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Dialog zwischen Weltreligionen fördert den Respekt

Die Schweizer Juden haben erstmals einen Preis vergeben, der Menschen auszeichnet, die sich für den religiösen Dialog und Austausch einsetzen.
Der Dialog zwischen den Weltreligionen klärt auf, baut Vorurteile ab und fördert gegenseitigen Respekt. Mit dem Dialogpreis zeichnen die Schweizer Juden verdiente Menschen aus.

Der Dialog zwischen den Weltreligionen klärt auf, baut Vorurteile ab und fördert gegenseitigen Respekt. Mit dem Dialogpreis zeichnen die Schweizer Juden verdiente Menschen aus.

«Wir wünschen und erhoffen uns, dass die wertvolle Arbeit der ausgezeichneten Persönlichkeiten ein Vorbild für andere Personen wird, die sich schon am unentbehrlichen Dialog beteiligen oder dies in Zukunft tun werden.» Es ist eine klare und erwartungsvolle Ansage, welche die Föderation islamischer Dachorganisationen Schweiz (FIDS) an den interreligiösen Dialog stellt.

Am Dienstag, 29. Mai, haben der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) und die Plattform der Liberalen Juden der Schweiz (PLJS) in Bern zum ersten Mal den «Dialogpreis Schweizer Juden» vergeben. 10 000 Franken gehen an je zwei Gewinner aus der Deutschschweiz und der Romandie. Es ist zum einen eine Anerkennung für ihren bisherigen Einsatz im Auftrag des Austauschs zwischen den Religionen. Zum anderen dient der Preis der Förderung weiterer interreligiöser Projekte.

«Nötig und unverzichtbar»

Dass der Austausch zwischen den Religionen wichtiger denn je ist, betonte Bundespräsident Alain Berset an seiner Festrede in Bern. Die Zeiten seien paradox, meinte er. Einerseits hätten die Menschen heute die Möglichkeiten, sich umfassend zum Thema zu informieren und über die Grenzen hinweg auszutauschen. Doch andererseits würden insbesondere über soziale Medien Gerüchte und Unwahrheiten gestreut, so dass sich Intoleranz, Fremdenhass und Antisemitismus weiter ausbreiten würden. «Wir dürfen nicht aufhören, die Aufklärung weiterzuführen», betonte Alain Berset. Diesem Aufruf schloss sich auch Herbert Winter, Präsident des SIG, an. «Der Dialog ist nötig und unverzichtbar, damit Menschen mit unterschiedlichsten Lebensentwürfen zusammenfinden», sagte er. «Der Dialog stärkt den Zusammenhalt.»

Interreligiöse Plattform

Die vier Preisträger gehören dem jüdischen, christlichen und muslimischen Glauben an. Der evangelische Diakon Maurice Gardiol und der jüdische Vorbeter Eric Ackermann – beide aus der Westschweiz – werden mit dem Preis für ihre interreligiöse Plattform Genf geehrt, mit welcher sie explizit Vielfalt und den Austausch zwischen den Religionen fördern. Mit ihrem Projekt tragen sie unter anderem massgeblich dazu bei, dass in der Welschschweiz die so genannten Likrat-Begegnungen stattfinden können. Mit diesen Begegnungen werden nichtjüdische Organisationen gebildet und sensibilisiert, um jüdische Kundschaft besser verstehen zu können. Gardiol und Ackermann sind überdies an der Genfer Hochschule für Soziale Arbeit tätig. Dort sind sie mitverantwortlich für das Modul «Soziale Arbeit, Religion und Spiritualität».

Träger des jüdisch- muslimischen Dialoges

Die beiden aus der Deutschschweiz stammenden Preisträger sind Muris Begovic, Sekretär der Vereinigung der Islamischen Organisationen (VIOZ) in Zürich und ehemals stellvertretender Imam der bosnischen Moschee in Schlieren, sowie Noam Hertig, Gemeinderabbiner der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich (ICZ).

Die beiden jungen Geistlichen setzen sich insbesondere für den Dialog zwischen Juden und Muslimen ein und engagieren sich gemeinsam im Rahmen des jüdisch-muslimischen Begegnungsprojektes «Respect». Nachdem Begovic und Hertig 2014 die erste Dialogveranstaltung der jüdischen und muslimischen Schweizer Dachverbände geleitet haben, gelten sie gemäss Dialogpreis-Komitee als die «offiziellen» geistlichen Träger eines gemeinsamen Dialogprojektes zwischen den Juden und den Muslimen der Schweiz.

Unbegründete Vorurteile abbauen

Über die Auszeichnung für Imam Begovic zeigt sich der islamische Dachverband besonders erfreut, sei er doch seit Jahren mit grossem Engagement im Einsatz für eben diesen unerlässlichen Dialog mit Juden, Christen und anderen Religionsgemeinschaften.

Der Islamische Dachverband zeigt sich dem Israelitischen Gemeindebund sowie den Liberalen Juden Schweiz gegenüber dankbar für die Initiative mit dem Dialogpreis. Auch er selbst unterstützt nach eigenen Angaben mehrere Bestrebungen, um den interreligiösen Dialog voranzutreiben. «Nur so könnten unbegründete Vorurteile und festgefahrene Ansichten in der Gesellschaft abgebaut werden», zieht der Islamische Dachverband Fazit. (fae)

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