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Kommentar

Das durchschnittliche Sexleben
gibt es nicht

Eine grossangelegte Studie der Universitätsspitäler Lausanne und Zürich wirft ein Blick unter die Bettdecke von jungen Schweizern. Das Fazit: Die Bandbreite an Sexualität wird immer breiter, die Mehrheit mag es aber ganz klassisch.
Katja Fischer De Santi

«Frauen haben heute weniger Sex als vor 20 Jahren.» «Junge Männer werden durch Pornos hypersexualisiert.» An Schlagzeilen rund um das Sexleben von Herr und Frau Schweizer mangelt es in der Presselandschaft nicht.

Zwar ist die Datenlage äusserst dünn, aber Onlineplattformen und Boulevardzeitungen helfen gerne mit eigenen Onlinebefragungen aus. Sexualtherapeutinnen erzählen in Interviews, dass schon 18-Jährige Potenzstörungen hätten und sich 14-Jährige Gruppensex wünschten.

Das Resultat ist ein verzerrtes Bild davon, was in Schweizer Betten wirklich läuft – oder eben nicht läuft.

Wie eine am Donnerstag veröffentlichte Studie der beiden Universitätsspitäler Zürich und Lausanne beweist, ist Gruppensex oder auch gar kein Sex bei jungen Schweizern die Ausnahme. 75 Prozent der Befragten 24- bis 26-Jährigen leben in einer stabilen Beziehung. Sie hatten in diesem Alter zwei bis sieben Sexualpartner, zu 85 Prozent waren diese Kontakte heterosexuell. Alles im Rahmen also? Nicht ganz.

Gesellschaftliche Veränderungen zeigen sich zuerst stets an den statistischen Rändern.

Homosexuelle Kontakte werden immer häufiger, gar keinen Sex zu haben aber auch. Anal- und Oralverkehr sind für nicht wenige gängige Praxis, wie auch das Verschicken von erotischen Bildern. Und dass die Forscher überhaupt die Frage in den Katalog aufnahmen, ob die Teilnehmer schon mal Sex hatten, ohne diesen wirklich gewünscht zu haben (53 Prozent der Frauen und 23 Prozent der Männer), zeigt, dass Gefälligkeitssex nicht nur in Ehen ein grosses Thema ist. Die Mehrheit der jungen Schweizer mag heterosexuellen, monogamen Sex bevorzugen – die Bandbreite des Möglichen und des Akzeptierten im Bett wird aber immer breiter.

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