Ein Molekularkoch hat ihn mitentwickelt: Jetzt gibts den ersten Gin Coffee

Ein Koch, ein Kaffeeröster und ein Schnapsbrenner haben sich zusammengetan für den ersten Gin Coffee.

Katja Fischer De Santi
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Fusion zweier Leidenschaften:  «The Gin Coffee».

Fusion zweier Leidenschaften: «The Gin Coffee».  

Bild: pd

Gin und Kaffee, zwei Getränke, die äusserst hartnäckig und raffiniert auf der Zeitgeistwelle surfen. Beide werden von ihren Anhängern fast kultisch verehrt, und Menschen, welche einen guten Espresso schätzen, verwalten auch fast immer eine anständige Gin-Sammlung im Haus. Kein Wunder also, wird immer mal wieder an einer Fusion der beiden Hit-Getränke laboriert. Vor zwei Jahren kam dabei ein Drink namens «Gin Tonic Coffee» heraus, der mit seiner Kombination aus kaltem Kaffee, Gin, Tonic, Zitrone und Eis müde Geister sofort wieder munter machte.

Der neuste Wurf in Sachen Verheiratung von Gin und Kaffee kommt aus der Ostschweiz, nennt sich «The Gin Coffee», ist ein Destillat klar wie Wasser und soll das Beste aus einem Cold-Brew-Kaffee und einem Dry Gin in einer Flasche vereinen.

Kalt gebrauter Kaffee wird destilliert und abgemischt

«Die genaue Mischung bleibt ein Geheimnis», sagt Rolf Caviezel. Der Molekularkoch tüftelt leidenschaftlich an neuen Produkten. Bei Roger Bähler, Geschäftsleiter von Turm Kaffee, und dem Brenner Oliver Matter, Inhaber von Matter Spirits, stiess er mit der Idee eines Gins, der mit dem Aroma von Kaffeebohnen versetzt wird, auf Begeisterung. Der Gin und der kalt gebraute Kaffee aus Honduras werden dafür in separaten Brennhäfen destilliert und erst im Anschluss gemischt.

Das Resultat riecht in der Nase zuerst einmal gar nicht nach Kaffee, sondern erstaunlich zitronig und frisch. Von einer «zarten Orangenblüte und einer dezenten Note nach Wacholder» schreiben die Hersteller. Andere wollen Kardamom oder Birne herausgeschmeckt haben. Mit 43 Volumenprozent Alkohol kommt der Gin zudem mit einer ziemlich dominanten Schärfe daher.

Frischer Zitronengeschmack, aber kein Kaffeearoma

Auch im Gaumen ist dieser Gin nichts für Anfänger, dafür fehlt ihm das Liebliche und Würzige von populären Sorten wie Hendrick’s oder Monkey 47. Erst im Abgang würde sich sein Kaffeearoma entfalten, schreibt Turm Kaffee auf seiner Website.

Unsere Testgaumen waren dafür wohl zu wenig fein austariert, Kaffee konnten wir beim besten Willen keinen herausschmecken. ­Gefallen haben wir aber an der Kombination eines Espresso mit einem Gläschen dieses Gins gefunden. Auch als Grundlage für den eingangs erwähnten Gin Tonic Coffee eignet sich das ­Destillat mit seiner Frische und Stärke perfekt.

Fazit: Diese Flasche macht sich gut im Schnapsschrank experimentierfreudiger Gintrinker und dürfte allein seines Namens wegen auch bei professionellen und selbst ernannten Baristas Anklang finden.

Erhältlich bei www.turmkaffee.ch oder www.freestylecooking.ch, ab Fr. 75.–

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