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Drei Briefe, die vom bitteren Schicksal erzählen

Während an den Bregenzer Festspielen auf der Seebühne mit «Carmen» grosse Oper gespielt wird, findet drinnen das Kleine, Feine statt. Demnächst zum Beispiel auf der Werkstattbühne die Fünf-Personen-Oper «Das Jagdgewehr» von Thomas Larcher.
Rolf App

Dies ist ein Artikel der "Ostschweiz am Sonntag". Die ganze Ausgabe lesen Sie hier.

Briefdrama: Robin Tritschler (links) und Andrè Schuen. (Bild: Anja Köhler)

Briefdrama: Robin Tritschler (links) und Andrè Schuen. (Bild: Anja Köhler)

Ein Dichter macht eine überraschende Erfahrung. Er hat ein Gedicht über einen Jäger verfasst; Wochen nach der Veröffentlichung meldet sich ein Mann namens Josuke Misugi bei ihm, der sich in den Versen wiedererkennt. Er schickt drei Briefe mit: von seiner Nichte, von seiner Geliebten und von seiner Ehefrau. Drei tragische Leben werden sichtbar in jener Erzählung des Japaners Yasushi Inoue, die Vorlage ist für die Oper «Das Jagdgewehr» von Thomas Larcher, die am 15. August an den Bregenzer Festspielen Premiere hat. Am Donnerstag war Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen dieser Produktion zu werfen.

Katharina Wöppermann hat für sie eine Bühne im Origami-Stil entworfen, in deren Zentrum bei dieser Probe Robin Tritschler als Dichter und Andrè Schuen als Jäger stehen.

Robin Tritschler springt ein

Tritschler hat das Kunststück fertig gebracht, sich nach der Absage des ursprünglich verpflichteten Mark Padmore sehr rasch in die Hauptrolle einzuarbeiten – im Flugzeug zwischen anderen Verpflichtungen, wie er sagt. Und zur Zufriedenheit des Komponisten, dem es «bis auf meinen Husten ganz gut geht», und des Regisseurs Karl Markovics. Der Filmschauspieler und Filmregisseur inszeniert zum ersten Mal eine Oper. Und macht neue Erfahrungen.

Beim Film wird die Musik dem Bild angepasst, sie folgt dem Tempo der Handlung. Hier ist es umgekehrt.

Und weil er, wie er launig erzählt, zwar drei Instrumente gelernt hat, aber alle mit dem selben schlechten Resultat, mischt er sich ins Musikalische nicht ein.

«Es geschieht alles an Ort und Stelle»

Das überlässt er dem Dirigenten Michael Boder, der die Instrumentierung als farbenreich und durchdacht lobt. Und der, wie er sagt, «in starker Rückkopplung mit dem Komponisten» arbeitet. Statt dessen konzentriert Markovics sich auf den inneren Gehalt der faszinierend handlungsarmen Geschichte. «Es geht ja um Emotionen, die unter dem Deckel gehalten werden, und die sich eines Tages Luft verschaffen.» Während er in seiner Filmarbeit ein «grosser Vorbereiter» sei, geschehe hier alles an Ort und Stelle. «Wir befinden uns auf einer gemeinsamen Reise, und das ist genau das, was ich mir erhofft hatte.»

«Das Jagdgewehr» hat am 15.August Uraufführung. Weitere Vorstellungen am 17. und 18.August.

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