Testbericht
Quervergleich zeigt: Die meisten Stoffmasken genügen nicht

Lange war es nur ein Verdacht: Nicht alle Masken-Testinstitute arbeiten gleich. Nun bestätigt der «Kassensturz» den Verdacht von CH Media – viele Stoffmasken täuschen eine falsche Sicherheit vor.

Sabine Kuster
Merken
Drucken
Teilen

Die Qualität der Stoffmasken wird seit Beginn diskutiert – und die Verlässlichkeit der Prüfinsitute. So fiel SQTS schon früher mit auffällig guten Zertifikaten auf, wie CH Media berichtete.

Der Verdacht bezüglich mangelhaftem Masken-Prüfverfahren hat sich durch erneute Tests der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW im Quervergleich mit dem Prüfinstitut Testex verdichtet: Von fünf Stoffmasken mit dem Label SQTS, die angeblich eine Filtereffizienz von 70 bis 95 Prozent haben, klassieren FHNW und Testex alle ungenügend mit Messwerten von 21% bis 47% und einer Maske mit zu hohem Atemwiderstand. Dies zeigt ein Bericht des «Kassensturzes».

SQTS sagt dazu in einer Stellungnahme, man arbeite seit Beginn der Pandemie «intensiv u.a. auch mit den Herstellern von Testgeräten an verbesserten, vergleichbaren Lösungen».

Masken wirken – je nach Virenkonzentration in der Luft

Welche Stoffmasken bieten also genug Sicherheit? Von zwei unterschiedlichen Testern belegt ist dies für alle Masken von Unrepa, mit denen sich die SBB hat ausrüsten lassen, und für Livinguard Pro von Cilander.

Wie ein Fachartikel im Wissenschaftsmagazin «Sience » diese Woche überraschend zeigte, sind Masken mit einer relativ geringen Filtereffizienz in vielen Umgebungen jedoch dennoch effektiv. So reduziert das Tragen von Masken mit einer Filtereffizienz von nur 30 bis 70 Prozent (Standard Swiss Covid Taskforce wäre 70 %) die Ansteckungswahrscheinlichkeit in Räumen mit einer niedrigen Virenkonzentration trotzdem. In Räumen mit hoher Virenkonzentration, beziehungsweise schlechter Lüftung, sind sie jedoch praktisch nutzlos. Dann wirken nur Masken mit dem FFP2-Standart genügend. Eine Infektion wird ausserdem wahrscheinlicher je länger man sich in einem solchen Raum aufhält - und wenn die Maske nicht korrekt getragen wird.