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Ein Bett unter dem Sternenhimmel: Die neue Lust, draussen zu schlafen

Ob am Waldrand, am See oder auf der Alp: Draussen schlafen ist ein intensives Erlebnis. Mit der richtigen Ausrüstung wird das kleine Abenteuer nicht zur Horrornacht.
Text: Melissa Müller
Illustrationen: Elena Freydl

Illustrationen: Elena Freydl

Jetzt, wo die Sommernächte lau und mild sind, ist der Zeitpunkt ideal, um die Matratze gegen ein Bett unter dem Sternenzelt auszutauschen. Wilfried Seethaler tut’s immer wieder: Er zieht los und rollt in der Natur seinen Schlafsack aus. Draussen kochen, Tiere beobachten, dem Wind lauschen, der durch die Blätter raschelt – das erdet den ehemaligen Profi-Tänzer, der im Outdoor-Geschäft Transa Abenteuerhungrige berät. Er sagt:

«Draussen dealst du mit den Umständen. Alles findet im Hier und Jetzt statt. Und es gibt keine ­Garantie, trocken zu bleiben.»

Den ­Elementen ausgesetzt, wird man zurückgeworfen auf grundsätzliche Bedürfnisse wie Essen und Wärme. Früher dachte man bei Camping an Ferien für Arme. Heute sind ultraleichte Zelte und Softshelljacken Objekte der Begierde. «Am wichtigsten sind eine gute Isolationsmatte und ein hochwertiger Schlafsack», hält Seethaler fest. Die Schweiz ist Wildcampern gegenüber fast so tolerant wie Skandinavien. Grundsätzlich ist es jedem erlaubt, Wald und Weiden zu betreten und im Freien zu übernachten. Ehrensache, dass man keinen Abfall hinterlässt und nicht durch hohes Gras trampelt. Im Schweizerischen Nationalpark und in vielen Naturschutzgebieten ist freies Campieren verboten. Der Alpen-Club SAC hat ein Merkblatt dazu verfasst. Viele haben ein mulmiges Gefühl beim Gedanken, draussen zu nächtigen. Dabei gibt es nichts Ungefährlicheres, als sich für eine Nacht am Waldrand hinter dem Haus hinzulegen. «Es lohnt sich, denn es ist vor allem eines: ein Stück ­wilde, urtümliche Freiheit in einer weitgehend reglementierten und nach allen Seiten hin abgesicherten Welt», schreibt Markus Kellenberger in seinem lesenswerten Buch «Draussen schlafen». Erst seit 17000 Jahren bauen sich die Menschen Häuser. Die acht Millionen Jahre davor haben unsere Vorfahren unter Sternen geschlafen. «Und irgendwo schlummert diese Sehnsucht nach dem grossen, weiten Himmelszelt noch immer in uns.»

Wichtige Utensilien Eine kleine Schaufel darf im Gepäck nicht fehlen, wenn man ein Feuer machen will. Auch dabei haben sollte man Sackmesser, Feuerzeug, Taschenlampe, Mückenspray, einen Abfallsack, WC-Papier, Sonnencreme und eine Notapotheke.

Tarp Und falls es regnen sollte? Da hilft ein Tarp, ein Stück wasserfeste Plane oder eine Armee-Blache. Mit zwei simplen Holzstöcken, Schnur und der Plane entsteht ein einfacher Wetterschutz.

Schlafsack Ein guter Schlafsack ist das A und O einer angenehmen Nacht und ab 100 Franken zu haben. Es gibt Schlafsäcke aus Daunen oder Kunststoff. Daunenschlafsäcke sind fast doppelt so teuer, aber kleiner zusammenrollbar. Daunen isolieren optimal, sie sind luftig, leicht, und man schwitzt darin weniger. Sie sollten aber nicht nass werden. Bei hoher Luftfeuchtigkeit werden Daunen klumpig. Da sind Schlafsäcke mit Kunstfaserfüllung die bessere Lösung. Sie sind pflegeleichter und trocknen besser. Bei den Temperaturangaben (zum Beispiel ein Schlafsack für 0 Grad) sind die Hersteller oft zu optimistisch. Wer kälteempfindlich ist, sollte einen wärmeren Schlafsack wählen. Als Ergänzung zum Schlafsack ist ein Inlett praktisch – eine dünne Schlafhülle aus Baumwolle oder Seide, welche die Isolationsleistung des Schlafsacks verstärkt.

Schlafmatte Eine einfache Isolationsmatte gibt’s schon ab 12 Franken. Ein Nachteil ist ihr grosses Packmass. Ausserdem liegt man hart und spürt Unebenheiten des ­Bodens. Mehr Liegekomfort bieten leichte, kompakte Isolationsmatten, die man wie eine Luftmatratze aufblasen kann. Dabei gilt: Dicker ist nicht unbedingt besser. Auf einer dicken Matte schaukelt man mehr. Eine dünne, selbstaufblasende Matte ­raschelt weniger und ist ein bisschen härter. Am besten vor dem Kauf einen Liegetest machen.

Bivaksack Die Aussenhülle für den Schlafsack dient der zusätzlichen Wärmeisolation und ist wasserdicht. Denn sobald sich der Morgentau absetzt, wird alles feucht. Bivaksäcke um die 20 Franken sind aber nicht atmungsaktiv. Sie lassen kein Wasser rein – aber auch keines raus. Während man beim Schlafen schwitzt, wird der Schlafsack also etwas feucht. Modelle mit atmungsaktiver Beschichtung sind kostspieleriger (80 bis 250 Franken).

Kerzenlaterne Sie zaubert im Nu eine romantische Stimmung herbei. Weil die Flamme im Glas geschützt ist, kann ihr ein Lüftchen nichts anhaben. Outdoor-Experte Wilfried See-thaler nimmt seine kleine Kerzenlaterne auf jede Tour mit: «Das ist mein Luxus, auf den ich nicht verzichten will.»

Schaber Mit dem GSI Outdoor Compact Scraper kriegt man auch noch die letzten Reste aus dem Topf, und keinerlei Energie geht verloren. Erleichtert das spätere Abwaschen der Töpfe erheblich. Der Compact Scraper hat eine flexible und eine harte Seite.

Spork Der Spork ist Messer, Gabel und Löffel in einem und spart damit Gewicht in der Outdoorküche.

Hobokocher Ein Hobokocher ist eine falt- und zerlegbare Kochstelle aus Stahlblech, die man im Rucksack mitnehmen kann. Darin kann man Feuer machen. Der Hobo ist benannt nach amerikanischen Wanderarbeitern, den Hobos, denen er als Herd diente. Die althergebrachte Methode, ­einen Topf auf drei Steine zu stellen und dazwischen ein Feuer zu entfachen, ist unwirtschaftlich, denn nur ein geringer Teil der Wärme erhitzt den Topf. Der ­Hobokocher nutzt diese Energie besser. Für Anfänger ist ein Gaskocher ideal. Er ist kinderleicht zu bedienen, handlich und produziert weder Russ noch Glut. Apropos kochen: Polenta, Couscous und ­Nudelsuppe sind schnell gar und nahrhaft. Und wer nicht auf Kaffee verzichten mag, nimmt eine kleine Bialetti mit.

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