Dieser Sommer ist perfekt für Ferien im eigenen Land: 20 Tipps für Reisehungrige
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Dieser Sommer ist perfekt für Ferien im eigenen Land: 20 Tipps für Reisehungrige

Bild: Anthony Anex / Keystone

In London kennt man sich besser aus als in Genf? Und den Kilimandscharo hat man erklommen, aber noch nie die Alpen zu Fuss überquert? Dann ist es höchste Zeit, in diesem Sommer und Herbst die Schweiz zu erkunden. Wir haben Vorschläge für Alleinreisende, Paare und Familien.

Redaktion Leben & Wissen
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Für Alleinreisende

1. Von Luzern nach Locarno (LU/NW/UR/TI)

Zu Fuss die Alpen überqueren: Das ist in einer Gruppe nicht nur sicherer, sondern auch kurzweiliger. Tummeln sich im Freundeskreis vor allem Wandermuffel, lernt man Gleichgesinnte auf einer geführten Mehrtagestour kennen. Etwa auf jener von Luzern nach Locarno. Während sechs Tagen lotst einem ein Bergführer der Alpinschule Berg und Tal über hochalpine Routen, Wanderwege und einfache Gletscher.

Etwas Wandererfahrung und vor allem Trittsicherheit ist dennoch von Vorteil. Pro Tag ist man zwischen drei und fünfeinhalb Stunden zu Fuss unterwegs. Dabei passiert man bizarre Felsformationen, blickt ins grösste Windloch Europas und überquert die magisch anmutende Greinaebene. Dreimal wird in Berghütten übernachtet, zweimal in Hotels. Zum Beispiel im Hotel Klausenpass, das vom Kriechschnee in eine leichte Schieflage gekippt wurde. Nach mehreren Tagen zwischen Felsen und Eis endet die Tour unter Palmen am Lago Maggiore. Mehr Infos unter: www.bergundtal.ch

Annika Bangerter

2. Eine Woche voller Ruhe in Engelberg (OW)

Früh aufstehen, sich bei Yoga-Übungen verrenken, meditieren: Klingt ein bisschen anstrengend. Ist es auch. Wer nach Plan etwas für seinen Körper und Geist tut, wird quasi zur Entspannung gezwungen. Und zur Einkehr: Denn zwischen den Lektionen gibt es nur einen selbst und die Ruhe.

Einen einwöchigen Yoga-Retreat mache ich mindestens einmal im Jahr, manchmal kommen Yoga-Wochenenden hinzu. Regelrecht süchtig geworden bin ich nach dem Frieden, der mich jedes Mal erfüllt, sobald ich mich ein paar Tage nur um mich selbst kümmere.

Ich reise immer allein. Denn ich bin überzeugt, dass mich selbst meine beste Freundin daran hindern würde, dass ich richtig abschalten könnte – denn Schweigen oder zumindest weniger reden ist nötig, um sich selbst wieder hören und spüren zu können. Man braucht einen Rückzugsort für diese Art von Einkehr. Gut geeignet dafür ist das Kloster Engelberg: Hier werden Yoga-Wochenenden das ganze Jahr über angeboten. www.stress-auszeit.ch

Maria Brehmer

3. Mitanpacken in der Bergwelt (GR/BE/TI/VS/UR/SZ)

Es sind Orte, an denen es Freizeithungrige hinzieht: auf einen Bündner Erlebnis- und Biohof, ins Berggasthaus im Berner Oberland, auf eine Tessiner Alp oder in eine Lodge, wo Husky-Trekking angeboten wird. Nach einigen Stunden geht es in der Regel zurück in den Alltag. Nicht für die Voluntouristen, die eine Woche lang freiwillig einen Einsatz leisten.

Je nach Saison und Hof hilft man beim Heuen, beim Scheren der Schafe oder beim Schnippeln von Gemüse in der Küche. Das «Switzerland Travel Centre» hat mit der «Schweizer Berghilfe» das Angebot ins Leben gerufen. Das Ziel: Die Bergbauer und Gastwirte bekommen Unterstützung; die Helfer einen Einblick hinter die Kulissen und in eine Ferienregion.

Acht Betriebe sind dabei – allesamt umgeben von imposanter Natur. Wer gleichzeitig seine Französischkenntnisse auffrischen will, wählt den Berggasthof im Wallis. Mehr Infos unter: www.switzerlandtravelcentre.com/voluntourismus

Annika Bangerter

Für Familien

4. Mit Schuss ins Tal nach Arosa (GR)

Berge sind zum Herunterfahren da. Im Winter mit den Ski oder dem Snowboard, im Sommer mit dem Mountainbike. Besonders gut geht das in Arosa. Vom Hörnli führt ein sogenannter Flowtrail ins Tal: eine Strecke, die so geschmeidig präpariert ist, dass sie auch Familien fahren können. Und während Anfänger über die Hügel rollen, überspringen Könner sie einfach mit einem weiten Satz.

Der 6,8 Kilometer lange Trail ist für alle Levels spannend. Wer sein Können verbessern will, dem sei die Bike-Schule empfohlen. Für Kinder funktioniert das gleich wie die Skischule im Winter, sie ist nur um einiges günstiger. Schliesslich will man das Angebot noch populär machen. Die Region bietet verschiedene Bike-Touren.

Besonders empfehlenswert ist eine Ausfahrt zur Ochsenalp (unbedingt im Bergbeizli einkehren und einen Salsiz essen). Wem das Gebiet in Arosa zu klein wird, der kann auch in die benachbarte Lenzerheide wechseln, ins Bike-Mekka der Schweiz. www.arosalenzerheide.swiss

Raffael Schuppisser

5. Schwebend zur Wanderung in Engelberg (OW)

Den folgenden Begriff liest man am besten laut vor: «Buiräbähnli-Safari». Auf dieser mehrtägigen Wanderung steigt man insgesamt in acht «Buiräbähnli»-Seilbahnen, die den Bergbauern zum Transport dienen. In luftiger Höhe schwebt man der nächsten Etappe entgegen, währenddessen müde Füsse kurz ruhen dürfen.

Die Mehrtagestour ist kein Spaziergang: Auf 38,5 Kilometern gilt es knapp 2000 Höhenmeter zu bezwingen. Dafür taucht man in die zauberhaft schöne Bergwelt rund um Engelberg ein und entflieht dem Rummel im Tal. Übernachten lässt sich in den Berghütten entlang des Weges. Start- und Zielpunkt ist Engelberg. Dort gibt es im Touristenbüro den «Buiräbähnli-Pass» sowie eine Karte. Da sich die gesamte Marschzeit auf rund 13 Stunden beläuft, nimmt man sich für die Tour am besten zwei oder drei Tage Zeit.

Momentan ist unklar, wann die Bergbahnen wieder fahren dürfen. Bevor man die Wanderschuhe schnürt, sollte man sich unbedingt informieren unter: www.engelberg.ch.

Annika Bangerter

6. Zu den Ahnen der Dinosaurier in Le Châtelard (VS)

Wer die ältesten Saurierspuren der Schweiz im Unterwallis sehen will, muss es sich mit Schweiss erkaufen. Doch es beginnt mit dem gemütlichen Teil: Gleich drei Bähnchen gibt es nacheinander zu besteigen, um von Le Châtelard zum Stausee Emosson zu gelangen. Nun beginnt die fünfstündige Rundwanderung, die in die Region des höher gelegenen Stausees Vieux-Emosson führt.

Unter dem Boden befindet sich hier das neueste Pumpspeicherkraftwerk der Schweiz, das derzeit schrittweise in Betrieb genommen wird. Doch zurück in die Vergangenheit, und zwar um 240 Millionen Jahre. Das war noch vor der Zeit der Dinosaurier. Das Tier, das hier seine Spur hinterliess, soll einem Krokodil geähnelt haben, wenn auch die Schnauze kürzer war. Es zählt zu den Archosauriern, den Ahnen der Dinos und Krokodile.

Die Route führt auf knapp 2500 Meter Höhe, es wird gute Ausrüstung empfohlen. In der Regel gibt der Schnee die Spuren ab Mitte Juli frei. verticalp-emosson.ch/de/explorez

Niklaus Salzmann

7. Auf dem Wasser kurven beim Neuenburgersee (NE)

Etwas Wasser zu schlucken, gehört dazu: Die ersten Versuche, mit einem Wakeboard oder mit Wasserski über die glitzernde Oberfläche des Neuenburgersees zu flitzen, enden meist mit einer spektakulären Bauch- oder Rückenlandung. Den Dreh hat man aber rasch raus, und kleine Wellen bringen einem nicht mehr so schnell aus dem Gleichgewicht.

Um sich auf einem Wakeboard oder auf Wasserski zu versuchen, fährt man am besten nach Estavayer-le-Lac, am Südufer des Neuenburgersees. Dort zieht einen der längste Wasserskilift der Schweiz 800 Meter über den See. Ski und Board lassen sich vor Ort ausleihen, ebenso ein Neoprenanzug.

Wer seine Balance in gemächlichem Tempo testen will, mietet ein Stand-up-Paddle und erkundet das Seeufer. Noch gemütlicher geht es mit einem Pedaloboot. Oder man schaut dem Treiben auf dem Wasser von der Liegewiese zu und badet am Sandstrand. Noch ist unklar, wann die Anlage öffnet. Aktuelle Infos gibt es unter: www.alphasurf.ch.

Annika Bangerter

8. Mit Kajak und Zelt am Greyerzersee (FR)

Den Lac de la Gruyère kennen viele nur aus der einen Perspektive, die sich auf der Autobahnraststätte daneben bietet. Wer den malerischen See näher kennen lernen will, kann in Gumefens direkt am Wasser campieren oder eine Hütte mieten. Der See hat eine gute Grösse, um ihn von einem Boot aus anzusteuern. In diversen Dörfern können Kajaks, Stand-up-Paddles, Kanus oder Pedalos gemietet werden.

Als Ausflugsziel lockt zum Beispiel die kleine Ogoz-Insel mit der Burgruine. Sie ist nah genug, um auch von ungeübten Paddlerinnen und Paddlern erreicht zu werden. Wer etwas mehr Anstrengung mag, fährt bis ans nördliche Ende des Sees und vergewissert sich, dass es sich tatsächlich um einen Stausee handelt.

Die verbrannten Kalorien können abends mit Spezialitäten aus der Region ersetzt werden. Ein Fondue moitié-moitié kann wunderbar auf einem Campingkocher zubereitet werden. Zum Dessert gibt es Meringue mit Doppelrahm (nicht unbedingt am gleichen Tag wie das Fondue).

Niklaus Salzmann

Für Familien

9. Selber Fossilien entdecken in Randen (SH)

Grundregel Nummer eins beim Wandern mit Kindern: Vermeiden Sie das Wort «wandern». Um die Kräfte der Kleinen zu mobilisieren, präsentieren Sie ihnen stattdessen eine geologische Expedition. Gute Chancen, Fossilien am Wegrand zu finden, haben sie auf dem Randen, der östlichen Fortsetzung des Juras im Kanton Schaffhausen. Das Gebiet war einst von einem Meer bedeckt. Darin muss es von Ammoniten gewimmelt haben, deren Überreste, von Kalk bedeckt, versteinert wurden und so die Jahrmillionen überdauerten.

Ein günstiger Ausgangspunkt für die Wanderung – pardon, Expedition – ist das Dorf Siblingen. Je nach Beinlänge der Kinder kann das Nachbardorf Beggingen angesteuert oder ein kürzerer Rundgang geplant werden. Auf jeden Fall empfiehlt sich ein Abstecher zum Siblinger Randenturm. Er sorgt dafür, dass die angehenden Geologinnen den Blick nicht nur auf den Boden richten. Für das Erklimmen der 99 Stufen gibt es zur Belohnung einen Kaugummi. www.randenhaus.ch

Niklaus Salzmann

10. Nervenkitzel und Poolspass auf dem Grimselpass (BE)

Auf 1400 Meter Höhe auf halbem Weg zum Grimselpass auf einer verwunschenen Waldlichtung mit Wasserfall liegt das altehrwürdige Hotel Handeck. Es ist der perfekte Ausgangsort für Familien, um die abenteuerliche Grimselwelt zu erkunden. Da wären etwa die 20 Meter hohen Reichenbachfälle, in denen Sherlock Holmes sein schreckliches Ende fand.

Da gibt es «Monstertrotti», mit denen man ins Tal sausen kann, oder die spektakuläre Gelmerbahn, die unbestritten steilste offene Standseilbahn Europas. Schwindelfrei sollte man auch für die Triftbrücke sein. Mit 170 Meter Spannweite führt die Hängeseilbrücke über den Abgrund und bietet eine spektakuläre Aussicht auf den Triftgletscher. Nach so viel Bewegung entspannt es sich wunderbar im beheizten Aussenpool des Hotels. Dass es auch noch einen Klettergarten, einen grossen Spielplatz und eine 14-Punkte-Küche hat, möchte man an dieser Stelle am liebsten gar nicht verraten. www.grimselwelt.ch

Katja Fischer De Santi

11. Durch den Jura kutschieren bei Ajoie (JU)

Es ist eine Reise im Schritttempo. Die Hufe des Pferdes klappern auf dem Weg, während jurassische Felder, Höfe und Hügelzüge vorbeiziehen. Blasen an den Füssen gibt es auch nach fast zwanzig Kilometer nicht. Sie wurden gemütlich im Planwagen zurückgelegt. Wer mit Ross und Wagen durch den Jura gondeln will, startet seine Tour in Courtedoux auf einem Pferdehof. Dort wird man instruiert. Unterwegs ist man als Familie oder mit Freunden – aber ohne Kutscher oder Guide. Die Routen und Zielpunkte sind vorgegeben: Es geht von einem Bauernhof zum nächsten, wo jeweils übernachtet wird. Auf den Höfen lassen sich Hunde und Katzen kraueln, Ponys reiten oder im Stroh schlafen.

Die mehrtägigen Planwagenfahrten organisiert der Reise-Anbieter Eurotrek. Wer sich nur kurz auf den Kutschbock schwingen mag, bucht eine Zweitagestour. Wer mehr will, lässt sich gleich auf ein fünftägiges Abenteuer in Schritttempo ein. Mehr Infos unter: www.eurotrek.ch

Annika Bangerter

12. Zeitreise mit Bergsee am Schluss im Maderanertal (UR)

Es ist eine Wanderung zurück in eine Zeit, wo die Damen per Sänfte hinauf ins Hotel getragen wurden. 1864 wurde das Hotel Maderanertal im Kanton Uri gebaut. Die goldigen Jahre sind vorbei und nur noch das Haupthaus in Betrieb, doch dort wähnt man sich in den historisch eingerichteten Zimmern sofort in einer anderen Welt. Das beeindruckt auch die Kinder. Die Wanderung ab Bristen (Talstation Golzern) dauert rund 2 Stunden (6 km, 450 hm). Der Weg führt meist dem Chärstelenbach entlang durch Wald und Wiesen. Ist das zu weit, dann gibt es ein Bergtaxi, das die sehr holperige Strasse befährt (Josef Zberg 079 271 81 57 oder Taxi Zentrale Uri 079 665 58 81).

Im Hotel gibt es einfache Kost, dafür ist der Ausblick ein ständiger Augenschmaus. Tags darauf kann man mit grösseren Kindern via Windgällenhütte (7 km, 700 hm) zum Golzernsee oder in nur eineinhalb Stunden runter zum Bach und einen steilen Pfad hoch zum See. Runter nach Bristen mit der Golzernseilbahn. www.hotelmaderanertal.jimdofree.com

Sabine Kuster

Für Paare

13. Das schönste Städtchen: Werdenberg (SG)

Das Bild der herrschaftlichen Burg des Hochmittelalters spiegelt sich im Weiher am Fusse des Städtchens Werdenberg. Vor 800 Jahren vom Stammvater der Werdenberger, Graf Rudolf von Montfort, gebaut, um den Übergang ins Toggenburg zu sichern, war das Schloss unter den Glarnern Verwaltungsort der Landvogtei.

Heute ist es ein vielfältiges Museum, in dem die Wandlungen der letzten acht Jahrhunderte repräsentiert sind. Verzaubert wird, wer zuvor unter den Schatten spendenden Bäumen dem Kiesweg entlang am Schlangenhaus vorbei dem Weiher folgt, um durch einen «Tunnel» ins Städtchen Werdenberg zu gelangen.

Fasziniert steht man inmitten der kleinsten Stadt der Schweiz. Die älteste Schweizer Holzsiedlung mit städtischem Charakter erhielt nach dem Bau des Schlosses das Markt- und das Stadtrecht. Seine Stadtmauern wurden nie erweitert oder geschleift. Obwohl sich einst auch die Franzosen eingenistet hatten, was im Schlangenhaus zu sehen ist. www.werdenberg.ch

Bruno Knellwolf

14. Kochen und campen im Entlebuch (LU)

Mit einem VW-Bus losfahren, quer durch die Schweiz rollen und einfach anhalten, wo es einem gerade gefällt und ein Campingplatz (spätestens Anfang Juni sind die meisten wieder offen) noch Platz hat. Dank der Website mycamper.ch ist das einfacher denn je: Private bieten ihre liebevoll gepflegten Camper, Büssli und Wohnmobile tageweise zur Miete an. Nur ein paar Clicks, und losgehen kann die Reise.

Weil aber Büsslifahren allein noch keine Ferien sind, empfehlen wir ein wenig kulinarische Weiterbildung auf der Fahrt. Etwa mit einem alchemistischen Kochkurs auf dem Feuerring beim Hexer und Naturkoch Stefan Wiesner. In seiner avantgardistischen Naturakademie im luzernischen Escholzmatt kann man auch Wursten, Räuchern oder das Kochen mit Wildkräutern lernen. Wem das zu anstrengend ist, der kann einfach in Wiesners «Rössli» einkehren und geniessen. www.stefanwiesner.ch

Katja Fischer de Santi

15. Entspannt am See in Merligen (BE)

Als Beatus die Höhlen entdeckt und den Drachen daraus vertrieben hat, hauste der Mönch dort oberhalb des Thunersees bis an sein Lebensende. Das ist zwar eine Legende, doch sie ist äusserst glaubwürdig (abgesehen vom Drachen). Wer einmal das nördliche Ufer des Sees im Berner Oberland gesehen hat, der will da nicht mehr weg. Besonders nicht, wenn er im Hotel Beatus rastet.

Das Hotel ist eine der Top-Wellness-Adressen der Schweiz. Zum Schwitzen wählt man eine von drei Saunen. Ebenso viele Dampfbäder laden dazu ein, wieder einmal schön tief durchzuatmen. Zum Abkühlen springt man in den See. Die Berglandschaft bietet diverse Wandermöglichkeiten. Und da kaum ausländische Touristen zu erwarten sind, ist heuer der perfekte Zeitpunkt für einen Besuch der Höhle.

Am Abend gönnt man sich ein mehrgängiges Diner im ausgezeichneten Restaurant des Hotels. Sollen Mönche in Höhlen hausen, wir dürfen uns auch einmal wie Könige fühlen. www.beatus.ch

Raffael Schuppisser

16. Romantik in der Alphütte im Münstertal (GR)

Meine Vorstellungen von Ferien zu zweit in einem Maiensäss könnten als Vorlage für einen Werbespot dienen: Nach einer Wanderung zu einem Bergsee schauen wir bei einem Glas Weisswein zu, wie die Abendsonne hinter den Berggipfeln verschwindet. Zu Abend essen wir neben einem Feuer, auf dem wir unser Essen grillieren. Dann gucken wir so lange in den sternenübersäten Nachthimmel, bis wir müde und zufrieden in die Federbetten sinken. So romantisch!

Mein Freund und ich machen diesen Sommer Wanderferien in den Alpen. Dafür haben wir uns ein abgelegenes Maiensäss im Münstertal gemietet. Der Wohnraum ist zeitgemäss ausgebaut. Es hat fliessend Wasser und ein modernes Bad, dennoch ist es heimelig dank alter Baustruktur und Holzofen. Weit und breit gibt es keine Nachbarn, dafür einen Garten und eine atemberaubende Aussicht aufs Tal und die umliegenden Bergketten. Solche Angebote findet man einige hierzulande, etwa unter: www.sentiero.ch.

Maria Brehmer

17. Grüezi und bonjour im Drei-Seen-Land (BE/NE/VD)

Genuss auf Bärntüütsch und Französisch, mit Geschichte und Natur. Wer in zwei Tagen eine Riesenportion Ferien an der frischen Luft am und im Wasser tanken will, dem empfehle ich ein Velotürli von Biel nach Yverdon – mit Übernachtung im Klosterhotel auf der Petersinsel (was kulinarisch, historisch und landschaftlich allein schon eine Reise wert ist).

Beim Bieler- wie beim Neuenburgersee kurvt man durch Dörfer und (Gemüse-)Felder des Grossen Mooses, vorbei an Wäldchen und Schilfhecken, manchmal gar auf Holzstegen. Ab und an direkt am Wasser, ein Schwumm ist vielerorts möglich, ebenso eine Rast, um Fischknusperli und ein Glas Weissen zu geniessen.

Das Kraftwerk Hagneck und die Kanalbauten, die Vogelparadiese wie die Altstädte von Erlach, Ins und Estavayer lohnen einen Halt. Die Strecke (82 Kilometer) ist Teil der Mittellandroute, bestens ausgeschildert. Wem das zu kurz ist, startet schon in Solothurn. In einer Woche schafft man locker die ganze Route 5 von Romanshorn bis Lausanne (375 Kilometer).

Sabine Altorfer

Für Senioren

18. Che bello! Italianità zelebrieren in Ascona (TI)

Wer in Ascona im schmucken Hotel Riposo logiert, beginnt und beschliesst den Tag am schönsten auf der Dachterrasse des Hauses. Sie eröffnet einen fantastischen Ausblick auf die Altstadt, den Lago Maggiore und die umliegenden Berge. In wenigen Schritten ist man auf der Seepromenade mit ihrem mediterranen Flair.

Hier kann man Stunden verbringen: sehen und gesehen werden. Das gehört zur Italianità, die hier zu spüren ist. Wer sich aufraffen mag, macht einen Rundgang durch die Altstadt mit ihren vielen malerischen Winkeln und architektonischen Zeugen – auch aus der Renaissance. Oder lässt sich mit dem Schiff auf die Brissago-Inseln bringen, in den botanischen Garten des Kantons Tessin.

Dort taucht man ein in eine subtropische Pflanzenwelt und wird in ferne Länder entführt: etwa nach Mittelamerika oder Australien. Den Sonnenuntergang geniesst man wieder auf der Promenade – oder auf der hoteleigenen Dachterrasse: www.hotelriposo.ch

Urs Bader

19. Schiff ahoi in der Bergwelt bei Sils Maria (GR)

Dem stimmt man gern zu: Dass Sils der «lieblichste Winkel der Erde» sei, so wie das Friedrich Nietzsche sah, der in den 1880er-Jahren hier Stammgast war. Eine Rundtour am und auf dem Silsersee nach Maloja lässt einen die liebliche Landschaft erleben. Die leichte Wanderung führt teils über Naturstrassen, teils über Pfade dem See entlang und eröffnet immer wieder grossartige Ausblicke. Nach etwas mehr als zwei Stunden erreicht man Maloja.

Jetzt folgt der Höhepunkt der Tour: Man besteigt das Boot von Kapitän Franco Giani, der auf dem Silsersee die höchstgelegene Kursschifflinie Europas betreibt. Den Fahrtwind im Gesicht, geniesst man den freien Blick auf die faszinierende Bergkulisse. Allzu bald legt der Kapitän in Sils an – nach etwa 40 Minuten. Eine Unterkunft in Sils? Da lockt natürlich das traditionsreiche «Waldhaus» mit seinem Belle-Époque-Charme. Es geht aber auch einfacher, etwa im gepflegten Hotel Cervo: www.cervo-sils.ch

Urs Bader

20. Nachhaltig geniessen in Montézillon (NE)

Ruhe und Natur – das bietet das sympathische Bio-Hotel L’Aubier in Montézillon hoch über dem Neuenburgersee. Zusammen mit dem zugehörigen biologisch-dynamisch bewirtschafteten Bauernhof samt Käserei ist es eine eigentliche Oase. Wer Erholung sucht, findet sie hier. Von Montézillon geniesst man eine atemberaubende Aussicht über den See und in die Alpen.

Das Bio-Hotel hat eine breit abgestützte Trägerschaft, der es in einem weiten Sinn um Nachhaltigkeit geht. Die Anreise mit dem Auto ist dennoch von Vorteil – auch wenn sich fast alles mit dem öffentlichen Verkehr machen lässt.

Rasch ist man etwa bei der pittoresken Areuse-Schlucht, die erwandert sein will, oder im Val-de-Travers, wo sich wieder einmal ein urchiger Absinth kaufen lässt. Hat man genug von Ruhe, Natur und Wandern, ist man von Montézillon in zehn Minuten in Neuenburg mit seiner belebten Altstadt und den Seepromenaden. Weitere Informationen unter: www.aubier.ch

Urs Bader

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