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Schminktipps: Der Puder macht den feinen Unterschied

Ebenmässig und matt soll der Teint sein. Doch Puder ist nicht gleich Puder. Wir geben die besten Tipps für die schönsten glanzfreien Looks im Sommer. Und räumen mit einem Mythos auf.
Rahel Koerfgen

«Ich gehe mir kurz die Nase pudern.» Dieser Satz, etliche Male vorgekommen im Film, noch viel öfter im wirklichen Leben. Gute Mädchen meinen damit, dass sie aufs stille Örtchen oder mit der Freundin etwas Wichtiges besprechen müssen; die bösen, dass sie sich eine ­Linie reinziehen.

Dass ausgerechnet Puder als Ausrede verwendet wird und nicht etwa Wimperntusche, hat einen einfachen Grund:

Puder gehört zu den ältesten und meistverwendeten Kosmetikprodukten überhaupt.

Er bewirkt, dass die Haut schön mattiert ist, da die Kleinstpartikel den Talg absorbieren. Wer wie eine Speckschwarte glänzt, gilt nicht als sexy.

«Egal, ob sich eine Frau oft und aufwendig schminkt oder nur selten: Bei den meisten, vom Teenager bis zur alten Dame, findet sich im Badezimmer eine Puderdose», sagt Kim Petri, Inhaberin des Kosmetik- und Wellnessstudios Schminkbar mit Ablegern in Zürich, ­Basel und Winterthur. Zusammen mit Schwester Lia hat sie das Geschäft von ihrer Mutter, Star-Visagistin Bea Petri, vor bald zwei Jahren übernommen. Mit Schminke ist Kim Petri aufgewachsen, mit Puder sowieso. «Gerade in unserem Beruf ist er unverzichtbar. Die Kundinnen fragen fast immer, ob wir ihnen zum Schluss das Gesicht pudern können.»

So weit, so einfach. Jedoch ist Puder nicht gleich Puder. Manch Konsumentin treibt die schier endlose Auswahl an Produkten zur Verzweiflung, und sie fragt sich, was nun für sie das Richtige ist: kompakter, loser oder transparenter Puder, Mineralfoundation in Puderform oder doch lieber Bronzing Powder, jetzt im Sommer? Es geht weiter mit den Fragen, ob der Puder «blutt» ohne Make-up aufgetragen werden soll oder ob er nur mit einer Foundation kombiniert seine Wirkung entfaltet. Und auch, wie das Auftragen am besten gelingt: mit Pinsel oder mit Schwämmchen? Wir geben in diesem Überblick Antworten.

Transparentpuder

Dieser Puder gibt keine Farbe ab, sondern sorgt an Stellen wie Nase, Kinn und Stirn für ein mattes Finish und ein ebenmässiges, frisches Hautbild. Ausserdem fixiert er das zuvor aufgetragene Make-up. Wer es natürlich mag, was gerade dem Trend entspricht, trägt darunter kein Make-up. Allerdings deckt Transparentpuder, auch «Sheer Powder» genannt, keine Bibeli, Pigmentflecken oder Rötungen ab, sondern mattiert lediglich. Abdecken muss eine Foundation oder ein Concealer.

Laut Kim Petri ist Transparentpuder das bestverkaufte Produkt in den Schminkbars. Sie empfiehlt den Translucide Loose Powder der französischen Marke T. LeClerc. Nicht nur, weil er hält, was er verspricht, sondern auch, weil er auf Basis von Reispuder hergestellt wird und zu einem grossen Teil aus natürlichen Stoffen besteht. Achtung: Viele transparente Puder sind gelb, rosarot oder violett. Die Farbe ist nach dem Auftragen aber nicht mehr sichtbar, sondern passt sich dem eigenen Hautton an und korrigiert den Teint.

Kompaktpuder und loser Puder

Für unterwegs ist der Kompaktpuder praktischer. Er ist mit einem Schwämmchen leicht und rasch auftragbar. Was ihn vom losen Puder unterscheidet, der meist mit Pinsel aufgelegt wird: Die ­feste Konsistenz hat eine höhere Deckkraft. Und da meist Foundation in gepresster Form enthalten ist, wird er auch Foundation Powder genannt. Deshalb ist es nicht nötig, davor flüssige Foundation aufzutragen. Wer allerdings zu trockener Haut neigt, sollte auf die flüssige Variante setzen, da Kompaktpuder Trockenheitslinien betonen kann.

Kleine Wunderdose: Der lose «Phyto Poudre libre» von Sisley
(ca. 80 Franken) verleiht einen ebenmässigen, schönen Teint und ist ganz einfach aufzutragen. Bilder: PD
Für unterwegs: «Kit Pores et Matités» von Clarins (54 Franken) besteht aus einem kompakten Transparentpuder und Blotting Paper.
Gute Deckkraft: Der Studio Fix Powder von MAC (44 Franken), eine Kombi aus Puder und Foundation, deckt Unreinheiten ab und mattiert.
Bronzing Powder (etwa «Terracotta» von Guerlain um 65 Franken) deckt zwar nicht ab, gibt aber einen gesunden Hautton an den richtigen Stellen.
Die Farbe täuscht: Der neue ­Retouching Powder von Bobbi Brown (64 Franken) ist transparenter Mineral­puder, der den Hautton ebenmässiger macht und mattiert.
5 Bilder

Pudern

Mineralpuder

In den vergangenen Jahren hat er die Beautyregale für sich erobert, und derzeit wird gar ein Hype um ihn gemacht: Mineralpuder, in kompakter, loser, transparenter oder getönter Form, ist ein Hybridprodukt. Er hat alle Vorteile eines Puders, kann aber noch mehr: Die zu feinem Pulver gemahlenen Mineralien beruhigen die Haut, geben ihr Feuchtigkeit und verstopfen die Poren nicht, da sie, kombiniert mit pflanzlichen Stoffen, ihre Wirkung besser entfalten. Er ist nicht komedogen, was bedeutet, dass er nicht die Bildung von Pickeln provoziert.

Die Kosmetikmarke Clarins hat aus diesen Gründen nur noch Mineralpuder im Sortiment, wie Make-up-Managerin Marija Prskalo sagt. Ausserdem decken Mineralpuder laut Kim Petri sehr gut ab. Sie empfiehlt ihn gerade bei Rötungen und Akne. Das neuste Produkt aus diesem Bereich ist der Retouching Powder des US-Labels Bobbi Brown. Das Produkt wirke wie ein «Instafilter», sagt Schulungsmanagerin Corinne Tschan. Es bewirke ein ebenmässiges Hautbild und kontrolliere den Glanz.

Bronzing Powder

Diesen Puder gibts in vielen warmen Tönen. Auch er mattiert und zaubert, richtig angewendet, einen sommerlichen Glow ins Gesicht, weil er winzige glitzernd-goldene Partikel enthält. Unreinheiten deckt er nicht ab, betont sie eher noch. Sowieso sollte man sparsam damit umgehen, sagt Petri: «Sonst glänzt man schnell wieder, sieht aus wie verschwitzt. Und das wollen wir ja verhindern. Weniger ist definitiv mehr.» Sie trägt Bronzing Powder nie grossflächig auf, «sonst wirkt es schnell unnatürlich». Laut Prskalo von Clarins macht es am meisten Sinn, den Puder auf jene Partien anzuwenden, die von der Sonne zuerst gebräunt werden: Kinn, Stirn, Nase und Wangenknochen.

Blotting Paper

«To blot» heisst «abtupfen» oder «löschen». Die Papierchen, die in jede Hosentasche passen, sind mit einer feinen, transparenten Puderschicht überzogen. Gerade für Frauen (und Männer) mit öliger Haut sind sie praktisch, da sie – kurz auf die Haut getupft – im Nu den überschüssigen Talg aufsaugen und mattieren. Bei Sephora (in der Schweiz unter www.manor.ch) gibt es von der Eigenmarke die besten Löschpapierli – und auch die günstigsten.

Pinsel oder Schwämmchen?

Die Wahl ist einfach: Man muss sich nur die Frage stellen, ob man einen deckenden oder natürlichen Effekt will. Beim Bronzing Powder empfiehlt es sich, einen Pinsel zu verwenden, da die «Bräune» nicht geschminkt wirken soll. Viele Labels bieten mittlerweile Multifunktionspinsel an, die sich für alle Arten von Puder, Rouge, Primer und sogar Foundations eignen. Tschan von Bobbi Brown empfiehlt Pinsel aus Echthaar, «es gibt nichts Feineres». Wer mit einem kompakten Foundation-Puder Unreinheiten abdecken will, greift zum Schwämmchen. Pinsel und Schwämmchen sollten mit Wasser und wenig Seife regelmässig gereinigt werden, sonst entwickelt sich der Helfer zur Bakterienschleuder.

Mythos verstopfte Poren

Viele scheuen sich, regelmässig Puder zu benutzen, weil er die Poren verstopfen soll. Bei Billigprodukten aus dem Onlinemarkt mit synthetischen Inhaltsstoffen sei dies tatsächlich der Fall, sagt Petri von der Schminkbar: «Es lohnt sich, in ein etwas teureres Produkt mit natürlichen Inhaltsstoffen zu investieren. ­Mineralpuder verstopfen die Poren definitiv nicht.» Den grössten Gefallen tut man der Haut aber abends: Tschan von Bobbi Brown sagt, wenn man sich ­konsequent abschminke vor dem Zubettgehen, würden verstopfte Poren der Vergangenheit angehören.

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