Die Regeln des Ruhms

Jeder kann ein Star werden, wenn er einige Regeln befolgt, das behauptet zumindest ein nicht ganz ernstzunehmendes, aber amüsantes Handbuch.

Biljana Jovic
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Yachten, Ruhm und Promi-Parties. Der Entzug, dann das späte Comeback – um dies zu erreichen, braucht es kein Talent, sondern die richtigen Tricks, sagt André de Guillaume, Autor des Handbuchs «Wie man berühmt wird».

Aber bevor man das Buch zur Hand nimmt, wollen wir zuerst die Frage geklärt haben, warum so viele zu Prominenten aufschauen und nicht wenige mittels Castingshows in ihre Fussstapfen treten wollen. «Warum nicht?», fragt der Autor zurück.

«Wir lieben sie, weil sie reicher, hübscher und schlanker sind als wir; wir lieben sie, weil sie alles grösser und besser machen.» Eine, die alles richtig gemacht hat, ist Sängerin Madonna (Bild). Das fängt schon beim Namen an, denn ein künftiger Star braucht einen klingenden Namen, eben wie Madonna (Mutter Jesu), oder Shakira, oder Pink. Wer es wohlklingender mag, der nehme eine Alliteration, wie es Marilyn Monroe und Brigitte Bardot taten.

Die schwierige Kindheit

Mit dem richtigen Namen kommt auch der richtige Gesprächsstoff. Madonnas Videos waren teilweise so eindeutig zweideutig, dass sie nicht oder nur spätnachts am TV gezeigt wurden. Eigentlich hätte Madonnas Stern deswegen verglühen müssen. Tat er aber nicht, weil die Medien nach Skandalen und schmutzigen Geschichten lechzen.

Angelina Jolie, die ein angespanntes Verhältnis zu ihrem Oscar-prämierten Vater hat und sich zeitweise die Arme ritzte, ist ein Paradebeispiel dafür. Wer aber nichts kann und auch nichts zu erzählen hat, soll sich von einem schmierigen Hobbyfotografen für wenig Geld knipsen lassen, rät der Autor. Madonna hat es für 25 Dollar getan. Wenn es gut geht, werden diese Fotos irgendwann teuer versteigert.

Angekommen

Wer am Gipfel des Erfolgs angekommen ist, für den geht es meist schnell wieder den Berg hinab. Im Gespräch bleiben ist jetzt das A und O. Der Autor rät falsche Paparazzi anzuheuern, die wiederum die richtigen Paparazzi anziehen. Wenn das nicht hilft, wieder mehr Haut zeigen, wie Marilyn Monroe im Film «Das verflixte 7. Jahr», wo sie über einem Schacht stand und ihr Röckchen hochwehte.

Bringt das auch nichts, noch mehr Haut zeigen, wie Sharon Stone in «Basic Instinct» im Polizeiverhör, mit übergeschlagenen Beinen und einem Mangel an Unterwäsche.

Trotzdem darf die soziale Ader nicht darunter leiden, erklärt das Handbuch. Wer Kinder adoptiert, erntet Sympathien. Während ein normales Kind mit 16 aber ins Klassenlager fährt, weist sich das Promi-Kind in die Entzugsklinik ein.

Dies nur einer von vielen witzigen Vergleichen zwischen Normalos und Promis, die André de Guillaume in seinem Buch zieht. Über sich und seinen Promi-Status sagt er: «Ich bin (noch) nicht berühmt, aber mein Nachbar kannte mal den Chauffeur von jemanden, dessen Schwager es war.»

André de Guillaume: «Wie man berühmt wird», Bastei Lübbe, 2010

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