Lifestyle

Der Herbst wird heiss – mit Animalprints von Kopf bis Fuss

Zugegeben, für scheue Miezekätzchen ist das nichts. Wer aber bereit ist, sich etwas zu trauen in diesem Herbst, wird mit einem aufregenden Safari-Trip belohnt. Und da spielen nicht nur Raubkatzen, sondern auch Zebras und Schlangen die Hauptrolle, bunt durcheinandergemischt.

Rahel Koerfgen
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Roaaar, die bunten Raubkatzen sind los! Hier an der Herbst-/ Wintershow des Designers Tom Ford in New York.

Roaaar, die bunten Raubkatzen sind los! Hier an der Herbst-/ Wintershow des Designers Tom Ford in New York.

imago/i Images

In der bevorstehenden kühlen Jahreszeit gehören Animalprints – Stoffdrucke in Tierfell-Optik – zu den heissesten Trends. Klar, das waren sie bereits schon in der letzten und der vorletzten Saison, so gilt etwa der Leo-Mantel längst als Klassiker. Aktuell aber sind die Entwürfe der Designer an Erotik kaum zu überbieten. Sie signalisieren Stärke – auch eine Reaktion der Modeschöpfer auf die #Metoo-Bewegung der Frauen, die immer noch anhält.

Und anders als in den vergangenen Jahren kombiniert man die Animal-Prints – die meisten glücklicherweise pelzfrei – heute nicht mehr mit dezenten Teilen wie Jeans, schwarzen Cowboy-Stiefeletten und weissem T-Shirt, sondern setzt von Kopf bis Fuss auf die Musterung.

Der Leopardenkönig

Das Treiben wird immer wilder. So geht das Streifenmuster des Zebras frei jeglicher Hemmungen mit den Leo-Tupfern eine spannende Liaison ein, und die unverkennbaren Tigerstreifen vermischen sich mit den Mustern von Schlangenhaut. Zumindest, wenn es nach den Designern geht. Gesehen etwa an den Herbst-/Winterschauen 2018/2019 von Max Mara, Balenciaga, Roberto Cavalli oder Dolce & Gabbana.

Vom Oversize-Mantel über den wallenden Seidenrock bis hin zu über und über bedruckten semitransparenten Leggings: Ohne tierisches Muster lief gar nichts, die Models wurden in veritable Raubkatzen verwandelt. Einige Designer wagten sich sogar noch einen Schritt weiter und tauchten ihre Entwürfe in Knallfarben, etwa leuchtendes Rot oder Blau. Die Amerikaner Jeremy Scott und Tom Ford waren so mutig.

Einen dürfte diese Entwicklung besonders freuen. Der italienische Designer Roberto Cavalli gilt als der Pionier in Sachen Animalprint. Nicht umsonst wird er auch «der Leopardenkönig» genannt: In den 1970er-Jahren schaffte er es, Kleidung mit tierischen Mustern salonfähig zu machen und ihr eine gehörige Portion Eleganz zu verleihen. Jenem Stil, der bis dato als muffig-ordinär galt.

Wegen seiner Kreativität und seines Muts galt Cavalli schnell als einer der innovativsten Modeschöpfer der Hippie-Ära. Aber auch als einer der umstrittensten: Der ungezügelte Einsatz von Pelz brachte ihm schon damals viel Kritik ein. Was in den 1980er-Jahren darin gipfelte, dass niemand mehr wild nach Cavallis tierischen Prints war.

Erst in den 1990er-Jahren erlebten die animalischen Muster eine Renaissance, vor allem dank dem Designerduo Dolce & Gabbana. Die Marke der beiden jungen Italiener wurde zum neuen Stern am internationalen Modehimmel erkoren, nachdem Pop-Queen Madonna ein mit Edelsteinen besetztes Korsett des Labels an einer Filmpremiere zur Schau getragen hatte.

Domenico Dolce und Stefano Gabbana machten die aus der Tierwelt inspirierten Prints zu ihrem Markenzeichen. Seither sind sie nicht mehr totzukriegen, die Leos, Zebras, Tiger und Schlangen.

Das sind die weiteren Trends

Wem animalische Prints nicht zusagen, der braucht den Kopf nicht in den Sand zu stecken. Oder doch, in gewisser Weise: Erdtöne in unterschiedlichsten Nuancen werden im Herbst überall zu sehen sein. Cognacfarbene Wollmäntel, rostrote Cordhosen mit leichtem Schlag oder beigefarbene Oversize-pullover gehören zu den Must-haves. Genauso wie alles, das mit silbrigen Pailletten bestickt wurde.

Auch der Ledertrend bleibt uns erhalten. Zur Pflichtgarderobe gehört ein Lederkleid. Ob kurz oder lang spielt keine Rolle. Der letzte Schrei: ein plissiertes Lederkleid, denn damit haut man zwei Fliegen mit einer Klappe. Plissée, der gefaltete Stoff, erlebt wieder mal ein Comeback, als weitschwingender Rock oder auch bei Culottes.

Ein Trend, der uns gar nicht behagt: Die Buffalo-Schuhe sind zurück, jene Plateau-Sneaker, die an den Techno-Partys der 1990er-Jahre nicht wegzudenken waren.
Abgelaufen ist die Zeit derweil für das Material Samt, für Vans-Turnschuhe, und auch Logo-Shirts kann man jetzt getrost im Keller verräumen oder in die Altkleidersammlung bringen.