jahrzehnt wurde er wiederbelebt, ausgebaut und mit Hinweistafeln versehen.

Insgesamt 112 Kilometer lang, besteht der überwiegend im Elbtal verlaufende Pfad aus acht thematischen Etappen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden.

Wanderungen durch die Felslabyrinthe der höher liegenden Abschnitte sind alles andere als langweilig, setzen jedoch bisweilen Kondition voraus. Oftmals sind Auf- und Abstiege relativ steil. Dazu schlug man Treppenstufen in das Gestein und sicherte Abschnitte mit Geländern. Bisweilen sind Schluchten über Leitern zu bewältigen, ab und zu führt der Pfad durch natürliche Felsdurch­gänge. Besonders für Kinder wird ein Ausflug zum Abenteuer, selbst in der Festung Königstein hoch über der Elbe: Nicht nur die Burgführer sind historisch gewandet, auch der Nachwuchs kann sich entsprechend einkleiden.

Eintrag ins Gipfelbuch

Die Felssporne des Elbsandsteingebirges dürfen übrigens nicht nur bewundert, sondern auch grösstenteils erklettert werden. Benutzt werden können lediglich bereits vorhandene Routen. Auch der Einsatz von Magnesiumpulver ist untersagt, um Farbveränderungen des Gesteins zu vermeiden. Oben angekommen, kann man sich in einem Gipfelbuch verewigen.

Als Ausgangspunkt für eine Tour empfiehlt sich der Kurort Bad Schandau, den man von Dresden aus in 45 Minuten per Regio-S-Bahn, an Bord eines Elbedampfers oder auf dem insgesamt ­ 1200 Kilometer langen Elbe-Fahrradweg erreicht. Ende des 19. Jahrhunderts hatte Hotelier Rudolf Sendig durch den Bau von Pensionen und Gästehäusern den Aufstieg des Ortes begründet. In jüngerer Zeit hat sich Bad Schandau ­zudem ein Thermalbad zugelegt.

Sendigs Grossaufzug führt zunächst zu einem Luchsgehege auf einem Hügel, dort beginnen auch die Wanderwege. Eigene Verpflegung muss man heute für eine Tour nicht mehr mitbringen. Alleine Bad Schandau verfügt über 15 Gasthäuser, die meisten davon haben gleich wie die Pensionen im Winterhalbjahr allerdings geschlossen, da nur sehr wenige Besucher den Weg dorthin finden. Ganzjährig geöffnet sind hingegen das Ausflugslokal Schrammsteinbaude am Waldrand sowie das im Nachbarort Schmilka am Elbufer gelegene Hotel Helvetia, das ebenfalls an die Namensgeber der Sächsischen Schweiz erinnert. Beiden Häusern ist gemeinsam, dass sie sich als Wegbereiter der mit Bioprodukten regionaler Herkunft zubereiteten ­Küche verstehen.

www.saechsische-schweiz.de

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