Cybercrime
Aargau beteiligt sich an internationaler Aktion gegen Geldwäsche durch "Geldesel"

Die Staatsanwaltschaft und die Kantonspolizei Aargau führten im Rahmen einer koordinierten globalen Aktion gegen sogenannte "Money Mule" zwei Verfahren im Kanton Aargau durch. Die Deliktssumme beläuft sich auf über 800'000 Franken.

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Bei der Aktionswoche gegen Geldwäsche kam es zu 159 Festnahmen.

Bei der Aktionswoche gegen Geldwäsche kam es zu 159 Festnahmen.

KEYSTONE/EPA DPA/MATTHIAS BALK

«Money mule», zu Deutsch «Geldesel», nennt sich eine Masche zur Geldwäscherei: Per Stelleninserate wird eine attraktive Entlöhnung für Geldtransfers angeboten. Wer auf das Angebot eingeht, dem wird Geld überwiesen, das er abheben muss, und nach Abzug eines grosszügigen «Umkostenbeitrags» per Post verschicken soll. Die illegalen Geldtransaktionen dienen der Finanzierung der organisierten Kriminalität, unter anderem im Zusammenhang mit Drogenhandel, Menschenhandel oder Online-Betrug.

Das auf den ersten Blick lukrative Jobangebot kann schwerwiegende Folgen haben: Aus strafrechtlicher Sicht kann jemand, der sein Konto für die Verschiebung von Geldern zur Verfügung stellt, für die Mithilfe zur Geldwäscherei belangt werden.

Wie die Kantonspolizei Aargau mitteilt, wurde zwischen den 20. und 24. November eine international koordinierte Aktion gegen «Money Mule» durchgeführt, die in ganz Europa stattfand. Im Aargau resultierten zwei Verfahren, die Deliktssumme beläuft sich auf über 800'000 Franken.

Insgesamt wurden 766 verdächtige Personen identifiziert, es kam zu 159 Verhaftungen. 26 Länder nahmen teil, in der Schweiz machten die Kantone Zürich und Aargau mit. Weil viele Personen offenbar glauben, die Jobangebote seien legal, führt die Polizei eine Sensibilisierungskampagne durch. Bei zwielichtigen Angeboten ist Vorsicht geboten: Seriöse Firmen fordern niemals vertrauliche Daten per E-Mail an, verlangten nicht, dass private Konten zum Zahlungsverkehr der Firma genutzt werden und führten Vorstellungsgespräche durch. Im Zweifelsfall solle man auf einen Job verzichten, rät die Polizei. (kob)