Umbruch
Dürren, Pollen, Tiere: Welche Auswirkungen der Klimawandel jetzt schon hat

Steigende Meeresspiegel und extremes Wetter wie Hitzewellen, Überflutungen und Dürren: Der globale Klimawandel hat schon heute immense Auswirkungen. Einige Beispiele.

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Der Klimawandel ist kein ausschliessliches Phänomen der Zukunft. Im Bild: schwere Dürre auf Kuba.

Der Klimawandel ist kein ausschliessliches Phänomen der Zukunft. Im Bild: schwere Dürre auf Kuba.

KEYSTONE/EPA/ALEJANDRO ERNESTO

WETTER: Geht die Erwärmung der Erde ungebremst weiter, werden extreme Unwetter mit schweren Stürmen und Überschwemmungen häufiger auftreten, warnen Klimaforscher. Zum einen werden die feuchten Regionen der Erde immer noch feuchter, zum anderen drohen den trockenen Gebieten Dürreperioden mit schweren Folgen für die Landwirtschaft, vor allem in Entwicklungsländern.

Zuletzt wütete am Montag in Moskau, Russland ein heftiger Sturm.

Zuletzt wütete am Montag in Moskau, Russland ein heftiger Sturm.

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TEMPERATUREN: Auf Klimaveränderungen reagieren Tiere, Pflanzen und Menschen empfindlich. Hitzewellen beeinträchtigen Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden, besonders Kinder, Alte und Kranke müssen gesundheitliche Folgen fürchten. So erhöhen milde Winter zum Beispiel die Überlebensrate von Krankheitsüberträgern wie Mücken, Zecken oder Wanzen. Mit der Zunahme heisser Tage erhöht sich unter anderem die Konzentration von Ozon und Feinstaub in der Luft.

Die Feinstaubbelastung ist an den zunehmenden Hitzetagen erhöht.

Die Feinstaubbelastung ist an den zunehmenden Hitzetagen erhöht.

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POLLEN: Menschen, die ein Leben lang beschwerdefrei waren, bekommen vermehrt Allergien. Aus Sicht von Forschern der Universität Wien wachsen zum Beispiel Ambrosia-Pflanzen bei Wärme besser. Ihre Pollen lösen besonders oft Heuschnupfen aus. Die Pollensaison insgesamt hat sich schon deutlich verlängert und intensiviert.

Allergien nehmen zu: Auch hier dürfte der Klimawandel eine Rolle spielen.

Allergien nehmen zu: Auch hier dürfte der Klimawandel eine Rolle spielen.

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MEERESSPIEGEL: Die Erderwärmung lässt Gletscher und das Eis der Pole schmelzen. Steigt der Meeresspiegel immer weiter an, sind die Inseln und Atolle der Malediven zum Beispiel nach Schätzungen in rund 100 Jahren überflutet. Aber auch viel näher sind dramatische Folgen zu befürchten: Umweltschützer warnen etwa für die Nordseeküste, dass Wattflächen, Salzwiesen und Inseln dauerhaft überschwemmt werden könnten.

Forschungsschiffe im Nordpol-Eismeer.

Forschungsschiffe im Nordpol-Eismeer.

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POL-EIS: Die Meereisdecken an den Polen waren im März so klein wie nie in einem solchen Monat seit Beginn der Messungen 1981. Das teilten die US-Weltraumbehörde NASA und die Klimabehörde NSIDC mit. Das Arktis-Eis am Nordpol gehe seit Jahren zurück, am Südpol gebe es hingegen keinen sicheren Trend. Die US-Klimabehörde NOAA geht davon aus, dass das Antarktis-Eis weniger vom globalen als vom regionalen Klima beeinflusst wird.

Das weltgrösste Korallenriff Great Barrier Reefs könnte bald auf der Roten Liste der gefährdeten Weltnaturerbe landen.

Das weltgrösste Korallenriff Great Barrier Reefs könnte bald auf der Roten Liste der gefährdeten Weltnaturerbe landen.

Keystone/AP UNIVERSITY OF QUEENSLAND/OVE HOEGH-GULDBERG

KORALLEN: Das weltgrösste Korallenriff, das Great Barrier Reef, vor Australien ist nach Expertenmeinung massiv vom Klimawandel betroffen. Forscher schreiben, grosse Teile der Stöcke seien bereits tot. Unter normalen Umständen leben Korallen mit Algen in einer Gemeinschaft zum gegenseitigen Nutzen. Bei erhöhten Wassertemperaturen stossen Korallen die giftig gewordenen Algen allerdings ab.

Der Kabeljau (Dorsch) zieht sich zusehends weiter in den Norden in kühlere Gewässer zurück.

Der Kabeljau (Dorsch) zieht sich zusehends weiter in den Norden in kühlere Gewässer zurück.

Corrado Filipponi

MEERESTIERE: Wegen der wärmeren Wassertemperaturen siedeln sich zum Beispiel in der Nordsee mittlerweile Sardinen, Sardellen und Pazifische Austern an. Dem kaltwasserliebenden Kabeljau wird es allerdings langsam zu warm - er zieht in nördlichere Gewässer. Die durchschnittliche Nordsee-Temperatur hatte 2016 mit 11,0 Grad den zweithöchsten Wert seit 1969. 2014 waren es 11,4 Grad.