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Kommentar

Der Klimawandel wartet nicht

Rückgängig zu machen ist er nicht. Doch wenn das Verbrennen von fossilen Treibstoffen bis Mitte des Jahrhunderts gänzlich gestoppt wird, kann der Klimawandel zumindest aufgehalten werden.
Bruno Knellwolf
Bruno Knellwolf

Bruno Knellwolf

Deutlicher als diesen Sommer hätte sich der Klimawandel kaum zeigen können. Das Jahr 2018 bewegt sich gemäss Meteo Schweiz punkto Wärme und Trockenheit auf Rekordkurs. Seit 2011 haben wir die vier wärmsten Jahre seit Messbeginn im Jahr 1864 erlebt. Die am Dienstag von der ETH Zürich und Meteo Schweiz ausgearbeiteten und veröffentlichten Klimaszenarien 2018 zeigen deutlich, wie dramatisch die Situation ist. Seit drei Jahrzehnten läuft die Schweiz temperaturmässig im roten Bereich, und seit 1864 hat sich die Temperatur in unserem Land um 2 Grad Celsius erhöht.

Das ist doppelt so viel wie der weltweite Durchschnitt. Das Wetter ist variabel und kann in einzelnen Jahren Kapriolen machen. Doch über eine Zeit von dreissig Jahren ist der Trend deutlich, und es ist geradezu verwegen, diese Erderwärmung nicht mit unseren Aktivitäten und dem dadurch gesteigerten Ausstoss an Treibhausgasen in Verbindung zu bringen.

Die Zahl derer, die den menschgemachten Klimawandel als Märchen abtun, sinkt zwar in Jahren wie diesen. Verschwunden sind sie nicht, und sie werden sich im Rahmen der Beratungen über das CO2-Gesetz wieder bemerkbar machen. Doch der Klimawandel wartet nicht. Er ist zwar nicht rückgängig zu machen. Doch wenn das Verbrennen von fossilen Treibstoffen bis Mitte des Jahrhunderts gänzlich gestoppt wird, kann er zumindest aufgehalten werden. Auf alle Fälle müssen die Verantwortlichen für Wintersportorte, Schifffahrt und Fischerei sowie Architekten und Ingenieure Anpassungen einplanen. Konkrete Massnahmen, um die Folgen der zukünftig heisseren, trockeneren Sommer mit starken Unwettern erträglich zu machen und die Schäden in Grenzen zu halten.

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