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Der Heilige mit dem Pferdefuss

Vom heiligen Eligius vernimmt man heute nicht mehr viel. Doch war seine Verehrung einst populär – auf mehreren Ebenen. Am 1. Dezember feiert die Kirche den Namenstag des vielseitigen Schutzpatrons.
Andreas Faessler
Der heilige Eligius als Bischof von Noyon mit drei der häufigsten Attribute: Pferdefuss, Hammer und Amboss. Statue in der Eligiuskapelle zu Meienberg im Freiamt. (Bild: Stefan Kaiser, 28. November 2018)

Der heilige Eligius als Bischof von Noyon mit drei der häufigsten Attribute: Pferdefuss, Hammer und Amboss. Statue in der Eligiuskapelle zu Meienberg im Freiamt. (Bild: Stefan Kaiser, 28. November 2018)

Die Dichte an Heiligen-Gedenktagen ist in den Monaten November und Dezember besonders hoch. Karl Borromäus, Martin, Gregor, Katharina, Franz Xaver, Ottilia, Thomas, Stefan, Silvester oder natürlich Andreas, dessen Fest am heutigen Tage gefeiert wird, sind nur einige bedeutende Patroninnen und Patrone, die in den letzten Monaten des Jahres zu ihren Ehren kommen.

Etwas aus dem allgemeinen Gedächtnis gerückt zu sein scheint der heilige Eligius («der Auserwählte») von Noyon, dessen Namenstag die Kirche morgen Samstag, 1. Dezember, feiert. Seine Popularität konzentriert sich vorderhand auf sein Wirkungsland Frankreich, da Saint-Éloi genannt. Aufgrund seiner Anrufungen als Schutzherr ist jedoch vor allem in früheren Zeiten eine starke Verehrung auch in den bäuerlichen Regionen der Zentralschweiz – insbesondere im Luzerner Hinterland und im Entlebuch – bezeugt. Eligius wird hierzulande im Volksmund auch «Loi» genannt in Anlehnung an die französische Namensform.

Der Schmied und das störrische Pferd

Eligius wird um 588 in der Nähe von Limoges geboren. Bereits vor seiner Geburt soll dem Kind nach einem Traum der werdenden Mutter eine bedeutungsvolle Position in der Kirche prophezeit worden sein. Der junge Eligius erlernt die Kunst des Goldschmiedens, avanciert zum Münzmeister am Hofe der Merowinger und gilt bald als Kopf des fran­zösischen Münzwesens. Eligius zeichnet verantwortlich für die Gestaltung von Gräbern bedeutender Persönlichkeiten sowie für kunstvolles liturgisches Gerät in einflussreichen Gotteshäusern. Mehrere Wunder werden ihm nachgesagt, davon das populärste, wonach Eligius ein störrisches Pferd beschlagen sollte. Weil das Tier nicht still hielt, trennte Eligius dem Pferd den Fuss ab, beschlug ihn und setzte ihn danach dem Pferd wieder an.

Als wohlhabender und frommer Mann hilft Eligius Armen und Gefangenen und tritt wiederholt als Klostergründer in Erscheinung. Er lässt sich später zum Priester weihen, wird um 639 Bischof von Tours und 641 Bischof von Noyon. Er macht sich um die Verbreitung des christlichen Glaubens verdient bis zu seinem Tod am 1. Dezember 660 in Noyon.

Erst in den Jahrhunderten nach Eligius’ Tod setzte eine verstärkte Wallfahrt ein. Seine Verehrung verbreitete sich bald in ganz Europa. Als Patron kommen ihm zahlreiche Schutzherrschaften zuteil, welche je nach Region unterschiedlich zum Tragen kommen. Allem voran ist der heilige Eligius Schutzherr der Schmiede aller Art sowie der Numismatiker, Münzpräger und naheliegenderweise auch der Münzsammler. So kennt etwa die Numismatische Gesellschaft Deutschlands den sogenannten Eligiuspreis für bedeutende Verdienste auf dem Gebiet der Numismatik. Und die Landesinnung der Gold- und Silberschmiede, Juweliere und Uhrmacher in Wien ehrt verdienstvolle Mitglieder mit einer eigens geprägten Eligiusmedaille.

Unterschiedliche Attribute

In ruralen Gebieten, wo man sich im Alltag nicht primär mit Geldwerten und Edelmetallen zu beschäftigen hat, verehrt man den heiligen Eligius in erster Linie als Schutzpatron der Bauern und Knechte, Bergleute und zahlreicher handwerklicher Berufsgattungen sowie spätestens ab dem 17. Jahrhundert auch als Schutzherrn der Pferde, was offensichtlich auf das geschilderte Wunder zurückzuführen ist. Es gibt zudem Regionen, wo Eligius auch als Patron des Viehs gilt. So sind denn auch die Darstellungen des Heiligen unterschiedlich geprägt. Generell tritt er erkennbar als Bischof in Erscheinung mit Bischofshut und -stab. Zuweilen trifft man ihn an mit einem Kelch oder einem Buch und zusätzlich mit Hammer und Zange, manchmal auch mit einem Amboss. Häufig zeigt sich Eligius mit einem abgetrennten Pferdefuss mit Hufeisen – auch hier wieder der Bezug zum überlieferten Wunder in bildlicher Form.

Zeugen der Eligius-Verehrung

Von der heute etwas in den Hintergrund geratenen, aber einst populären Verehrung des «Loi» in der Zentralschweiz zeugen vereinzelte Kapellenpatrozinien, allen voran die kunst- und bauhistorisch bedeutende Eligiuskapelle in Hon­au, ferner das Loichappeli bei Flühli oder die Kapelle St. Eligius zu Meienberg im Freiamt. In mehreren Pfarrkirchen und weiteren Kapellen der Zentralschweiz findet man Figuren und Bildnisse des Eligius. Und in Stans wurde am 1. Dezember 2002 an der Schmiedgasse ein von José de Nève gestaltetes Bildstöcklein enthüllt, nachdem man nach einem passenden Schutzheiligen für die geschichtsträchtige Schmiedgasse gesucht hatte. Dass die Wahl angesichts des Namens und der damit verbundenen Vergangenheit der Gasse auf Eligius fiel, lag nicht fern, und es erfüllte die «Schmiedgässler» mit Stolz, dass ein so bekannter Heiliger zu einem der «Ihrigen» geworden war.

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