Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Kolumne

Die bösen grossen Noten

Neue Währungsinstrumente im Netz sind wahrscheinlich anfälliger für die Verwendung bei kriminellen Geschäften als jedes Bargeld.
Valentin Landmann
Valentin Landmann, Rechtsanwalt.

Valentin Landmann, Rechtsanwalt.

In vielen Staaten, vor allem in der EU, wird diskutiert, Bargeldverkehr einzuschränken: Bargeld könnte ja für Steuerhinterziehung verwendet werden. Insbesondere grosse Noten sollen da eine ganz böse Rolle spielen. Sie würden angeblich der organisierten Kriminalität dienen und sie könnten – schrecklicher Gedanke – irgendwo versteckt werden. Diese Tendenzen, denen sich die Politik auch in der Schweiz zuzuwenden scheint, sind aus meiner Sicht völlig verfehlt und zwar aus verschiedenen Gründen:

Dem normalen Geschäftsgang vielleicht voraus

Organisierte Kriminalität funktioniert nicht über grosse Noten. Haben Sie etwa schon einmal von einem Drogenfall gehört, in welchem die Dealer nur ganz grosse Noten akzeptieren? Haben Sie von Hehlerei oder Einbruchgeschäften gehört, die für die Abwicklung auf grosse Noten angewiesen sind? Haben Sie schon einmal gehört, dass Eingriffe in die Prostitution nur mit grossen Noten funktionieren?

Haben Sie schon einmal gehört, dass ein Räuber nur grosse Noten will?

Sicher nicht. Das alles findet so oder so statt und hat mit der Grösse der Noten wenig zu tun.

In immensem Umfang läuft Kriminalität heute überhaupt nicht mehr über Bargeld. Hier ist die Kriminalität dem normalen Geschäftsgang vielleicht sogar voraus: riesige Summen laufen über Cyberkriminalität – an Kongressen hört man Zahlen wie ­ 1500 Milliarden –, ebenso das Verschwindenlassen von Geldern usw. ­

Der Klick auf die Entertaste ist weniger kompliziert, als ein Köfferchen mit Noten mit sich herumzutragen.

Neue Währungsinstrumente im Netz sind wahrscheinlich anfälliger als jedes Bargeld auf Verwendung für kriminelle Geschäfte.

Warum nicht ein Sparbatzen in grossen Noten?

Der Hang, das Bargeld einzuschränken oder schliesslich praktisch ganz zu verbieten, entspricht dem Hang, dass der Staat den Bürger bis zu jedem Fünfräppler soll kontrollieren können. Wenn wir alles nur noch mit Karte kaufen können, wenn wir jede Transaktion über irgendein elektronisches Guthaben führen müssen, welches uns der Staat dann vielleicht sogar im Rahmen der AHV zukommen lässt, dann ist die Kontrolle grundsätzlich total. Nur: Der Staat irrt sogar hier. Zwar wird der Normalbürger auf diese Weise unverhältnismässig kontrolliert.

Die wirkliche Kriminalität lehnt sich derweil lachend zurück und benutzt alle Instrumente des elektronischen Zahlungsverkehrs mit Wonne.

Und abgesehen von allem: Was spricht dagegen, wenn jemand, der noch auf Währungen vertraut, seinen Sparbatzen nicht nur in ein paar Goldmünzen oder -barren, sondern auch in grossen Noten aufbewahren will? Steuerehrlichkeit ist die Frage der Korrektheit des Einzelnen. Auch Sparbatzen in Cash sowie Goldmünzen, Goldbarren und Wertpapiere, die nicht in einem Depot liegen, können problemlos deklariert werden. Deklaration und Deklarationsehrlichkeit sind keine Fragen des Bargelds und der Grösse der Noten.

Unsere Nationalbank sollte auch in Zukunft diejenigen Noten zur Verfügung stellen, die sinnvollerweise für das wirtschaftliche und private Leben der Einwohner dienen können.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.