Digital
Das Samsung Galaxy S8: Grösseres Display – und trotzdem kleiner als das iPhone 7 Plus

Das Galaxy S8 ist nicht nur eine Kampfansage an Apple. Samsung greift auch Google an – mit einem neuen Knopf an der Seite.

Raffael Schuppisser
Merken
Drucken
Teilen
 Ganz schön chic, das Galaxy S8.
6 Bilder
 Die neuen Samsung-Handys im Vergleich mit dem iPhone 7 Plus (Mitte). Trotz grösseren Displays sind die Samsung-Handys kleiner als das Apple-Gerät.
Samsung Galaxy S8
 Der Fingerabdrucksensor befindet sich nun auf der Rückseite – und sollte beim blinden Ertasten nicht mit der Kamera verwechselt werden.
 Liegen gut in der Hand: Das Galaxy S8+ (links) und das Galaxy S8 (rechts).

Ganz schön chic, das Galaxy S8.

Evan Blass / Twitter

Für das neue Galaxy-Smartphone hat sich Samsung mehr Zeit gelassen als sonst. Ein Fehler wäre unverzeihlich, soll doch das Galaxy S8 das letztjährige Debakel mit den explodierenden Akkus des Note 7 vergessen machen. Am Mittwoch hat der führende Smartphone-Hersteller sein neustes Top-Handy der Weltöffentlichkeit vorgestellt. Der erste Eindruck des Gerätes überzeugt, auch wenn es vielleicht nicht der ganz grosse Wurf ist, den so manch einer erwartet hat.

Der Home-Button ist weg

Samsung führt sein Design mit dem zu beiden Seiten hin gebogenen Display fort – und vertraut nun dieser Formsprache so sehr, dass auf eine herkömmliche Version ohne diese Biegung verzichtet wird. In der Vertikalen ist das Display merklich gewachsen und wird nun oben und unten nur noch von einem schmalen Streifen begrenzt. Ähnlich hat das bereits der koreanische Konkurrent LG beim neuen Gerät LG 6 gemacht und der chinesische Konzern Xiaomi, der den oberen Rand sogar ganz hat verschwinden lassen.

Der Bildschirm des Galaxy S8 misst 5,8 Zoll, jener des Galaxy S8+ gar 6,2 Zoll. Doch selbst das grössere der beiden Geräte ist immer noch kleiner als das iPhone 7 Plus, dessen Display mit 5,5 Zoll vergleichsweise klein ist.

Die grössere Bildschirmfläche bringt zwei Design-Änderungen mit sich: Der Home-Button ist gänzlich verschwunden beziehungsweise ins Display integriert; ein leichtes Vibrieren sorgt für ein angenehmes haptisches Feedback, wenn man ihn drückt. Der Fingerabdrucksensor wurde auf die Rückseite des Geräts versetzt; beim blinden Ertasten sollte er nicht mit der Kameralinse verwechselt werden, die sich unmittelbar daneben befindet. Langfristig will Samsung aber wohl ohnehin auf das Entsperren per Iris-Scanner setzen, denn ein solcher ist ebenso im S8 integriert.

Weiss Bixby mehr als der Google?

Die 8-Megapixel-Frontkamera hat eine lichtintensivere Blende (F 1.7) als das letzjährige Modell. So sollen Selfies auch bei spärlicher Belichtung gelingen. Kaum verändert hat Samsung die Hauptkamera – und darauf verzichtet eine zweite Linse zu integrieren. Bei anderen Herstellern sind solche Dual-Kameras mittlerweile Standard in den Top-Geräten.

Augenfällig ist ein neuer Knopf, der auf der linken Seite des Gehäuses neben dem Lautstärkeregler platziert ist. Dieser aktiviert Bixby, Samsungs neuen persönlichen Assistenten. Bixby führt Sprachbefehle aus (z. B. «Zeig mir alle Fotos, die ich heute gemacht habe!»), weist einen auf Termine hin und soll etwa auf einer Fotografie erkennen, was für ein Wein sich darauf befindet und wo es diesen zu kaufen gibt. Für Letzteres arbeitet Samsung mit der bekannten Wein-App Vivino zusammen. Mit weiteren Kooperationen soll der Assistent laufend verbessert werden.

Das wird auch nötig sein, denn Bixby wird sich gegen den Google Assistant behaupten müssen. Der Sprachassistent von Google wird auf kommenden Android-Handys wie dem Galaxy S8 vorinstalliert sein. Samsung will Bixby einen Startvorteil verschaffen, indem sich dieser über den erwähnten Knopf aufrufen lässt. Ob das jedoch reicht, ist fraglich. Google ist nun mal führend, wenn es darum geht, Informationen zu finden und mithilfe von künstlicher Intelligenz zu strukturieren.

Mit dem Galaxy S8 fordert Samsung also nicht nur Apple heraus – der Konzern wird sein neues Telefon zum 10-Jahr-Jubiläum später in diesem Jahr vorstellen. Sondern nimmt es auch mit Google auf, dessen Assistent die Art und Weise, wie wir ein Smartphone nutzen, vereinfachen soll. Man darf dies durchaus als mutigen Schritt sehen in eine Zukunft, die nicht mehr vom Rauch explodierender Akkus, sondern wieder von Innovation geprägt werden soll.

Das Galaxy S8 (Fr 799.-.) und das Galaxy S8+ (Fr. 899.-) kommen in der Schweiz am 28. April in den Farben Midnight Black, Orchid Gray und Arctic Silver auf den Markt.