Verdoppelung im Wochenrhythmus: Die Infektionszahlen bleiben auf hohem Niveau

Durchschnittlich 2900 laborbestätigte Neuinfektionen pro Tag meldet das Bundesamt für Gesundheit übers Wochenende. Der Altersschnitt der Infizierten ist weiterhin tief.

Bruno Knellwolf
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Bundesrat Alain Berset, zieht sich die Schutzmaske an. Während der Medienkonferenz vom vergangenen Freitag hat er die wöchentliche Verdopplung der Infektionen vorausgesagt.

Bundesrat Alain Berset, zieht sich die Schutzmaske an. Während der Medienkonferenz vom vergangenen Freitag hat er die wöchentliche Verdopplung der Infektionen vorausgesagt.

Bild: Marcel Bieri / Keystone

8737 Neuinfektionen meldet das BAG übers Wochenende innerhalb von 72 Stunden. Umgerechnet auf einen einzelnen Tag entspricht das ungefähr der täglichen Fallzahl, wie sie ab Mitte vergangener Woche registriert wurde. Gemeldet wurden zudem 14 Todesfälle und 171 Hospitalisierungen in den vergangenen drei Tagen.

Ankündigung von Alain Berset

Am Freitag hat Bundesrat Alain Berset gesagt, in einer Woche verdopple sich derzeit die Anzahl der neuen Infektionen. Bezogen auf das vorletzte Wochenende stimmt diese Analyse, damals waren es 4068 Ansteckungen. Noch ein Wochenende früher waren 1548 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden.

Noch immer stecken sich mehrheitlich jüngere Menschen an, am meisten zwischen 20 und 30. Während der ersten Phase der COVID-19-Epidemie wurden bei den 80-Jährigen und Älteren die meisten Fälle beobachtet, überproportional viele im Vergleich zur ihrem Anteil an der Bevölkerung, wie das BAG schreibt. Der Altersdurchschnitt lag damals bei 52 Jahren.

Altersschnitt der Infizierten ist weiterhin tief

Über die letzten Wochen und mit Änderung der Testkriterien nahm der Anteil an Fällen bei den unter 40- Jährigen zu. Schon seit dem 8. Juni ist die am meist betroffene Altersklasse die der 20-29-Jährigen, sowohl bei der Anzahl Fälle wie auch nach der Inzidenz pro 100'000 Personen. Der Altersdurchschnitt war in den vorletzten Woche bei 39 Jahren. Allerdings gibt es nun einen schwachen Trend einer leichten Zunahme auch wieder bei den älteren Menschen in der Schweiz.

Die Spitäler seien noch nicht überlastet, hat Berset gesagt, aber man gehe davon aus, dass die Hospitalisierungen in der nächsten Zeit zunehmen werden. Waren es in der Woche 40 78 Spitaleinlieferungen, waren es vorletzte Woche 137 und vergangene Woche etwa 260. Ein Blick auf die Statistik zeigt, dass von diesen etwa 75 Prozent älter als sechzig sind.

Bestätigung der zweiten Welle

Aufgrund der rasch steigenden Infektionszahlen hat Alain Berset am Freitag vom Beginn der zweiten Welle gesprochen. Und gesagt: «Wir haben keine Angst, wir wissen wie reagieren. Aber wir haben Respekt vor der aktuellen Situation. Jetzt ist der Moment, in dem wir die Hygieneregeln unbedingt wieder anwenden müssen.»

In Isolation leben heute 7367 Menschen in der Schweiz. In Quarantäne sind rund 25'000 Menschen.