Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Ein magischer Wurm, der ein Käfer ist

Das geheimnisvolle Glühwürmchen ist von Pro Natura zum Tier des Jahres 2019 bestimmt worden. Sein magisches, die Männchen zur Paarung lockendes Leuchtfeuer soll nicht erlöschen.
Bruno Knellwolf

An vielen Orten haben die Glühwürmchen ausgeglüht und sind nur noch eine Kindheitserinnerung: An die dunklen, warmen Sommernächte, in denen plötzlich die gegenüberliegende Steinmauer wunderlich zu leuchten begonnen hat. Dieses magische Leuchten der Glühwürmchen ist nichts anderes als ein Landefeuer für liebeshungrige Männchen, das die Weibchen entzündet haben.

Ein Feenzauber in der Welt der Glühwürmchen. (Bild: Biosphoto)

Ein Feenzauber in der Welt der Glühwürmchen. (Bild: Biosphoto)

Doch eigentlich ist das Glühwürmchen kein Wurm sondern ein Käfer. Zum Glühen kommt der «Grosse Leuchtkäfer» im Sommer des dritten Lebensjahres, wenn sich die Larven verpuppen. Die Weibchen entzünden ihr Feuer an einem günstigen Leuchtplatz. Das Licht in ihren Leuchtorganen entsteht durch eine chemische Reaktion. Die Männchen können nicht leuchten, spähen aber auf ihrem Flug mit grossen Augen nach dem Liebessignal. Die Sache mit der Paarung eilt, weil die erwachsenen Leuchtkäfer im Liebeseifer nichts mehr fressen. Gelingt die Paarung nicht, stirbt das Glühwürmchen nach rund zwei Wochen ohne Nachkommen.

Aus der Winterruhe erwachen die Larven des Glühwürmchens (Lamprys noctiluca) jeweils mit den ersten warmen Frühlingstagen. Zuvor hat es zwei Lebensjahre als Larve verbracht. In einer Art, die nicht ganz zur romantischen Vorstellung des feenhaften Lichtwesen passt. Die Larve ist ein gefrässiger Räuber, der vor allem Schnecken frisst. Wie kleine Krokodile pirschen sich die Larven an diese heran und töten die Schnecken mit Giftbissen, um sie innert eines Tages ganz aufzufressen.

Mit Abwehrgiften bewaffnet

Das Glühwürmchen kann zudem noch ein gedimmtes Licht ausstrahlen. Nicht um die Männchen zu locken, sondern um mit den aufleuchtenden Lichtpunkten am Hinterleib die Fressfeinde zu warnen. Schlagen diese die Warnung aus, werden sie die Abwehrgifte der Larve zu spüren bekommen.

Zwar ist das magische Licht der Glühwürmchen nicht extrem gefährdet, die Insekten im Allgemeinen aber schon. Pestizide und die Zerstörung des Lebensraums setzen den 30000 Insektenarten in der Schweiz zu. Damit das Glühwürmchen darauf sein Licht werfen kann, hat es Pro Natura zum Tier des Jahres 2019 erklärt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.