Bitcoin
War es wirklich Selbstmord? Rätselhafter Tod der Chefin einer Bitcoin-Börse

Die Chefin einer Bitcoin-Börse wurde in Singapur tot aufgefunden. Laut der Polizei starb sie keines natürlichen Todes. Und in den USA will ein Magazin den mysteriösen Bitcoin-Gründer gefunden haben.

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Stoff für einen Thriller Inmitten der grössten Vertrauenskrise des Bitcoin wird Autumn Radtke, Chefin einer Bitcoin-Börse, tot aufgefunden.

Stoff für einen Thriller Inmitten der grössten Vertrauenskrise des Bitcoin wird Autumn Radtke, Chefin einer Bitcoin-Börse, tot aufgefunden.

HO

Die Chefin einer Handelsplattform für die virtuelle Währung Bitcoin ist in Singapur tot aufgefunden worden. Autumn Radtke, die an der Spitze der Firma First Meta stand, sei eines nicht natürlichen Todes gestorben, teilte die Polizei in Singapur am Donnerstag mit. Hinweise auf ein Tötungsdelikt gebe es aber nicht.

Die Leiche der 28-Jährigen wurde gemäss den Informationen an einem Appartementkomplex auf dem Boden liegend gefunden. Herbei gerufene Rettungskräfte konnten nichts mehr tun. Radtkes Tod war zuvor auf der Internet-Seite von First Meta publik gemacht worden. Dort hiess es, die Mitarbeiter seien vom «tragischen Tod» ihrer Chefin schockiert. Über Umstände oder mögliche Hintergründe wurde nichts mitgeteilt. Ein Mitarbeiter der US-Botschaft in Singapur bestätigte, dass Radtke US-Bürgerin gewesen sei.

Schwere Vertrauenskrise

Mit dem Todesfall setzt sich die Reihe der negativen Schlagzeilen in Zusammenhang mit Bitcoin fort. Die virtuelle Währung steckt in ihrer bislang schwersten Vertrauenskrise, seit vor etwa drei Wochen die Handelsplattform MtGox, eine der ältesten und wichtigsten ihrer Art, den Betrieb eingestellt hatte. MtGox waren nach eigenen Angaben 750 000 Bitcoins von Kunden und 100 000 eigene Exemplare abhandengekommen. Der Gesamtwert belief sich auf über 400 Mio. Franken.

Am Dienstag stellte dann eine weitere Bitcoin-Plattform, die Firma Flexcoin mit Sitz in Kanada, den Betrieb ein. Bei einer Attacke von Internet-Kriminellen seien 896 Bitcoins gestohlen worden, teilte Flexcoin mit. Da es keine Möglichkeit gebe, diesen Verlust auszugleichen, «schliessen wir ab sofort die Türen».

Bitcoins waren im Jahr 2009 als Antwort auf die Finanzkrise erfunden worden. Geschaffen hat sie ein unbekannter Programmierer, der eine von Staaten, Zentralbanken und anderen Finanzinstituten unabhängige Währung wollte.

Mysteriöser Erfinder gefunden?

Das virtuelle Geld wird durch komplexe Verfahren berechnet. Der Wechselkurs zu echten Währungen schwankt stark. Aufsichtsbehörden weltweit warnten in den vergangenen Monaten verstärkt vor den Risiken. In mehreren Staaten, darunter Russland und China, wurde der Handel mit Bitcoins gesetzlich stark eingeschränkt.

Der Erfinder der Digital-Währung ist bislang ein Phantom. Oft wird eine Hacker-Gruppe dahinter vermutet. Das Magazin «Newsweek» behauptet nun, einen bescheiden lebenden Mann aus Kalifornien als den Erfinder des Bitcoin ausgemacht zu haben. Es handle sich um einen 64-jährigen gebürtigen Japaner, der schon seit seiner Kindheit in den USA lebe, als Computerexperte arbeite und Modelleisenbahn-Fan sei.

Das Magazin führte eine Reihe von Indizien auf, die auf den Mann als Vater des Bitcoin hindeuteten. Er habe auch an geheimen Projekten für grosse Konzerne und das Militär gearbeitet. Heute lebe er in einem Einfamilienhaus in Kalifornien.

«Ich bin nicht mehr daran beteiligt und ich kann nicht darüber reden», sagte der von «Newsweek» an seinem Haus auf das Bitcoin-Projekt angesprochene Nakamoto dem Bericht zufolge.

Zuvor hatten Medien immer wieder geglaubt, den Bitcoin-Erfinder enttarnt zu haben. Oft wird angenommen, dass eine Gruppe von Programmierern dahintersteckt. (SDA)

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