iPhone 7
Der Test zeigt: Die Zeit der grossen Entwicklungsschritte ist allmählich vorbei

Das iPhone 7 ist das beste Apple-Handy. Aber nicht für alle Nutzer. Fehlende Kopfhörerbuchse und entfernter Home-Button stellen wohl nicht alle Nutzer zufrieden.

Raffael Schuppisser
Drucken
Teilen
Das iPhone 7 gibt es ab Fr. 759.- und das iPhone 7 Plus ab Fr. 899.- zu kaufen.

Das iPhone 7 gibt es ab Fr. 759.- und das iPhone 7 Plus ab Fr. 899.- zu kaufen.

Keystone

Jeden September hört man von Apple den gleichen Satz: «Das ist das beste iPhone, das wir je entwickelt haben.» Natürlich stimmt er. Auch dieses Jahr. Wäre ja auch gelacht, wenn das neue Gerät schlechter wäre als das letztjährige. In Zahlen gesprochen besticht das iPhone 7 dann auch: Der Prozessor ist 50 Prozent schneller, das Display 25 Prozent heller und die Batterie soll 2 Stunden länger durchhalten als beim iPhone 6S.

Wenn man das iPhone 7 in der Hand hält, wird deutlich: Die Zeit der grossen Entwicklungsschritte ist allmählich vorbei. Das gilt besonders fürs Design. Hat Apple bisher seinem Telefon im 2-Jahres-Rhythmus eine neue Form verliehen, so ist jetzt damit Schluss. Das führt nicht nur dazu, dass das Gerät mittlerweile etwas altmodisch wirkt, sondern auch, dass das Verhältnis von Grösse und Display nicht mehr top ist. Andere Hersteller bieten mehr Display für die gleiche Grösse. Etwa Samsung mit den zur Seite hin abgerundeten Bildschirmen. (Zu schade, dass das Galaxy Note 7 vorerst wegen Explosionsgefahr vom Markt genommen werden musste.)

iPhone 7
5 Bilder
Unter anderem wird es eine Super Mario-App geben – dies verkündete Überraschungsgast «Super Mario»-Erfinder Shigeru Miyamoto.
Weg mit der Kopfhörerbuchse: iPhone-Nutzer werden Musik entweder via Adapter über die Ladebuchse hören...
...oder mit den Wireless-Kopfhörern.
Auch an der Kamera und an der Akku-Laufzeit wurde geschraubt.

iPhone 7

Keystone

Man muss schon sehr genau hinschauen, um ein iPhone 7 von einem iPhone 6 zu unterschieden: Auf der Rückseite sind die Antennen weniger gut sichtbar und die Kopfhörerbuchse fehlt. Genau das mag für viele sogar ein Rückschritt sein. Musikhören mit herkömmlichen Kopfhörern geht nur noch mit einem Adapter, dem man in die Lightning-Schnittstelle (Stromanschluss) steckt. Geteilter Meinung kann man auch über den Home-Button sein. Dieser gibt nun dem Druck des Fingers nicht mehr nach, sondern vibriert bloss leicht als Zeichen dafür, dass man ihn betätigt hat.

Zwei Linsen für den Super-Zoom

Unbestreitbar ein Vorteil ist, dass das iPhone 7 (endlich) wasserdicht ist. Tiefseetauchen kann man damit zwar nicht, ein Bad in der Wanne (bis zu einem Meter Tiefe) macht dem Gerät aber nichts mehr aus. Zweifellos besser ist auch die neue Kamera. Die Blende
(f 1.8) fängt nun bedeutend mehr Licht ein, und dank einem optischen Bildstabilisator geraten Fotos auch mit zittrigen Händen nicht mehr verwackelt.

Eine weitere interessante Neuerung ist die Dual-Kamera des iPhone 7 Plus. Die beiden Linsen arbeiten so zusammen, dass Objekte bedeutend näher herangezoomt werden können und noch immer scharf sind. Mit der neuen Kameratechnologie wird es auch möglich, den Hintergrund verschwimmen zu lassen und den Fokus des Bildes auf das Objekt im Vordergrund zu legen. Leider ist das Feature noch nicht fertig; Apple will es aber noch dieses Jahr per Software-Update nachreichen.

Fazit: Auch wenn das iPhone 7 das technisch beste Apple-Handy ist, so könnte für einige Kunden doch das letztjährige Modell die bessere Wahl sein. Nämlich für jene, die das Fehlen der Kopfhörerbuchse und einen mechanischen Home-Button einem wasserdichten Gerät und einer besseren Kamera vorziehen.

Alle Jahre wieder präsentierte Apple die neuste iPhone-Generation – So hat sich es sich im Lauf der Zeit gewandelt
9 Bilder
2007 präsentiert Steve Jobs, der damalige und inzwischen verstorbene CEO und Mitbegründer von Apple, das iPhone 1 mit den Worten «Heute erfindet Apple das Telefon neu». Was heute fast schon lächerlich wirkt, war damals revolutionär: 2 Megapixel-Kamera, bis zu 16GB Speichervolumen, Touchscreen und Internetverbindung per EDGE. In den ersten zwei Tagen wurden gut 270'000 iPhones verkauft.
Nach dem iPhone 1 folgt das iPhone 3G. Am 11. Juli 2008 wurde der Nachfolger angekündigt – die technischen Unterschiede waren jedoch kaum nennbar. Auch der spätere Nachfolger, das 3GS war nur bei wenigem, etwa einer 3 Megapixel-Kamera oder einer Variante mit bis zu 32GB Speicher, besser ausgestattet.
Mit dem 2010 vorgestellten iPhone 4 wurde beispielsweise die Display-Auflösung verdoppelt: 960 x 640 Pixel. Auch stieg man von einer Mini-SIM zu einer Micro-SIM-Karte um. Auch bei den Kamera-Komponenten wurde die Hauptkamera auf 5 Megapixel aufgestockt (inklusive HD-Videos) – und eine Frontkamera mit heute schlappen 0,3 Megapixeln.
Mit dem iPhone 4s wurde die Speicherfamilie nochmals ergänzt: Erstmals konnte man auch 64GB Speicher auf seinem iPhone haben. Grösste Änderung waren wohl die 8 Megapixel-Kamera mit der Möglichkeit Videos in Full-HD zu drehen.
Gleich drei Variationen von dem zwischen 2012 und 2013 vorgestellten iPhone 5 kamen auf den Markt. Das Reguläre, eine günstigere Version 5c und das Nachfolgemodell 5s. Erstmals änderten sich Grösse und Gewicht wirklich: Rund 1,5 Zentimeter mehr Bildschirmdiagonale. Zudem wurde doppelt so viel RAM wie beim Vorgänger eingebaut – 1 GB. Zudem verabschiedete man sich von der alten Schnittstelle und wechselte zu der einigen schmaleren Lightning-Schnittstelle.
2014 stellte man dann das iPhone 6 sowie das massiv grössere iPhone 6 Plus vor: Die Grösse beim Plus-Modell lag vor allem beim Akku: Eine Standby-Laufzeit von 384 Stunden war versprochen – 250 beim normalen Modell. Allerdings hatte die Grösse plus das leichte Aluminium-Gehäuse auch seinen Nachteil: Zahlreiche iPhone 6 Plus wurden beim Tragen in der Hosentasche verbogen.
Mit dem fast schon obligaten Modellnachfolger s kam das iPhone 6s und 6s Plus auf den Markt. Neu ist nun auch die Möglichkeit 4k-Videos zu drehen, es wurde auf 2GB RAM aufgestockt und die Kamera hat eine solide 12,2 Megapixel-Auflösung. Die beiden s-Modelle hatten sogar eine 5 Megapixel Frontkamera.
Alles neu macht die 7? Das iPhone 7 soll wieder neue Massstäbe im Smartphone-Geschäft setzen. 7-Megapixel Frontkamera, 12-Megapixel-Hauptkamera. Der analoge Homebutton wird verschwinden und durch eine drucksensitive Fläche ersetzt. Es soll wasser- und staubdicht sein, eine längere Akkulaufzeit haben und – die Kopfhörerbuchse wird verschwinden. Musik wird entweder via Adapter durch die Ladebuchse oder aber mit Bluetooth-Kopfhörern gehört. Es kommt erneut in der normalen und der Plus-Version.

Alle Jahre wieder präsentierte Apple die neuste iPhone-Generation – So hat sich es sich im Lauf der Zeit gewandelt

Keystone