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Kolumne

Die dicke Meerjungfrau

Eine beglückende Begegnung der besonderen Art - Postkartengruss aus Marsa Alam.
Susanne Petrin

Matrosen mussten früher wahnsinnig einsam gewesen sein, als sie in diesem Viech eine Meerjungfrau zu erkennen glaubten. Man kann viel Gutes über die Seekuh sagen, aber schön ist sie nicht. Um die 400 Kilogramm wiegt ihr plumper Körper, und das bei einer Länge von durchschnittlich 3 Metern. Daraus ergibt sich ein BMI von 44,4 – das läuft nicht mehr unter gut gerundet, sorry Dugong! (So heisst das Tier auf Malaysisch, was «Dame des Meeres» heisst.)

Unfreiwillig muss so manche Dugong-Dame auf Diät.

Ihre Lebensgrundlage, Seegraswiesen in flachen Meergewässern, wird zunehmend verschmutzt. Auf die letzten ihrer Art stürzen sich im Roten Meer immer mehr Taucher. Auch mich hat eine einsame Seekuh vor dem ägyptischen Badeort Marsa Alam beglückt, als ich plötzlich ihre enorme Gestalt unter Wasser sah. Minutenlang kniete ich neben ihr und sah ihr beim Essen zu. Gestört nur von zwei anderen Tauchern, die mit enormen blitzenden Apparaten den zehntausendsten Dugong-Film drehen mussten. Die Seekuh schien derweil geduldig zu lächeln, den Hype gewohnt. Ein bisschen verliebt hab ich mich da schon.

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